Trumps Wirtschaftskrieg

21. Mai 2019 13:58; Akt: 21.05.2019 13:58 Print

So kontert der Huawei-Gründer gegen die USA

Auf Anweisung von US-Präsident Donald Trump hat Google die Beziehungen zu Huawei gekappt. Jetzt äussert sich der Chef von Huawei.

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Die Google-Mutter Alphabet hat Teile ihrer Geschäftsbeziehungen zum Netzwerkausrüster und Handyhersteller Huawei ausgesetzt. Grund ist ein Dekret des US-Präsidenten Donald Trump. Huawei-Chef Ren Zhengfei reagiert kämpferisch auf die Massnahmen. Die USA «unterschätzen» die Stärke Huaweis, sagte Ren dem staatlichen Fernsehsender CCTV. Mit Blick auf Google sagte Ren, es seien Gespräche mit dem US-Konzern im Gange, wie mit dem Trump-Dekret umzugehen sei. Google sei eine «höchst verantwortungsvolle Firma».

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Im Streit um den Ausschluss des Netzausrüsters Huawei vom US-Markt hat die US-Regierung zudem einen Aufschub von drei Monaten für Technologieexporte an die chinesische Firma gewährt. Bis Mitte August ist die Ausrüstung Huaweis mit US-Technologie damit weiter möglich, wie es in einem am Montag veröffentlichten Dokument des US-Handelsministeriums hiess. Diese Zeitspanne werde für Software-Updates und die Erfüllung anderer Vertragsverpflichtungen benötigt.

Nationaler Notstand

Ein von US-Präsident Donald Trump erlassenes Dekret, das US-Unternehmen die Nutzung von Telekommunikationstechnik untersagt, die als Risiko für die nationale Sicherheit der USA eingestuft wird, werde durch den Aufschub jedoch nicht aufgehoben, hiess es in dem Dokument weiter.

Trump hatte vergangene Woche Unternehmen seines Landes per Dekret die Nutzung von Telekommunikationstechnik untersagt, die als Sicherheitsrisiko eingestuft wird. Dazu rief er einen nationalen Notstand in der Telekommunikation aus.

Keine Google-Dienste

Huawei gilt als Hauptziel dieser Massnahme. Die USA befürchten, dass Huawei-Technik ein Einfallstor für chinesische Spionage und Sabotage sein könnte. Huawei selbst verweist immer wieder auf seine Unabhängigkeit vom chinesischen Staat.

Der US-Gigant Google kappte am Montag in weiten Teilen seine Geschäftsbeziehungen mit dem Huawei-Konzern. Google beuge sich dem Dekret zur Telekommunikation, erklärte der US-Konzern zur Begründung. Das könnte künftig weitreichende Folgen für Huawei-Nutzer haben – betroffen sind nicht nur Updates des Android-Betriebssystems, sondern auch der Zugriff auf Dienste wie Gmail und Google Maps.

Für die Nutzer aktueller Geräte ändert sich zunächst nichts. Google rüstet mit seinem Betriebssystem Android die grosse Mehrheit der Smartphones weltweit aus. Eine stetige Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen ist von grosser Bedeutung, damit das Android-System mit den jeweiligen Smartphones kompatibel ist.

(afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • H.P. Birrer am 21.05.2019 14:08 Report Diesen Beitrag melden

    Handy von Angela Merkel

    Wer hat das Handy von Angela Merkel abgehört? ... es war weder Huawei noch waren es die Chinesen ... das sagt schon alles!

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  • t.t. am 21.05.2019 14:05 Report Diesen Beitrag melden

    Klagen?

    Würden wirklich keine Updates mehr herausgegeben und der Zugang zu Google Play und Maps entzogen, könnte man da eine Klage einreichen? Sowas wie eine Sammelklage wie beim Diesel Skandal?

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  • Zügelfirma am 21.05.2019 17:13 Report Diesen Beitrag melden

    Google soll die USA verlassen

    Das kann Google nicht einfach so hinnehmen wollen. Huawei ist neben Samsung der grösste Android und PlayStore Kunde. Wenn ich Google wäre, würde ich den US Sitz aufgeben und die Firma nach Europa zügeln. Dann verliert Goldlöckchen viele Dollars und Arbeitsplätze. Dann würde der Huawei Komplot platzen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter Kunz am 22.05.2019 23:41 Report Diesen Beitrag melden

    Irreführung

    Woher willst du wissen ob China nicht auch abgehört hat? Nur weil es publik wurde das Obama die Merkel abhören ließ, heißt es noch lange nicht das er der einzige war... Logik 101

  • Peter Kunz am 22.05.2019 23:39 Report Diesen Beitrag melden

    Hauptsache billig

    Wenn es billigen , schlecht kopierten Schrott aus China gibt, welcher dich von morgens bis abends ausspioniert und deine Daten an ein totalitäres Regime sendet, dann finden wir Schweizer das GUT! Weil wir sind bünzlis und mögen die Amis sowiso nicht...

  • Nick am 22.05.2019 20:52 Report Diesen Beitrag melden

    Verstehe die Angst der Amis

    Wir haben kürzlich alle Netzwerkkomponente durch Huawei ersetzt. Huawei war der einzige Anbieter der zeitgemässe Technologie zu zeitgemässen Preisen anbot. Die amerikanischen Hersteller boten dieselbe Technologie ausschliesslich im völlig überteuerten Enterprise Segment an. Anfangs war ich bezüglich der Marke eher skeptisch, aber jetzt nachdem die Netzwerke in Betrieb sind, kann ich die Angst der Amis verstehen. Was die Chinesen da bieten, ist kaum zu übertreffen. Die amerikanischen 5G Anbieter sind gegen Huawei offenbar chancenlos und diese Niederlage will Trump nun um jeden Preis verhindern.

  • James007 am 22.05.2019 20:50 Report Diesen Beitrag melden

    Niemals

    Würde gehen theoretisch gehen. Die Schweiz als Hauptsitz wäre toll. Da aber grosse Investoren bei Google und Facebook zum US Geheimdienst gehören, wird das nie passieren.

  • Urs W. am 22.05.2019 19:42 Report Diesen Beitrag melden

    USA Mafia

    Wegen Amerika hat unsere Schweizer Bank-Branche auch an Bedeutung und an Wert verloren. Was unsere Banken jetzt nicht mehr dürfen, machen die amerikanische Banken aber fröhlich weiter und keine Schweizer Bank und kein Europäer wagt sich etwas zu sagen, um den amerikanischen Markt nicht zu verlieren. Dafür müssen wir aber immer und immer wieder unsere schwer erwirtschafteten Milliarden abliefern.