Millionenbeute

15. Dezember 2019 17:02; Akt: 15.12.2019 17:02 Print

So luxuriös ist das Leben von russischen Hackern

Sportwagen, Bargeldbündel und pompöse Feiern: Das FBI sucht nach russischen Hackern, die 100 Millionen Dollar erbeutet haben sollen.

Die Fotos, die das luxuriöse Leben der Hacker dokumentieren, wurden von den Behörden veröffentlicht. (Video: 20M)
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Sie filmen ein Löwenbaby und drehen Donuts mit teuren Autos: Bei Evil Corp ist der Name Programm. Die Hacker aus Russland sollen von Bankkonten ihrer Opfer mehr als 100 Millionen Dollar erbeutet haben. Die Gruppe ist laut dem FBI seit mehr als zehn Jahren aktiv. Die britische National Crime Agency bezeichnet sie als «gefährlichste Cyberkriminelle der Welt».

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Chef der Bande soll der 32-jährige Maksim Yakubets sein, der sich selbst Aqua nennt. Evil Corp soll hinter der Schadsoftware Bugat, die auch als Dridex oder Cridex bekannt ist, stecken. Mithilfe der Software und sogenannten Money Mules hat die Hacker-Gruppe laut den US-Behörden in den letzten Jahren Hunderte Konten bei zig Banken leergeräumt.

Verbindung zum FSB

Gegen zwei Mitglieder der Bande, darunter Yakubets, ist nun in den USA Anklage erhoben worden. Die Russen wurden bislang nicht verhaftet. Das US-Aussenministerium hat eine Belohnung von 5 Millionen Dollar für Informationen, die zur Festnahme führen, ausgesetzt. Es ist das höchste Kopfgeld, das je auf einen Cyberkriminellen ausgesetzt wurde.

Auf den Bildern, die von den Behörden publiziert wurden, sind die Hacker mit bündelweise Bargeld und teuren Sportwagen zu sehen. Wie aus der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Pittsburgh hervorgeht, hat Evil Corp mittels Phishing-Attacken Malware auf Computern eingeschleust.

Nach Angaben des US-Finanzministeriums, das Sanktionen gegen die Russen und weitere Mitglieder der Gruppe verhängte, arbeitet Yakubets seit 2017 zudem für den russischen Geheimdienst FSB an «Projekten für den russischen Staat». Der Fall zeige, dass der Kreml Hacker «für seine boshaften Aktivitäten anheuert», teilte das Ministerium Anfang Dezember mit.

Waffenhersteller als Ziel

Die Gruppe mit Sitz in Moskau soll über die Malware an Namen und Passwörter der Nutzer gelangt sein und so Zugriff auf deren Bankkonten erhalten haben. Von dort aus überwiesen die Hacker demnach Geld auf ihre eigenen Konten oder an Geldwäscher. Sie vermieteten ihre Malware zudem als Franchise und verlangte von anderen Nutzern eine Provision.

Mehr als 300 Einrichtungen und Einzelpersonen in 43 Ländern waren Opfer der Hacker. Ziel der Hacker in den USA waren unter anderem eine Ordensgemeinschaft, eine Schulbehörde und ein Waffenhersteller. Die Gruppe ist weiterhin aktiv.

(tob/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Trump Jr am 15.12.2019 17:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hacken für den Staat

    Der Fall zeige, dass der Kreml Hacker «für seine boshaften Aktivitäten anheuert» Macht die USA ja sicher niemals...

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  • huschmie am 15.12.2019 17:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nutzen Schlupflöcher

    Die nutzen die Schlupflöcher aus, die sonst nur für US Geheimdienste gemacht sind. Die kommen ja auch irgendwie an alles heran.

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  • elri am 15.12.2019 17:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sicherheit

    Aber mein Banker sagt das Geld sei bei ihnen sicher...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • avenarius2812 am 19.12.2019 11:08 Report Diesen Beitrag melden

    Ja oder Nein

    Ahhh, ... soll ich mich jetzt umschulen? Mal was Neues, Spannendes versuchen? Ahhh, ... verzwickte Entscheidung.

  • popi am 16.12.2019 12:49 Report Diesen Beitrag melden

    Gleich = Ungleich

    Da wird die US Softwareindustrie von ihrer Regierung geknechtet Backdoors einzubauen und wenn dies dann ein anderer nutz ist der andere kriminell?

    • marko 34 am 19.12.2019 13:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @popi

      Endlich

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  • Linda am 16.12.2019 09:53 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Prominenz

    Opfer war auch die RUAG, aber dazu schweigt man lieber.

    • Aufmerksamer Leser am 17.12.2019 18:12 Report Diesen Beitrag melden

      @Linda

      Da schweigt niemand, das kam lang und breit in den Zeitungen und Nachrichten. Schlussendlich war das wohl auch der Auslöser der vom Bundesrat geforderten Aufspaltung der RUAG.

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  • Sebi2256 am 16.12.2019 07:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wiedersprüchlich

    Jaja wer kennts nicht die USA regt sich darüber auf wenns mal jemand anderst macht weil ja nur sie alleine das dürfen.

  • thom am 16.12.2019 02:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Russland Fans

    Seit ihr immer noch der Meinung, dass Russland und deren Zar so toll sind?

    • König am 16.12.2019 04:19 Report Diesen Beitrag melden

      @ thom

      Ja wir glauben immer noch das Russland toll ist. Wenn Sie ein wenig Grips hätten wüsten Sie das der Zar schon lange Tot ist, also kann er nicht Toll sein. Und ein wenig mehr Grips würden Sie nicht jeder Fake News was aus USA kommt glauben? Schauen Sie sich einmal um in der Welt und dan werden Sie sehen das die USA (besser gesagt der Deep Staat) das viel grössere übel ist das die Russen.

    • Michi Marx am 16.12.2019 12:24 Report Diesen Beitrag melden

      Kurz gesagt:

      Ja, bin ich!

    • Mike am 17.12.2019 10:21 Report Diesen Beitrag melden

      @thom

      Leute die an einen Starken Mann glauben wollen tun das halt bis zum bitteren Ende. War ja schon vor 75 Jahren so.

    • Rescherschör am 17.12.2019 20:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @thom

      Ich ja, täglich mehr. Schauen Sie doch auf YouTube mal die Putin Interviews. Niemand geringerer als Oliver Sone, US Regisseur mit Oscar, führt die Interviews. Kritisch genug sind die, und die Interviews ein journalistischer Meilenstein. Sehenswert, wirklich.

    • jap am 17.12.2019 20:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mike

      Richtig, bei den Russen und den Amis gleichermassen vorhanden.

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