Bewusster einkaufen

02. Oktober 2017 08:59; Akt: 03.10.2017 10:50 Print

So vermeiden Sie Retouren beim Online-Shopping

Internethandel verursacht durch die zahlreichen Rücksendungen hohe CO2-Emissionen. Wie Sie die Umweltbilanz beim Kleiderkauf verbessern können.

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Hierzulande wird das Einkaufen über das Internet immer beliebter. 2016 bestellten Schweizer Waren im Wert von 7,8 Milliarden Franken im Online-Versandhandel. Das ist ein Anstieg von gut acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Online- und Versandhandel wuchs damit erneut stärker als der klassische Handel. Der grösste Zuwachs war laut dem Marktforschungsunternehmen GfK mit 14 Prozent im Bereich Fashion zu verzeichnen.

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Unangefochtener Marktleader im Fashion-Bereich ist Zalando: Laut einer Schätzung von Carpathia, einer Unternehmensberatung für Digital-Business und E-Commerce, generierte der deutsche Online-Versandhändler in der Schweiz rund 534 Millionen Franken Umsatz und soll mit zwölf Millionen bewegten Paketen der grösste Kunde der Schweizer Post sein. Zalando legte damit gegenüber dem Vorjahr um 26 Prozent zu. Die Umsätze im stationären Schweizer Modegeschäft gingen in der gleichen Zeit um rund sieben Prozent zurück. Aus den fünf Logistikstandorten rund um die Schweiz sind laut den Erhebungen von Carpathia 7,5 Millionen Pakete in die Schweiz geliefert worden. Davon haben die Empfänger mit 4,5 Millionen Paketen gut 60 Prozent wieder zurückgeschickt. Dadurch ergibt sich ein geschätztes Volumen von 30'000 ausgelieferten Paketen sowie 18'000 Rücksendungen pro Werktag.

Mit der taggleichen Zustellung verschlechtert sich die Umweltbilanz massiv

Laut «Zeit online» verursacht jedes Paket 500 Gramm CO2-Emissionen. In der ganzen Schweiz entstehen allein durch das Zurücksenden von Zalando-Paketen also jedes Jahr 2,25 Millionen Kilogramm CO2-Emissionen. Doch nicht nur Retouren sind aus ökologischer Sicht problematisch, sondern auch schlecht organisierte Zustellungen. So können Bestellungen vielfach nicht im ersten Anlauf ausgeliefert werden, weil die Empfänger nicht zu Hause sind. Oft werden die bestellten Waren auch getrennt verschickt. Wird für einen Artikel die taggleiche Auslieferung versprochen, verschärft sich dieses Problem. Ausserdem sehen sich etliche Kunden zunächst im Einzelhandel um, bevor sie die begutachtete Ware schliesslich online bestellen. Somit könne der gesamte Einkauf gemäss «Zeit online» nicht mehr als autofrei betrachtet werden.

Wer die Umweltbilanz beim Kleiderkauf verbessern möchte, sollte sich vor dem Bestellen fragen, bei welcher Gelegenheit oder wie oft man das Kleidungsstück tragen möchte und ob es zum eigenen Stil sowie anderen Teilen in der Garderobe passt. Grössentabellen, Längenangaben und Hinweise auf die Körper- und Kleidergrösse des im Online-Shop gezeigten Models oder Erfahrungsberichte anderer Kunden helfen bei der Einschätzung, welche Grösse bestellt werden soll. Die Social-Shopping-Plattform Fitbay bringt Nutzer mit ähnlichen Figurtypen zusammen. User können sich gegenseitig Tipps geben, welche Hosen, Pullover, Jacken oder Bademode bei welchen Marken in welcher Grösse am besten passen. Dabei gilt es allerdings, ehrlich zu sich selbst zu sein und sich korrekt auszumessen. Wer es nicht unterlassen kann, die Teile vor der Online-Bestellung im stationären Geschäft anzuprobieren oder anzufassen, sollte mit dem Velo oder öffentlichen Verkehrsmitteln in den Kleiderladen fahren.

Miss Schweiz Lauriane Sallin trägt Secondhand-Kleider

Es zeichnet sich jedoch auch ein Gegentrend zum verschwenderischen Online-Shopping und Retournieren ab: Flohmärkte schiessen wie Pilze aus dem Boden und zahlreiche Trend-Lokale organisieren Veranstaltungen, an denen ausrangierte Hosen, Röcke, Pullis und Shirts getauscht oder günstig abgegeben werden können. Auch Miss Schweiz Lauriane Sallin trägt öfter gebrauchte Kleidung: «Ich kaufe regelmässig in Secondhand-Läden ein. Mir gefällt es, aktuelle Mode mit alten Stücken zu kombinieren. So kann man Kleidungsstücke wiederverwenden», berichtet die modebewusste Westschweizerin.

(sts)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rebby am 30.09.2017 22:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Im Geschäft anprobieren,

    sich beraten lassen und dann nach Hause gehen und online bestellen. Ist ja vielleicht ein paar Fränkli günstiger. Finde ich unverschämt und sehr kurzfristig gedacht.

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  • Max am 30.09.2017 21:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So.

    Ok dann gehe ich wieder mit dem Auto einkaufen.Brauche ein paar neue Schuhe.Danke für die Aufklärung.

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  • giorgio1954 am 30.09.2017 21:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erbsenzähler

    Und wieder so eine komische Berechnung von Erbsenzählern (HSG Absolvent mit Doktorat). Man sollte mal ausrechnen, wenn die Leute anstatt online mit dem Auto einkaufen und umtauschen gehen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Phil Röntgen am 15.10.2017 21:21 Report Diesen Beitrag melden

    Schlechte Ware geht zurück

    Musste kürzlich zweimal einen Geigerzähler zurücksenden. Der erste piepste zuviel und der zweite zuwenig. Der dritte war endlich ok.

  • Realo am 15.10.2017 16:51 Report Diesen Beitrag melden

    Retouren im Online-Shopping vermeide

    ich dadurch, dass ich konsequent auf Online-Shopping VERZICHTE. Erfolgsquote 100%!

  • Bachel am 04.10.2017 06:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grössen immer unterschiedlich

    Ich muss leider immer gleich drei Grössen eines Teils bestellen (oder vor Ort anprobieren), M, L, und XL - trotz Grössentabelle - , weil offenbar jeder Hersteller anders damit umgeht. Und die Grössen sind nicht mal innerhalb einer Marke gleich.

  • Urs am 03.10.2017 15:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blödsinn

    ein Kollege von mir arbeitet auf diesem Bereich, und es gibt ihm zufolge Leute welche im Internet einen Radiergummi kaufen. Da stellt sich mir schon die Frage, ob die Gesellschaft nun komplett verblödet, zumal der Radiergummi ja fast nicht mehr bezahlt werden kann

  • Ziller Klaas am 03.10.2017 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    CO2 Bilanz? Was ist das?

    Als ob sich die Zalando Suchties & Co. nur für 1 Rappen um die CO2 Bilanz scheren würden oder wissen, wie das alles zusammenhängt!