ICorrect.com

29. März 2011 15:46; Akt: 29.03.2011 16:17 Print

So wars wirklich!

Um sich gegen Falschmeldungen und bösen Klatsch zu wehren, können Promis eine Gegendarstellung im Netz veröffentlichen. Der Service ist nicht billig, aber günstiger als ein Anwalt.

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Kate Moss (rechts) im Gespräch mit Modedesignerin Stella McCartney. Auf ICorrect.com stellt das Supermodel klar, dass es nicht auf Facebook sei. (Bild: Keystone)

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Prozessieren ist anstrengend und führt nicht zwingend zum Ziel. Dies wissen alle Promis, die schon gegen Falschmeldungen im Internet vorgegangen sind. Hat eine Nachricht erst einmal den Weg ins Netz gefunden, ist sie kaum mehr aufzuhalten. Dies trifft vor allem auf bösartige Gerüchte zu.

Dank der Website ICorrect.com von Sir David Tang haben Promis nun ein Gegenmittel, wie die «New York Times» (NYT) berichtet. Für eine Jahresgebühr von 1000 Dollar kann man sich ein Plätzchen sichern und seine Sicht der Dinge kundtun. Hier kämpft beispielsweise Cherie Blair, die Frau des früheren britischen Premier, gegen schlimme Gerüchte an. Sie sei nie mit Gadaffis Sohn zum Schiessen gegangen, lässt sie auf ICorrect.com verlauten. Und sie habe auch niemals gesagt, dass die Burka «keine grössere Bedrohung sei als die Bekleidung einer Nonne».

Moss dementiert

Das langjährige Supermodel Kate Moss stellt klar, dass sie keinen Twitter-Account habe. Alle Tweets über ihre nächtlichen Eskapaden seien demnach erfunden beziehungsweise gefälscht. Und auch auf Facebook sei sie nicht anzutreffen. «Die richtige Kate Moss nutzt diese sozialen Netzwerke nicht.»

Tommy Hilfiger lässt uns wissen, dass er sich nicht rassendiskriminierend geäussert habe. Er habe niemals gesagt, dass Schwarze die von ihm entworfene Mode nicht tragen sollten.

Auf ICorrect.com sind auch verschiedene Richtigstellungen zu Wikipedia-Beiträgen zu finden. So lässt etwa ein russischer Erdöl-Unternehmer namens Eugene Shvidler die Welt wissen, dass er die Bedeutung des zweifelhaften Titels «Business-Oligarche» bis heute nicht verstanden habe.

Hervorragende Kontakte

Das Durchstöbern von ICorrect.com hat tatsächlich einen gewissen Unterhaltungswert und kostet die Besucher nichts - im Gegensatz zu den prominenten registrierten Nutzern. Laut New York Times zählt die Website bislang rund 35 zahlende Mitglieder, die sich bei der Anmeldung identifizieren mussten. Die meisten Einträge seien wohl dank der hervorragenden Kontakte von Sir David Tang zustande gekommen, schreibt die NYT. Der 56-jährige Betreiber hofft, dass seine Plattform zur zentralen Anlaufstelle für Korrekturen wird. Er wünsche sich, dass in Zukunft auch Nicht-Regierungs-Organisationen (NGO) und grosse Unternehmen wie zum Beispiel BP seinen Service nutzen.

Kritiker des Projekts geben zu bedenken, dass eine Gegendarstellung «unnötiges öffentliches Interesse» wecken könnte. Zudem sei nicht garantiert, dass die korrigierten Angaben der Wahrheit entsprechen. Dies räumt der Betreiber freimütig ein. «Wir spielen nicht Polizei oder überprüfen den Wahrheitsgehalt der Beiträge.» Jedoch werde kontrolliert, dass die Gegendarstellungen ihrerseits im rechtlich zulässigen Rahmen bleiben. Ausserdem würden auf ICorrect.com immer beide Seiten präsentiert. Tatsächlich prangen auf der linken Seite die angeblich falschen Informationen - und rechts daneben die Richtigstellungen.

(dsc)