Die Polizei warnt

18. Februar 2013 16:18; Akt: 19.02.2013 08:07 Print

Strippen vor der Webcam kann in die Hose gehen

Gefährliche Spielereien am Computer: Bevor man sich vor Online-Bekanntschaften entblättert, sollte man einige Punkte bezüglich Sicherheit beherzigen.

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Vor der Webcam ist Zurückhaltung angesagt: Heikle Fotos und Videos könnten durch Kriminelle ins Internet gelangen. (Bild: Colourbox)

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Singapur ist ein heisses Pflaster. Dies zeigt eine aktuelle Warnung der Polizei. Offenbar werden vermehrt Männer das Opfer von fiesen Erpressungsversuchen. Dies berichtet der «Naked Security»-Blog der Computer-Sicherheitsfirma Sophos.

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Die Masche ist immer die gleiche: Über ein soziales Online-Netzwerk wird man von einer attraktiven Unbekannten kontaktiert. Schnell geht es zur Sache und die neue Bekanntschaft lässt via Webcam nackte Tatsachen sehen. Dann wird das ahnungslose Opfer dazu animiert, ebenfalls vor laufender Kamera einen Striptease hinzulegen.

50 Fälle im letzten Jahr

Das Problem: Die Aufforderung zum erotischen Liebesspiel mündet in einer veritablen Erpressung. Denn heimlich werden die sexuellen Darbietungen aufgezeichnet, um anschliessend mit der Veröffentlichung zu drohen.

In Singapur wurden allein im vergangenen Jahr 50 Fälle publik. Innert einem Jahr kam es zu einer Verfünffachung. Die Dunkelziffer dürfte noch weit grösser sein, weil sich vermutlich einige Opfer aus Scham nicht an die Polizei wenden.

Nichts preisgeben!

Die Singapurer Polizei ruft grundlegende Vorsichtsmassnahmen in Erinnerung. Wenn eine unbekannte Person über Facebook und Co. Interesse signalisiere, solle man selbstkritisch sein und die Liebesbekundungen hinterfragen. Warum wird jemand aus Millionen von Internet-Nutzern ausgewählt?

Auch wenn alles Weitere im stillen Kämmerlein passiert, solle man sich niemals vor einer Webcam in eine kompromittierende Position bringen. Zudem solle man auch keine persönlichen Informationen preisgeben. Bei Online-Erpressungen solle man zudem auf keinen Fall bezahlen, sondern vielmehr die Polizei einschalten.

Auch in der Schweiz passiert

Die Erpressungsversuche müssen sich nicht auf asiatische Nutzer beschränken. Im vergangenen November wurde ein vergleichbarer Fall mit Schweizer Betroffenen publik. Zwei Männer aus der Elfenbeinküste verwendeten Sex-Videos von Benutzern einer Dating-Plattform.

Mit der gleichen Masche sollte 2012 ein anderer Schweizer erpresst werden. Als das Opfer nicht bezahlten wollte, wurde mit der Veröffentlichung eines Nackt-Videos gedroht. Laut der Basler Staatsanwaltschaft stehen teilweise kriminelle Organisationen hinter solchen Epressungsversuchen.

(dsc)