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10. Juni 2019 13:40; Akt: 10.06.2019 15:14 Print

Daten könnten bei China-Anbieter gelandet sein

Die Daten von Swisscom-Kunden wurden nach China umgeleitet. Zwar bestehe kein erhöhtes Risiko, so die Swisscom. Ein Missbrauch kann nicht ausgeschlossen werden.

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Am 6. Juni wurde ein grosser Teil des europäischen Mobilfunkverkehrs für zwei Stunden über China umgeleitet. Davon betroffen war auch die Swisscom. Grund dafür war ein sogenanntes BGP-Leck.

Swisscom-Nutzer bemerkten dieses Leck, durch längere Wartezeiten beim Surfen. Auf Anfrage von 20 Minuten sagt Swisscom Sprecher Armin Schädeli: «Wir gehen davon aus, dass die Leitungen aufgrund dieses Vorfalls ziemlich überlastet waren. Die betroffenen Kundinnen und Kunden konnten teilweise nur verzögert oder gar nicht auf bestimmte Webseiten zugreifen.»

«Solche BGP-Leaks kommen immer wieder vor»

BGP ist die Abkürzung von Border Gateway Protocol. Es ist ein im Internet eingesetztes Routingprotokoll und verbindet autonome Systeme miteinander. Diese werden in der Regel von Internetdienstanbietern gebildet.

Leider sind solche Lecks in der Branche nicht unüblich, so Schädeli: «Solche BGP-Leaks kommen immer wieder vor und sind leider schwer zu verhindern, da das internationale BGP-Protokoll keine entsprechenden Sicherheitsfeatures vorsieht.» Meistens entstünden diese Leaks durch menschliche Fehler, das heisst zum Beispiel durch Fehlkonfiguration von Routern.

Missbrauch lässt sich nie ausschliessen

Laut Swisscom herrschte jedoch kein besonderes Risiko, dass Daten ihrer Kunden missbraucht wurden. «Die IP-Pakete bewegen sich auf ihrer Reise von Person zu Person oder von Person zu Website in den meisten Fällen immer auch über andere Netze, da der Internet-Verkehr global organisiert ist. Es besteht im konkreten Fall kein besonderes Risiko.» Schädeli fügt jedoch auch hinzu: «Bei unverschlüsselten Inhalten lässt sich aber generell Missbrauch nie zu hundert Prozent ausschliessen.»

(fss)