50 Fr. Entschädigung

11. Juli 2019 22:07; Akt: 12.07.2019 08:43 Print

Swisscom löscht private Fotos hunderter Nutzer

Aufgrund eines Software-Fehlers wurden bei der Swisscom private Dateien von Nutzern unwiderruflich gelöscht. Betroffen sind mehrere Hundert Kunden.

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Über 400'000 Schweizer speichern private Dateien wie Fotos oder Videos auf MyCloud, einer Software von Swisscom, die ähnlich wie Dropbox oder Apples iCloud funktioniert. Wie der «Tages Anzeiger» berichtet, ist es bei der Software vor zwei Wochen aber zu eine grossen Panne gekommen. Die Dateien von Hunderten von Nutzern wurden aus Versehen unwiderruflich gelöscht.

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Die Swisscom übernimmt die volle Verantwortung für die Panne. «Es handelt sich um einen Fehler, der bei der internen Entwicklung einer Software-Komponente entstanden ist», sagt ein Swisscom-Sprecher gegenüber der Zeitung. Das Unternehmen will nicht angeben, wie viele Kunden genau betroffen sind. Es handle sich aber um «einige Hundert».

Bereits zweite grössere Datenpanne

Nach der Panne setzte sich die Swisscom telefonisch direkt mit den betroffenen Kunden in Verbindung. Oft seien sie erst dadurch auf das Verschwinden ihrer Dateien aufmerksam geworden. Ausserdem bot das Unternehmen ihnen 50 Franken als Entschädigung an.

Wer mit dieser Entschädigung nicht einverstanden ist, hat kaum rechtliche Möglichkeiten. In den allgemeinen Geschäftsbedingungen hat sich die Swisscom für solche Pannen abgesichert und lehnt jegliche Haftung ab. Laut Internetanwalt Martin Steiger bleibt der Gang vor den Friedensrichter und – falls keine Einigung zustande kommt – eine Klage. Doch das sei teuer und die Daten seien sowieso für immer weg.

Bereits die zweite grosse Panne

Pro Kunde seien nur rund fünf Prozent aller Daten verschwunden, heisst es bei der Swisscom. Dies bestätigt ein Leser gegenüber dem «Tages Anzeiger». Ein weiterer erzählt jedoch, dass beinahe 90 Prozent seiner Dateien gelöscht worden seien. Er habe aber glücklicherweise Kopien auf einem lokalen Datenträger abgespeichert.

Dies stellt bereits die zweite grössere Datenpanne bei Swisscom dar. Ende 2017 wurde bekannt, dass die Daten von rund 800'000 Swisscom-Kunden in die falschen Hände geraten waren. Damals war allerdings nicht die Swisscom selbst, sondern eine Partnerfirma Schuld am Malheur.

(doz)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • richi am 12.07.2019 08:37 Report Diesen Beitrag melden

    Stümperhaft

    Keine Backupserver...das ist höchst unprofessionell. Gut, dass ich meine eigene cloud habe...inkl. Backup.

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  • El. Ing am 12.07.2019 08:45 Report Diesen Beitrag melden

    Cloudy

    Gibt es jemand den das wundert? Die grossen Konzerne haben ihre IT schon lange nicht mehr im Griff, geht ja auch nicht, nur noch Oberflächenwissen vorhanden, billige Arbeitskräfte, die unteren Layer kennen nur noch wenige. Wird noch schlimmer kommen, warten wir's ab

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  • Fritz am 12.07.2019 08:54 Report Diesen Beitrag melden

    Schon wieder

    Letztes Jahr hat die UBS Kundendaten ihrer Kunden-Cloud gelöscht. Nun die Swisscom. Wirft ein schlechtes Licht auf schweizer Cloudlösungen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Über den Wolken am 17.07.2019 07:15 Report Diesen Beitrag melden

    Seht das doch positiv

    Die Swisscom hat bewiesen, dass sie in der Lage ist, Daten unwiderruflich aus einer Cloud zu löschen. Das können lange nicht alle.

  • Jan am 16.07.2019 00:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selberschuld

    Ich würde gar nichts zahlen! Seit doch alle selberschuld! Schliesse morgen bei Swisscom ein neues Handyabo ab!

    • Antonov am 16.07.2019 20:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Jan

      Ist nicht jeder ein goat verdmter Whorainzone.

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  • Gary Great am 15.07.2019 15:10 Report Diesen Beitrag melden

    Swisscom hört auf mit dem Grössenwahn

    Wenn Swisscom jetzt endlich aufhören könnte sich mit Google und Amazon messen zu wollen und statt dessen sich darauf konzentrieren könnte, verlässliche lokale Basisdienste anzubieten. Danke.

  • leicht bewölkt am 15.07.2019 11:00 Report Diesen Beitrag melden

    Sicher ist das es nie sicher ist

    Etwas in fremde Hände zu geben ist genau so unsicher wie es bei Dir selbst ist. Es sind genügend unsichere Situationen vorhanden die einem ... Sei es Unwetter, Hagel, Sturm, Blitzeinschlag, Hochwasser, Brand, Murggang, Bergrutsch, Erdbeben u.s.w Wichtige Dinger sind mindestens an zwei getrennten Orten zu lagern. Bei Daten darf gerne ein Backup in die Cloud, ob iCloud, myCloud, deineCloud, oder seineCloud, oder BOX, Storebox, Dropbox, oder sonst eine Kiste oder Container. Das andere Backup sei lokal auf einer Harddisk (HDD), Solid State Disk (SSD), USB-Disk Stick oder SD MircoSD Speicherkarten

    • thomi am 15.07.2019 19:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @leicht bewölkt

      ein backup auf einem usb stick oder einer sd karte? kein backup ist sicherer als eines auf usb stick oder sd karte!!!

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  • Kunde am 15.07.2019 08:57 Report Diesen Beitrag melden

    Auch eine Chance

    die Lehren aus solchen Pannen mit den richtigen Schlüssen zu ziehen. Zufriedene Privatkunden sind auch für das KMU-Geschäft wichtig. Jeder Kunde zählt. Servicequalität über das ganze Angebot ist für Kundentreue ausschlaggebend.