An Konzert

14. Dezember 2018 12:48; Akt: 14.12.2018 12:48 Print

Taylor Swift sucht Stalker per Gesichtserkennung

Mit Hightech lässt sich eine Person in einer Menschenmenge in nur wenigen Sekunden identifizieren. Dies machen sich Behörden, aber auch Stars zunutze.

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«Ich wusste, dass du Probleme machst, als du reinkamst», sang der Popstar Taylor Swift schon 2012. Dass das sozusagen wortwörtlich gemeint war, zeigt ein Bericht des «Rolling Stone». Das Musikmagazin berichtet, dass die Zuschauer fotografiert worden seien, um per Gesichtserkennung Stalker des Popstars entdecken zu können. Die Bilder wurden mit einer entsprechenden Datenbank in einer Einsatzzentrale abgeglichen. (Foto: Symbolbild) Es ist nicht klar, ob Taylor Swift vom Einsatz der Technologie wusste. Eine Anfrage von «Rolling Stone» blieb bisher unbeantwortet. Überraschend wäre ein Einsatz von Gesichtserkennung an einem solchen Anlass hingegen nicht. Videoüberwachung und Gesichtserkennung sind international grosse Themen. Zum Beispiel in China ist die Entwicklung der Technologie weit fortgeschritten. In Städten werden dort mithilfe künstlicher Intelligenz und Gesichtserkennung Videobilder von Tausenden Überwachungskameras ausgewertet. Der BBC-Reporter John Sudworth versuchte 2017, dem System in der chinesischen Millionenstadt Guiyang zu entkommen. Dazu besuchte er die Überwachungszentrale und liess ein Bild von seinem Gesicht ins System einspeisen. Die Live-Bilder der Überwachungskameras laufen alle in einem grossen Kontrollzentrum zusammen. Wenn das System ein Gesicht erkennt, werden Beamte, die sich in der Nähe des Verdächtigen befinden, alarmiert. Bei dem Test der BBC dauerte es sieben Minuten, bis der Reporter vom System erkannt und in der Millionenstadt von Beamten gefunden wurde.

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«I knew you were trouble when you walked in», singt Taylor Swift im einem Lied von 2012. Dass das durchaus wortwörtlich gemeint ist, zeigt nun ein Bericht des «Rolling Stone». Das Musikmagazin schreibt, dass an ihrem Konzert in Pasadena in Kalifornien im Mai 2018 Hightech zum Einsatz gekommen sei, um Stalker zu identifizieren.

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So hing an einem Kiosk ein Bildschirm, der Videos von Proben der Show zeigte. Was die Zuschauer nicht wussten: Wer sich die Clips ansah, wurde fotografiert. Die Bilder wurden dann nach Nashville im US-Bundesstaat Tennessee in eine Einsatzzentrale übertragen. In diesem «Kommandoposten» wurden die Fotos automatisch mit Bildern von Hunderten von Stalkern des Popstars abgeglichen.

Vormarsch der Technologie

Das Vorgehen wirft viele Fragen auf, die «Rolling Stone» jedoch nicht beantwortet. Denn der Text ist nur eine Anekdote in einer grösseren Geschichte zum Thema «Zukunft der Unterhaltung».

Es ist auch nicht bekannt, ob Taylor Swift selbst von dem Einsatz der Gesichtserkennungstechnologie wusste oder ob damit Stalker identifiziert wurden. Der Einsatz der Technologie in einem Stadion ist jedoch wenig überraschend. So setzte zum Beispiel der EV Zug in der Bossard-Arena schon im Jahr 2012 ein Videoüberwachungssystem mit Gesichtserkennung ein, um die Stadionsicherheit zu erhöhen. Zugriff auf diese Daten hatten nur Staatsanwaltschaft und Polizei, wie die «Neue Luzerner Zeitung» damals berichtete.

Gesuchte Person unter 60'000 Fans

Wie effizient die Technologie ist, zeigt ein Fall aus China. Im April 2018 besuchte ein 31-Jähriger ein Konzert des Kantopop-Sängers Jacky Cheung aus Hongkong. Die Show fand in Nanchang in der Provinz Jiangxi mit 45,9 Millionen Einwohnern statt. 60'000 Fans besuchten das Konzert. Was der 31-Jährige – der von der Polizei gesucht wurde – nicht wusste: Am Eingang wurde jedes Gesicht gescannt.

Während Cheung gerade über eine Sommerromanze sang, wurden die Polizisten aktiv. Noch bevor der Refrain zu Ende war, wurde der Mann aus dem Publikum eskortiert, wie der «Sydney Morning Herald» damals schrieb. «Er war völlig schockiert, als wir ihn weggebracht haben», erklärte der Polizeioffizier Li Jin gegenüber der Nachrichtenagentur Xinhua. Mit dem gleichen System wurden im August 25 weitere Personen an einem Bierfestival mit mehr als zwei Millionen Besuchern gefasst.

Von Kühen und Menschen

Die chinesischen Behörden hoffen, mithilfe der Technologie mehr Verdächtige aufzuspüren und dereinst sogar Verbrechen vorherzusagen. Mit der Verhaltensanalyse beschäftigt sich auch David Hunt, der CEO von Cainthus. Die irische Firma setzt Überwachungskameras und computergestütztes Sehen ein, um das Verhalten von Nutzvieh vorherzusagen. Hunt beschreibt es gegenüber dem «New Yorker» etwas salopp als «Gesichtserkennung für Kühe».

In einigen Jahren werde man entscheiden müssen, inwiefern man diese Technologie auf Menschen übertrage, sagt Hunt. Mit ihrer Technologie könnten etwa Profisportler beim Training unterstützt oder Krankheiten diagnostiziert werden, bevor überhaupt Symptome für den Mensch sichtbar seien. Er mahnt aber auch zur Vorsicht. Es sei ein gefährliches Werkzeug, wenn es in die falschen Hände gerate. Hunt: «Wenn du dich nicht unglaublich bedroht fühlst, wenn du das erste Mal davon hörst, verstehst du nicht, was es ist.»

(tob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Verstellvertreter am 14.12.2018 13:35 Report Diesen Beitrag melden

    Warnung?

    Die ganze Technologie ist jetzt schon in falschen Händen.

  • Ruby am 14.12.2018 15:03 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Soso, weil einer ein Stalker ist, sollen alle anderen die gescannt werden ihre Privatsphäre aufgeben...

  • David 998 am 14.12.2018 14:17 Report Diesen Beitrag melden

    Taylor Swift mag ich immer weniger

    Wieso mögen viele diese 08/15 Sängerin. Ihre Songs haben weder eine Wiedererkennungswert (ausser bei dem Memes) noch strahlt sie etwas besonderes heraus.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Panezotti am 14.12.2018 16:35 Report Diesen Beitrag melden

    Ich habe da noch eine gute Idee

    Warum denn kein System entwickeln, wo man gewisse Menschen bei Steuerhinterziehung aufzeichnen kann?

    • Kritiker am 15.12.2018 22:15 Report Diesen Beitrag melden

      Keine Angst

      Die machen sich die Gesetze schon so dass es legal ist.

    einklappen einklappen
  • Luksa am 14.12.2018 15:52 Report Diesen Beitrag melden

    An alle Paranoiden

    einmal mehr der gesunde Grundsatz; Wer nichts zu verstecken hat, hat auch nichts zu befürchten. Privatsphäre ist für diejenigen die entweder nicht zu sich selber stehen können und ihre wahre Persönlichkeit nur in Einsamkeit oder Anonymität ausleben können oder diejenigen die wirklich etwas zu verbergen haben.

    • Kalumu am 17.12.2018 07:47 Report Diesen Beitrag melden

      Gesichtserkennung

      Ich gebe Ihnen nur bedingt recht weil die Gesichtserkennung zum teil nur bei 75% ist es könnte sehr schnell eine falsche Person Betreffen.

    • S.T. am 17.12.2018 13:50 Report Diesen Beitrag melden

      Weitreichende Konsequenzen

      Privatsphäre ist sehr wichtig und ausserdem möchtest sicherlich auch du nicht, dass der Staat und eine Handvoll an riesigen Technologiefirmen immer wissen, wo du bist und was du machst. Eine konstante Überwachung damit zu rechtfertigen, dass die, die nichts zu verbergen haben nichts befürchten müssen, ist eine sehr naive Ansicht, da NIEMAND nichts zu verbergen hat. Erkundige dich mal über Länder, in denen bereits eine extrem starke Überwachung der Einwohner erfolgt und schau, wie sich die Menschen fühlen, denen die Privatsphäre effektiv weggenommen wurde.

    • Literatur-Fan am 17.12.2018 13:57 Report Diesen Beitrag melden

      @Luksa

      Nein, das Recht auf eine Privatsphäre sollte jedem Menschen von Geburt an gegeben sein. Klar könnte es helfen Verbrecher zu erwischen, aber schon eine Cap und eine Sonnenbrille, was im Sommer nichts ungewöhnliches sind, oder Mütze und ein Schal im Winter, könnten das ganze je nach Stand der Technik überlisten... Und wenn wollen Sie wirklich in einem Überwachungsstaat leben? Ich für meinen Teil, lerne bereits jetzt schon Doppeldenk, um keine Gedankenverbrechen zu begehen.

    einklappen einklappen
  • Ruby am 14.12.2018 15:03 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Soso, weil einer ein Stalker ist, sollen alle anderen die gescannt werden ihre Privatsphäre aufgeben...

  • Stalker am 14.12.2018 14:35 Report Diesen Beitrag melden

    Geduld

    Warum ein Stalker suchen, nur nicht verstecken und der kommt von ganz allein durch die Haustür

  • PS;L am 14.12.2018 14:31 Report Diesen Beitrag melden

    Der Anfang des..

    George Orwell würde sich im Grabe umdrehen - Ihr ahnt nicht in was wir da hineinstolpern - nicht anderes als die komplette externe Kontrolle. Einfach schön im Deckmäntelchen der Angst und Sicherheit... Dies ist der Anfang des Endes