Prototyp

07. Februar 2011 16:37; Akt: 07.02.2011 17:45 Print

Universal-Ladegerät verzögert sich

Die EU-Industriekommissarin erhält morgen das erste einheitliche Ladegerät für Handys. Ob die Technik noch in diesem Jahr zu den Konsumenten kommt, ist fraglich.

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Ein europaweit funktionierendes Handy-Ladegerät soll im Kampf gegen den Elektroschrott helfen. (Bild: Keystone)

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Das lang ersehnte einheitliche europäische Ladegerät für Mobiltelefone nimmt langsam Form an. Morgen Dienstag soll in Brüssel ein erster Prototyp an EU-Industriekommissar Antonio Tajani übergeben werden, wie eine Kommissionssprecherin heute in Brüssel erklärte. Vom neuen Universal-Ladegerät sollen dereinst auch Schweizer Konsumenten profitieren, wie 20 Minuten Online berichtete.

Im Juni 2009 hatten sich 14 Smartphone-Hersteller auf die Entwicklung einer einheitlichen Schnittstelle für Mobiltelefone geeinigt, die zur Datenübermittlung fähig sind. Bei den Unternehmen handelt es sich um Apple, Emblaze Mobile, Huawei Technologies, LGE, Motorola Mobility, NEC, Nokia, Qualcomm, Research In Motion (RIM), Samsung, Sony Ericsson, TCT Mobile (Alcatel), Texas Instruments und Atmel. Vergangenen Dezember legten dann schliesslich die europäischen Normungsorganisationen die technischen Standards fest.

Damals rechnete die Kommission damit, dass die entsprechenden Geräte bereits in den ersten Monaten 2011 erhältlich sein würden. Eine allzu optimistische Einschätzung: Beim deutschen Informationswirtschaftsverband Bitkom heisst es nun, die ersten Ladegeräte würden «in diesem Jahr» in den Handel kommen.

Elektroschrott vermeiden

Vom einheitlichen Ladegerät verspricht sich die Europäische Kommission nicht nur eine deutliche Vereinfachung für die europäischen Verbraucher. Es geht auch um die Vermeidung von Elektroschrott, da bislang beim Kauf eines neuen Mobiltelefons nicht selten auch ein neues Ladegerät zum Einsatz kam. Nach Einschätzung von Bitkom könnte die Einführung der einheitlichen Schnittstelle auch Signalwirkung für andere Bereiche wie Digitalkameras, MP3-Player oder Navigationsgeräte haben.

(dsc/ap)