Schwere Vorwürfe

14. Juli 2014 09:17; Akt: 14.07.2014 10:08 Print

Verdacht auf Kinderarbeit bei Samsung-Zulieferer

Minderjährige sollen elf Stunden pro Tag für einen Zulieferer von Samsung arbeiten. Nach Druck von aussen untersucht der Smartphone-Hersteller nun den Fall.

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Samsung wolle die Zusammenarbeit mit einem chinesischen Zulieferer beenden, sollte dieser tatsächlich Kinder angestellt haben. (Bild: Keystone/Yonhap)

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Der südkoreanische Handyhersteller Samsung Electronics hat die Zusammenarbeit mit einem chinesischen Zulieferer wegen des Verdachts auf Kinderarbeit ausgesetzt. Beim Partner Dongguan Shinyang Electronics habe es ein «illegales Einstellungsverfahren» gegeben, teilte Samsung am Montag mit.

Die chinesische Firma war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Vergangene Woche hatte die in den USA ansässige Menschenrechtsgruppe China Labor Watch einen Bericht veröffentlicht, wonach die chinesische Firma Minderjährige beschäftigt. Man wisse von mindestens fünf Kindern, die ohne Vertrag bei dem Zulieferer arbeiteten. Laut der Tech-Plattform The Verge sollen die jungen Arbeiter ein tägliches Pensum von rund elf Stunden absolviert haben. Bezahlt worden seien nur zehn Arbeitsstunden.

Sind die Kontrollen ineffizient?

Samsung zufolge überprüfen auch die chinesischen Behörden den Fall. Sollte sich der Verdacht bewahrheiten, würden alle Geschäftsbeziehungen zum Zulieferer gekappt. Samsung selbst habe bei früheren Überprüfungen keinen Hinweis auf Kinderarbeit bei Dongguan Shinyang Electronics gefunden, schreibt das Unternehmen in einem Blogeintrag. China Labor Watch hat dem südkoreanischen Konzern vorgeworfen, seine Kontrollen seien ineffektiv.

Es ist nicht das erste Mal, dass Samsung in Zusammenhang mit Kinderarbeit Schlagzeilen macht. Bereits im August 2012 hat sich die NGO China Labor Watch bei einem chinesischen Samsung-Zulieferer eingeschleust und mit den Minderjährigen gesprochen, die dort Telefone und DVD-Player zusammensetzen. In der heimlich inspizierten Fabrik im südchinesischen Huizhou seien sieben Mitarbeiter unter dem gesetzlichen Mindestalter von 16 Jahren angestellt gewesen. Es dürften in der Fabrik aber noch weit mehr Kinder beschäftigt sein, vermutete China Labor Watch damals.

Überstunden werden nicht bezahlt

Auch in Europa kam es zu Klagen: Im Februar 2013 haben drei französische Nichtregierungsorganisationen wegen Kinderarbeit und mangelnder Sicherheitsstandards Klage gegen Samsung eingereicht. Damals sind in einer für den Konzern produzierenden Fabrik in China zehn Kinder unter 16 Jahren beim Arbeiten angetroffen worden. Häufig müssten in Fabriken zudem nicht bezahlte Überstunden geleistet werden, hiess es in der Anklageschrift.

(sts/sda)