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15. Oktober 2010 09:19; Akt: 15.10.2010 09:53 Print

Verwirrung um Spenden

Monebybookers hat das Konto von WikiLeaks gesperrt. Dafür sollen die USA und Australien gesorgt haben. Das Unternehmen bestreitet dies.

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WikiLeaks: Moneybookers hat das Konto der Whistleblower-Website gesperrt.

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WikiLeaks-Boss Julian Assange hat gegenüber guardian.co.uk schwere Vorwürfe gegen die US-Regierung erhoben. Sie soll dafür gesorgt haben, dass der Web-Bezahldienst Moneybookers den Account der Seitenbetreiber gesperrt hat.

Denn die Amerikaner sollen die Website auf eine entsprechende Liste gesetzt haben, die australische Regierung soll dies ebenfalls getan haben. Dies soll passiert sein, nachdem WikiLeaks im Juli rund 80 000 geheime US-Militärdokumente zum Krieg in Afghanistan veröffentlicht hatte. Wie es in einer E-Mail von Moneybookers an Assange hiess, sei der Account zunächst unter anderem wegen des Verdachts auf Geldwäsche eingefroren worden. Als die Regierungen WikiLeaks auf ihre Listen setzten, habe man sich entschieden, die Geschäftsbeziehung zu beenden, hiess es in einer anderen Nachricht. Einen weiteren Kommentar gab Moneybookers bislang nicht ab. Die PR-Agentur des Unternehmens bestritt in einer Stellungnahme einen Zusammenhang mit einer Intervention der USA oder Australiens. Was mit den Spenden passierte, ist noch unbekannt. Kommentare der Regierungen gibt es bislang nicht.

Weltweit bekannt geworden war die Whistleblower-Plattform, als sie im April das Video eines US-Helikopterangriffs in Bagdad ins Netz gestellt hatte. US-Kampfpiloten lachen während des Angriffs «über die toten Bastarde» und «schiessen noch ein bisschen weiter». Zwölf Menschen sterben – darunter auch zwei Journalisten.

(hst)