Fernsteuerung

14. Februar 2011 12:37; Akt: 14.02.2011 15:03 Print

Vom Strand aus die Wohnung im Griff

In Luzern wird an der Haussteuerung der Zukunft geforscht. Die Online-Überwachung von Haus und Wohnung ist erst der Anfang.

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Sand abwischen, Netbook oder Tablet starten und übers Internet zuhause nach dem Rechten schauen: Dies könnte dank moderner Haussteuerungsanlagen in Zukunft zum Ferienalltag gehören. (Bild: Keystone)

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Mit Internet und Fernsteuerlösungen kann von unterwegs zu Hause nach dem Rechten geschaut werden. Dank der modernen Technik weilt ein digitales Auge im eigenen Heim, auch wenn man selbst am Arbeiten ist, im Zug pendelt oder gar in der Karibik an der Sonne liegt.

Über das Internet kann man aber nicht nur beobachten und überprüfen, sondern das eigene Heim auch gleich fernsteuern.
Den Videorekorder in der Stube aus dem Büro zu programmieren ist dabei noch der einfachste Trick. Fernprogrammierung nennt etwa Swisscom die Funktion, bei der man via Browser oder Smartphone eine Aufnahme auf dem heimischen Swisscom-TV-Recorder aktivieren kann.

Bei modernen Haussteuerungsanlagen kann zusätzlich der Rasensprenkler eingeschaltet oder im Winter die Sauna vorgeheizt werden, während man selbst in der Gartenbeiz sitzt oder noch über die Skipiste flitzt. Dass man von unterwegs auch einfach auf die heimische Musiksammlung zugreifen oder gar den Heim-PC komplett wie von Geisterhand fernsteuern kann, ist ebenfalls dem Internet zu verdanken.

Internet als Nabelschnur

Dank Breitbandverbindungen via Telefon- oder Fernsehkabel sind heute rund 70 Prozent der Haushalte permanent mit dem Internet verbunden. Das dazugehörige Modem arbeitet meist rund um die Uhr, also auch dann, wenn niemand zu Hause ist.

Schliesst man an das Modem per Ethernetkabel oder mittels drahtlosem Netzwerk autonome Geräte an, können diese permanent oder auf Abruf Informationen an jeden Ort der Welt mit Internetanschluss übermitteln. Zu den bekanntesten und nützlichsten autonomen Hausgeräten mit Internetanschluss gehören Netzwerkkameras. Diese verfügen über genügend Intelligenz, dass sie auch ohne eingeschalteten PC ein Livevideobild ins Internet übertragen.

Dieses lässt sich auf einem beliebigen PC im Browser oder auch auf einem Smartphone anzeigen. Luxusmodelle haben sogar integrierte Überwachungsfunktionen. Wird beispielsweise im Bereich der Haustüre eine Bewegung erkannt, wird via E-Mail ein kleiner Videofilm verschickt oder ein SMS ausgelöst.

Netzwerkkameras müssen aber selber genügend Sicherheit bieten, damit nicht plötzlich Fremde in die Wohnung blicken. Die nötigen Passwörter sollte man also nicht zu banal wählen. Einstiegsgeräte gibt es bereits ab hundert Franken. Professionellere Modelle ab 500 Franken bieten dank Zoomoptik und motorisierter Beweglichkeit mehr Details und Rundumsicht oder sehen dank Infrarotleuchte sogar im Dunkeln.

Findige Computeranwender können sich sogar eine eigene Mini-Heimüberwachung mit einem billigen Netbook mit integrierte Kamera basteln. Auf diesem PC installieren sie die Telefonsoftware Skype, welche auch Gespräche mit Livevideo bietet. Das Netbook, das allerdings eingeschaltet bleiben muss, nimmt Anrufe vom eigenen Handy automatisch an und zeigt dann per Videobild, was sich vor der Linse des Netbooks abspielt.

Daten holen und PC bedienen

Immer einfacher lässt sich aus der Ferne auch auf zu Hause gelagerte Daten zugreifen. Auch dazu muss kein PC mehr eingeschaltet bleiben, weil Netzwerkfestplatten sich selbständig mit dem Internet verbinden. Sämtliche Dateien, seien es Dokumente, Fotos oder Musikfiles, lassen sich dann in jedem beliebigen Browser auf PC und Smartphone anzeigen, abspielen und herunterladen.

Nötigenfalls lässt sich sogar ein PC zu Hause komplett aus der Ferne bedienen. Da moderne PC sogar über das Netzwerk aus einem stromsparenden Schlummermodus aufwecken lassen (Wake-on-LAN), verträgt sich das auch mit dem ökologischen Gewissen.

Haussteuerung ist Zukunft

Am meisten Komfort verspricht allerdings in Zukunft eine zentrale Haussteuerung. Dabei wird meist der Grundriss der Wohnung mit allen Gerätschaften im Browser abgebildet. Mittels Mausklick kann man Lichter ein- und ausschalten, die Temperatur regeln oder gar den Sprinkler im Garten aktivieren.

Viele Komponenten für die Haussteuerung verstehen sich mit der Internettechnik und dank modularer Bauweise lassen sich Wohnungen auch nachträglich technologisch auf den neusten Stand bringen. Wie intelligent ein modernes Zuhause sein kann, lässt sich beispielsweise im iHome-Lab (www.ihomelab.ch) der Hochschule Luzern erleben. Dort haben Wissenschaftler und die Industrie das Machbare verwirklicht und demonstrieren allmonatlich bei öffentlichen Anlässen, wie in der Zukunft gewohnt werden kann.

(sda)