Rechtsstreit

14. Januar 2010 16:28; Akt: 14.01.2010 17:02 Print

Wegen WLAN wird Auto zum Schlafzimmer

Ein Mann aus Santa Fe im US-Bundesstaat New Mexico hat seine Nachbarin verklagt, weil sie ihren Router nicht ausschalten will. Der Kläger leidet an einer Elektrosmog-Unverträglichkeit und muss nach eigenen Angaben im Wagen übernachten, weil die meisten Hotels ihren Kunden drahtloses Internet anbieten.

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WLAN: Für Gesundheitsprobleme verantwortlich? Bild: Fotomontage

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Laut einem Bericht der Tageszeitung «New Mexican» will Arthur Firstenberg seine Nachbarin Raphaela Monribot von einem Richter dazu zwingen lassen, sämtliche Geräte abzuschalten, die Elektrosmog produzieren. Nach eigenen Angaben verursacht die Strahlung Firstenberg unter anderem Magenschmerzen und Gedächtnisprobleme. Ob elektromagnetische Strahlung allerdings gesundheitsgefährdend ist, darüber streiten Wissenschaftler seit Jahren.

Im Sommer 2009 hatte 20 Minuten Online unter Berufung auf die Zeitung «The Sun» über den britischen DJ Steve Miller berichtet, der, geriet er in die Nähe eines Hot-Spots, unter unter Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit litt. «Ich fühle mich wie ein Ausserirdischer auf meinem eigenen Planeten. Es gibt kaum noch einen Ort, an dem es kein WLAN gibt», erzählt der Geplagte in einem Interview mit «thesun.co.uk».

Ohne gute Organisation lief in Millers Leben überhaupt nichts mehr: «Wenn ich Lust auf ein Bier in Gesellschaft habe, muss ich fast fünf Kilometer in einen Pub reisen, der kein WLAN hat», erklärt er. In der Stadt mal eben Lebensmittel oder Kleider einkaufen? Daran ist längst nicht mehr zu denken. Um dem Elektrosmog zu entgehen, bewohnt er ein abgelegenes Haus in der Nähe der Ortschaft Falmouth, Cornwall. Allerdings hatte sich die Geschichte im Nachhinein als PR-Coup herausgestellt. Wenig später hatte der DJ ein Album namens «Electrosensitive» veröffentlicht, worauf die Seite arstechnica hinwies.

(hst)