SMS 2.0

14. April 2019 07:48; Akt: 14.04.2019 11:22 Print

Swisscom will Whatsapp Konkurrenz machen

Noch dieses Jahr soll der RCS-Standard auf den Markt kommen. Gemäss einem Telekom-Experten sind die Chancen, dass er sich durchsetzt, aber gering.

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SMS, Short Message Service, war gestern. Telekom-Anbieter überall auf der Welt ersetzen den Dienst nach und nach mit RCS, Rich Communication Services, die oft auch SMS Standard 2.0 genannt werden. Auch die Swisscom arbeitet daran, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet.

Mit RCS kann über die normale Nachrichtenfunktion des Telefons, mit der normalerweise SMS verschickt werden, kommuniziert werden. Dies beinhaltet Textnachrichten, Videotelefonie und Sprachnachrichten. Ebenfalls ist es möglich, Chat-Gruppen zu erstellen und Emojis zu verschicken.

«Swisscom kommt viel zu spät»

Der Vorteil dabei ist, dass keine zusätzliche App installiert werden muss. Ausserdem können grosse Internetkonzerne wie Facebook oder Google keine persönlichen Daten über RCS sammeln. Dies würde die SMS-Funktion von Telefonen, die mittlerweile 30 Jahre alt ist und bei der es noch immer eine Zeichenbeschränkung von 160 Zeichen gibt, abschaffen.

Gemäss Telekom-Experte Ralf Beyeler von Moneyland.ch sind die Chancen, dass sich RCS gegen Whatsapp durchsetzen wird, allerdings gering. «Die Swisscom kommt viel zu spät damit, und Whatsapp ist einfach zu stark etabliert», sagt er zu 20 Minuten.

Eine weitere Hürde: Bei der Kommunikation per RCS muss der Gesprächspartner einen Provider haben, der ebenfalls RCS anbietet. Konkret: Swisscom-Kunden könnten nur mit anderen Swisscom-Kunden RCS-Nachrichten austauschen. Ist das nicht der Fall, wird die Message in ein normales SMS umgewandelt. «Und wer will schon eine Nachricht aus dem Steinzeitalter», kommentiert Beyeler.

Einführung noch 2019

Die Swisscom will diese Technologie noch in diesem Jahr einführen. Dies ist problemlos möglich, da RCS auf praktisch allen Smartphones läuft. Viele Android-Geräte verfügen bereits über diesen Standard. Apple hat sich noch nicht entschieden, ob das Unternehmen nachziehen wird. Bisher nutzen iPhones den eigenen iMessage-Dienst für das Versenden von Nachrichten. Es ist aber absehbar, dass dies früher oder später geschehen wird, da grosse Telekommunikationsfirmen wie AT&T oder Vodafone auf RCS umstellen und es sich dabei um die besten Kunden Apples handelt.

(roy/doz/vb)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Watermelon am 14.04.2019 07:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    IO

    Und vor ein paar Jahren wurden Millionen in dem io-messenger verlocht! Sogsr Tina Turner wurde zum Werbeträger gemacht..

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  • Max König am 14.04.2019 07:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hmm...

    Die kleine Swisscom gegen den Weltkonzern Facebook. Wird wieder viel kosten aber keiner wirds nutzen.

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  • engadinpictures am 14.04.2019 08:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    CH Massenger gibt es schon

    Threema Massenger ist ein CH Produkt mit Servern in CH... seit 6Jahren benutze ich diesen. Die meisten Firmen in CH benutzen diesen Massenger für sichere Verbindungen, kann 1:1 verschlüsselt werden

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Die neusten Leser-Kommentare

  • marko 34 am 14.04.2019 22:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schrecklich

    Schrecklich

  • Martin Fischer am 14.04.2019 19:56 Report Diesen Beitrag melden

    RCS ist für die Füchse.

    RCS hätte von Swisscom schon letztes Jahr eingeführt werden sollen - ich glaub's wenn ich es sehe. Abgesehen davon: der Dienst ist sinnlos. Er sieht keine Verschlüsselung vor. Stattdessen einfach Signal, Threema oder einen anderen x-beliebigen Messenger mit Verschlüsselung nehmen. RCS funktioniert zudem auch nur unter Android nahtlos (ist ja auch ein Dienst, der massgeblich von Google beeinflusst wird, daher schon klar, wohin die Daten gehen) - für's iPhone wird eine separate App dafür benötigt -> doppelt sinnlos.

  • Lukas I. am 14.04.2019 19:52 Report Diesen Beitrag melden

    Threema ist keine Alternative

    Achtung! Threema ist nicht open source (sowohl Client als auch Server), die Sicherheit, dass die Daten nicht weiter verwendet werden kann hier also nicht gewährleistet werden! Benutzt besser XMPP mit OMEMO auf einem eigenen Server.

  • Ehemaliger IO Nutzer am 14.04.2019 17:47 Report Diesen Beitrag melden

    IO war dasselbe

    IO war ja bereits ein Ersatz, wurde aber eingestellt!

  • Beni am 14.04.2019 16:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blödsinn

    Ich weiss nicht was Swisscom sich dabei denkt! 500 Mitarbeiter entlassen und das Geld für solch einen Müll investieren! Wie schon erwähnt, in etwas investieren was keine Chance hat gegen Whatsapp usw. Wie auch schon erwähnt was IO von Swisscom ein riesen Flop! Immer weiter so Swisscom...