Im Netz auffindbar

25. Februar 2020 11:08; Akt: 25.02.2020 11:08 Print

Whatsapp-Chats sind nicht so sicher, wie du denkst

Via Suchmaschine kann man Hunderttausenden Whatsapp-Chats beitreten und diese mitlesen. Das sei problematisch, warnen Experten.

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Hunderttausende Einladungslinks zu teilweise privaten Gruppen-Chats von Whatsapp waren bei Google und anderen Suchmaschinen auffindbar. Entdeckt hat dies ein deutscher Journalist. Nach dem Bekanntwerden hat man darauf reagiert. Die Links werden nun nicht mehr via Google angezeigt. : Whatsapp und Instagram erhalten neue Namen. Künftig werden sie offiziell Whatsapp from Facebook und Instagram from Facebook heissen. Bei seiner VR-Brillen-Firma Oculus hat Facebook den Schritt bereits vollzogen. US-Medien gehen davon aus, dass Facebook wohl aufgrund kartellrechtlicher Überlegungen zu dem Schritt bewegt wurde. So kennt man den Messenger Whatsapp. Die Benutzeroberfläche hat ein helles Design. Das könnte sich aber schon nächsten Monat ändern. Wie Wabetainfo.com berichtet, arbeiten die Entwickler des Messengers nämlich schon seit längerem an einem sogenannten Dark Mode. Der Dunkelmodus für iPhones könnte noch im September kommen. Apple hat im Juni 2019 an seiner Entwicklerkonferenz WWDC angekündigt, dass mit dem mobilen Betriebssystem iOS 13 im Herbst ein Dunkelmodus kommt. Der Dark Mode soll einerseits die Augen, andererseits aber auch den Akku weniger beanspruchen. Facebook gibt bekannt, dass in der Storys-Funktion von Whatsapp ab dem Jahr 2020 Werbung angezeigt werde. Im Mai des Jahres 2018 verliess Jan Koum, einer der Mitgründer von Whatsapp, den Facebook-Konzern um CEO Mark Zuckerberg. Der andere Mitgründer hatte das Unternehmen zu diesem Zeitpunkt bereits verlassen. Ein Grund dafür war, dass Facebook entschieden hatte, auf Whatsapp Werbung zu zeigen. «Ich habe die Privatsphäre der Nutzer verkauft», erklärte Whatsapp-Mitgründer Brian Acton in einem Interview mit «Forbes». Damit müsse er nun jeden Tag leben. Im Interview mit «Forbes» erzählte Acton zudem, warum er sich dafür entschieden habe, das Unternehmen zu verlassen, und welche Konsequenzen dies hatte. Im April 2015 verzeichnete Whatsapp erstmals 800 Millionen aktive Nutzer und galt deshalb als der am schnellsten wachsende Internetdienst der Geschichte. Innerhalb von fünf Jahren wird aus der zu Beginn relativ einfachen App ein erfolgreicher Dienst, um Nachrichten zu übermitteln. So erfolgreich, dass Facebook am 19. Februar 2014 Whatsapp für 19 Milliarden US-Dollar – 4 Milliarden in bar, den Rest in Form von Facebook-Aktien – kauft. Nach dem Verkauf an Facebook wechselte Mitgründer Jan Koum (Bild) in den Verwaltungsrat des Konzerns. Whatsapp Inc. wird im Jahr 2009 in Santa Clara im US-Bundesstaat Kalifornien von Jan Koum und Brian Acton gegründet. Der Name ist ein Wortspiel aus dem englischen What's up? (Was ist los?) und enhält das Wort App.

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Wer einen Einladungslink zu einer Whatsapp-Gruppe kennt, kann dieser beitreten, mitlesen und sehen, wer noch dabei ist. Das ist praktisch, wenn man etwa Verwandte zum Familien-Chat oder Freunde für die Planung der anstehenden Ferien einladen will.

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Dass bei diesen privaten Chats Fremde mitlesen könnten, ist ein Problem. So ist einem Twitter-Nutzer aufgefallen, dass die Links für die Gruppeneinladungen von Googles Suchmaschine erfasst werden.

Halbe Million Resultate

«Deine Whatsapp-Gruppen sind vielleicht nicht so sicher, wie du denkst», schreibt Jordan Wildon, Journalist beim Radiosender Deutschen Welle auf Twitter. Mit einer bestimmten Suchanfrage lassen sich nämlich rund eine halbe Million Resultate finden.

So gibt es zahlreiche Links zu Gruppen, über die pornografische Inhalte geteilt werden. Auch findet sich eine Reihe von Gruppen mit heiklem Inhalt. Vice.com fand bei ihrer Recherche eine private Gruppe einer Nichtregierungsorganisation. Die Telefonnummern der 48 Mitglieder konnten dabei eingesehen werden.

So landen die Links bei Google

Wie aber landen diese Links auf Internetsuchmaschinen? Darauf gibt es eine einfach Antwort. «Suchmaschinen listen Seiten aus dem offenen Web auf. Genau das passiert hier. Es ist nicht anders als in jedem anderen Fall, in dem eine Website das öffentliche Auflisten von URLs erlaubt», erklärt Danny Sullivan von Google via Twitter. Die Links wurden also öffentlich geteilt.

Auch Whatsapp hat sich zum Fall geäussert: «Gruppen-Admins können jeden Whatsapp-Nutzer einladen, der Gruppe beizutreten, indem sie einen von ihnen generierten Link freigeben. Wie alle Inhalte, die in durchsuchbaren, öffentlichen Kanälen freigegeben werden, können auch die im Internet veröffentlichten Links von anderen gefunden werden», erklärt ein Whatsapp-Sprecher bei Vice.com. Die Einladungslinks für privat gedachte Gruppen solle man darum niemals öffentlich teilen.

Unsichtbar gemacht

Dass die Links von Suchmaschinen erfasst werden, ist offenbar schon länger der Fall. Ein Programmierer legte den Verantwortlichen schon im Jahr 2016 die Problematik dar. Jetzt kommt allerdings Bewegung in die Sache. Google liefert zurzeit keine entsprechenden Ergebnisse mehr zurück.

(tob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tinu Tobler am 25.02.2020 11:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mär

    Wer glaubt denn heute noch an das Märchen von Internet Sicherheit? Wohl nur die, die auch noch an den Storch als Kinderbringer glauben.

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  • T.T am 25.02.2020 11:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ausgezeichnrt

    Gut habe ich noch nie gedacht dass WhatsApp sicher ist ;)

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  • Pixel am 25.02.2020 11:29 Report Diesen Beitrag melden

    Sicherheit ist eine Illusion

    Zitat: Whatsapp-Chats sind nicht so sicher, wie du denkst! Wer geglaubt hat, dass Whatsapp überhaupt irgend eine Sicherheit bietet, dem ist wahrlich nicht mehr zu helfen. Da liest der Mark Zuckerberg und diverse Staatliche Organisationen ungehindert mit. Als Unternehmen mit Sitz in den USA besteht die Verpflichtung diese "Hintertürchen" offen zu halten. Wenn da ein paar Lücken im Zaun sind, auch wenn sie nur für einen ausgesuchten Kreis von Leuten gedacht waren, werden irgendwann auch ungebetene Gäste durchschlüpfen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • ErichF am 26.02.2020 19:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was soll s.....

    wir sind nun mal gläsern geworden. Es gibt wohl keinen Bereich mehr wo man bei uns nicht mehr einsehen kann und ich denke, dass sind nicht nur irgendwelche Hacker sondern auch der Staat

  • Experte für sichere Sicherheit am 26.02.2020 13:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mit sicherer Sicherheit!

    Sicher ist nur, dass NICHTS sicher ist!

  • Rônin am 26.02.2020 12:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kauft Threema

    Threema ist sicher, kostet halt 3 Franken

    • webarch am 26.02.2020 13:18 Report Diesen Beitrag melden

      100 % Sicherheit gibt es nicht

      so ein schwachsinn, auch threema ist nicht sicher. alles was online ist, kann man hacken. eine 100 % sicherheit gibt es nicht. wer anderes glaubt, glaubt auch, dass der storch die kinder bringt.

    • Rônin am 26.02.2020 14:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @webarch

      In der digitalen Welt gibt es keine 100% Sicherheit. Denn noch ist Threema sicherer als WApp

    • Hedy am 26.02.2020 20:05 Report Diesen Beitrag melden

      am besten gar nichts oder SMS

      nur SMS, Threema ist auch für Sektenmitglieder.

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  • PS;L am 26.02.2020 10:18 Report Diesen Beitrag melden

    Cpt Obvious

    Was Facebook ist nicht vertrauenswürdig, wer hätte das Gedacht?!?

  • Zwieback am 26.02.2020 09:25 Report Diesen Beitrag melden

    Hurra, ich bin Prominent!

    Hey, ich muss wohl wichtig sein! Weltkonzerne interessieren sich für mein Internet Aktivitäten, die CIA überwacht mich schon lange und jetzt habe ich auch noch Followers ohne dass irgendwo einen Account haben muss.

    • Sandy am 26.02.2020 20:05 Report Diesen Beitrag melden

      Personaltante

      Spätestens bei der nächsten Bewerbung könnte es wichtig sein.

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