Neue Ergebnisse

16. Mai 2019 09:52; Akt: 16.05.2019 09:52 Print

Wie das Streaming von Musik dem Klima schadet

Dank Online-Musikhören müssen weniger physische Tonträger produziert werden. Doch für die Umwelt hat das Modell einen entscheidenden Nachteil.

Musik wird erst seit einigen Jahren gestreamt. Früher sah dies anders aus. Ein kleiner Abriss der Musikindustriegeschichte. (Video: V. Hug)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Noch nie mussten Hörerinnen und Hörer weniger für Musik bezahlen als heute. Gleichzeitig waren die Umweltauswirkungen des Musikhörens noch nie grösser als jetzt. Das ergab die Studie «The Cost of Music» der University of Glasgow und der University of Oslo.

Umfrage
Wie hören Sie Ihre Musik?

Zwar sind laut den Forschern die wirtschaftlichen Kosten des Musikkonsums in den letzten Jahrzehnten gesunken, dessen CO2-Ausstoss ist aber deutlich gestiegen. Wie kommt das?

Weniger Kunststoff

Dank Musikstreamingdiensten wie Spotify, Apple Music, Youtube, Amazon oder Pandora ist die gesamte Kunststoffproduktion in der Musikindustrie zurückgegangen. Im Spitzenjahr der Vinylproduktion 1977 wurden jährlich 58 Millionen Kilogramm Kunststoff verbraucht. 1988, als die Kassette ihren Höhepunkt feierte, verbrauchte die Industrie 56 Millionen Kilogramm. Im CD-Jahr 2000 stieg der Wert gar auf 61 Millionen Kilogramm an.

Dann setzte die Trendwende ein. Bis ins Jahr 2016 fiel die benötigte Menge an Kunststoff auf gerade einmal noch 8 Millionen Kilogramm. Auf den ersten Blick scheint das eine äusserst gute Nachricht zu sein.

Mehr Treibhausgase

Kyle Devine, Professor für Musik an der University of Oslo, und Co-Autor der Studie sagt: «Diese Zahlen könnten darauf hinweisen, dass das Herunterladen und Streamen von Musik umweltfreundlicher geworden ist. Ein ganz anderes Bild ergibt sich jedoch, wenn wir über die Energie nachdenken, die für das Online-Musikhören aufgewendet wird.»

Um dies aufzuzeigen, haben die Forscher die benötigte Energie für die Kunststoffherstellung und für die Stromerzeugung für das Speichern und Streamen von Musik in Treibhausgasäquivalente umgewandelt. Die Studie zeigt, dass die Treibhausgasemissionen von 1977 bis 2000 nur kleinen Schwankungen ausgesetzt waren, in jüngerer Zeit aber in die Höhe geschossen sind. Für 2016 wurden allein für die USA Werte von 200 bis über 350 Millionen Kilogramm geschätzt.

«Der CO2-Ausstoss ist deutlich höher als zu jedem früheren Zeitpunkt in der Musikgeschichte», sagt Dr. Devine. Der Grund dafür sei, dass man für das Streamen, Herunterladen und Sichern von Musik Geräte mit Internetanschluss brauche, die deutlich mehr Energie benötigten als andere Wiedergabegeräte.

(vhu)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • James am 16.05.2019 09:59 Report Diesen Beitrag melden

    So ein blöder Mist

    Sorry, aber das Herstellen von Tonträgern, deren Verteilung im Verkaufsladen etc. verbraucht insgesamt VIEL mehr Energie. Hört doch auf, solche Märchen zu verbreiten, ehrlich!

    einklappen einklappen
  • Walter am 16.05.2019 10:06 Report Diesen Beitrag melden

    Unnötige Storys über Klima schaden

    Hört doch mit dem ganzen auf! Selbst ein- und ausatmen ist schädlich fürs Klima. das ganze hat Grenzen! Die Herstellung einer Batterie für ein E-Fahrzeug braucht so viel CO2 wie ein Diesel Fahrzeug in 7 Jahren Produziert. Also liebe Klima Leute einfach mal Ruhig werden. Danke.

    einklappen einklappen
  • Massimo am 16.05.2019 10:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Klima-Kids sollten nicht nur reden

    Die Klima Kids sollten besser mal etwas echtes leisten als nur auf die Strasse zu gehen und herum zu brüllen! Wie wärs mit Verzicht auf Handy, Tablett, Laptop und tv? Zur schule zu Fuss oder mit dem Velo (ohne Motor und Akku!). Verzicht auf importierte Marken-Kleider aus Asien (es gibt genug gebrauchte Kleider und Schuhe hier). Flicken von Kleidern mit der nähmaschine. Verzicht auf Flugreisen, Heizung im Zimmer auf 18 grad, und warm-duschen Max. 5 min./Tag. Zudem kein fast-Food, sondern selber kochen. Wenn alle Kids statt zu "streiken" das tun würden, wäre der Umwelt mehr geholfen.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • gopfertaminomale am 17.05.2019 17:00 Report Diesen Beitrag melden

    Ach ihr und euer Klima-Geschwafel.

    Wenns euch hier auf der Erde nicht passt, dann baut doch einfach ein Raumschiff und fliegt zum Mars.. da wärt ihr viel glücklicher...

  • Andi Schlatter am 17.05.2019 15:48 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Witz

    Als ob man die Infrastruktur und das Internet nur zum streamen benötigt. Schon fast eine Schande, sowas zu veröffentlichen.

  • O.Wotter am 17.05.2019 11:30 Report Diesen Beitrag melden

    Unsinnige Artikel wie oben unterbinden

    es gibt Gletscher die momentan und Jahr für Jahr am wachsen sind...zu lesen ist davon nie etwas. Dürfte daran liegen dass auf Wachstum keine ceoozwei Steuern erhoben werden können. Aber auf Streaming ganz sicher...

  • Claude am 16.05.2019 21:04 Report Diesen Beitrag melden

    Skepsis pur...

    Wird bei dieser Studie nicht vergessen, dass abspielen der CD auch strom und Hardware gebraucht wird? Wurde das wirklich berücksichtigt? Ich habe noch nie eine realistische Gegenüberstellung, die alle Komponenten einschliesst. Kann irgenwo die Arbeiten eingesehen werden mit allen parametern? Andernfalls ist das Wertlos.

  • Max Brown am 16.05.2019 18:17 Report Diesen Beitrag melden

    Es müsste heissen:

    "Wie das Streaming von Musik den Musikern schadet" Was nützen steinreiche Steaming-Dienste wenn dem Musiker selber nichts bleibt und deshalb richtige(!) Musiker langsam aussterben?

    • CHer am 16.05.2019 20:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Max Brown

      Gibt ja genügend Youtuber und Influenzer, welche uns tagtäglich mit bester Musik berieseln.

    einklappen einklappen