Schikane und Geldprobleme

29. Januar 2010 13:32; Akt: 29.01.2010 15:11 Print

Wikileaks streicht vorübergehend die Segel

Die Whistleblower-Seite Wikileaks hat es sich auf die Fahne geschrieben, all jenen zur Seite zu stehen, «die unethisches Verhalten in ihren eigenen Regierungen und Unternehmen enthüllen wollen.» Wegen Geldproblemen muss der Dienst nun vorübergehend eingestellt werden.

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PayPal legt Wikileaks Steine in den Weg.

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In der Vergangenheit machte Wikileaks immer wieder durch die Veröffentlichung brisanter Dokumente von sich reden. Zuletzt hatte die Website im November Schlagzeilen gemacht, weil dort eine halbe Million Textnachrichten vom 11. September 2001 veröffentlicht wurden. Die teils privaten, teils aus Regierungsquellen stammenden Meldungen zeichnen ein beklemmendes Bild der Terroranschläge, wie 20 Minuten Online berichtete.

Zurzeit sehen sich die Wikileaks-Betreiber allerdings mit finanziellen Problemen konfrontiert, die Server- und Administartionskosten sind offenbar zu hoch geworden. Ausserdem sind fünf Vollzeitangestellte und etwa 800 freiwillige Helfer nicht mehr bereit, ohne jegliches Honorar zu arbeiten. Deshalb starteten sie einen Spendenaufruf mit dem Titel «We protect the world – but will you protect us?». Im Rahmen dieser Aktion wurde beim Online-Bezahldienstanbieter PayPal ein Konto eröffnet. Nachdem bereits 135 000 US-Dollar einbezahlt wurden, sperrte PayPal das Konto unerwartet, ohne jegliche Erklärung (20 Minuten Online berichtete).

Um den Betrieb aufrecht zu erhalten und die Personalkosten zu decken seien jedoch 600 000 US-Dollar pro Jahr nötig, steht auf der Wikileaks-Homepage geschrieben. Da bislang nicht genügend Geld zusammengekommen sind, wurde der Dienst nun eingestellt. Die Macher versichern aber, das sie den Betrieb wieder aufnehmen werden. Schon einmal sahen sie sich mit diesem Problem konfrontiert, erst nach sechs Monaten wurde das Konto wieder freigegeben.

(mbu)