Verschollen

04. März 2019 19:19; Akt: 04.03.2019 19:19 Print

Wo sind die 190 Millionen des toten Krypto-Chefs?

Der verstorbene Chef einer Krypto-Börse soll 190 Millionen Dollar mit ins Grab genommen haben. Nun stellt sich heraus: Das Geld ist verschwunden.

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Die Geschichte könnte auch aus einem spannenden Wirtschafts-Krimi stammen: Wegen des Todes des Firmengründers Gerald Cotten könne die kanadische Krypto-Firma QuadrigaCX ihren Kunden 190 Millionen nicht auszahlen, berichtete die Tech-Plattform Gizmodo.com. Denn nur Cotten kannte das Passwort zum Offline-Speicher des Krypto-Geldes.

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Doch der Fall ist noch viel mysteriöser. So ist der Name Cottens auf der Sterbeurkunde, die nach seinem unerwarteten Tod in Indien ausgestellt wurde, falsch geschrieben. Und wenige Tage bevor er verstarb, machte er seine Frau zur Alleinerbin. Deshalb wurde darüber spekuliert, dass der Tod möglicherweise nur vorgetäuscht sei und es sich um einen Betrug handle.

Das nächste Puzzleteil

Die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young wurden nach dem Tod von Cotten von einem kanadischen Gericht damit beauftragt, die Finanzen von QuadrigaCX genau zu prüfen. Und dabei gab es eine Überraschung. Wie Bloomberg.com berichtet, fehlt von dem Kryptogeld im Wert von 190 Millionen Dollar jede Spur.

Sechs Offline-Speicher für Kryptogeld konnten die Prüfer der kanadischen Firma zuordnen. Fünf von diesen sogenannten Cold Wallets seien bereits seit April 2018 leer gewesen und es habe auch keine Aktivitäten mehr gegeben. Nur bei der sechsten seien noch bis im Dezember 2018 Einzahlungen eingegangen, die aber direkt auf das Online-Portemonnaie der Firma überwiesen worden seien.

Grössere Bewegungen

Ausserdem wurde bekannt, dass QuadrigaCX zusätzlich 14 verschiedene Nutzerkonten unter verschiedenen Pseudonymen angelegt hatte und darüber Transaktionen mit einem «signifikantem Volumen» ausgeführt hatte. Was genau mit dem Geld der Kunden passierte, ist bis jetzt noch nicht bekannt geworden.

Obwohl die Untersuchung von Ernst & Young noch andauert, verdichten sich demnach die Hinweise darauf, dass bei der Krypto-Firma nicht alles sauber gelaufen ist. Vielleicht wird also schon bald das nächste Kapitel im Krypto-Krimi geschrieben.

(swe)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marcus0 am 04.03.2019 19:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer hätte dies gedacht..

    Das war doch das Ziel an dieser Währung, keine Zurückverfolgbarkeit.

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  • Jenny am 04.03.2019 19:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ganz sicher

    es heisst doch da kann nichts passieren? Tja scheint wieder mal ein Irrtum gewesen zu sein. Gebe das Geld lieber aus, dann habe ich wenigstens was davon.

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  • Russkij am 04.03.2019 19:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ist ja klar...

    Wer an seine tod glaubt, dem ist nicht zu helfen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Avenarius am 05.03.2019 16:44 Report Diesen Beitrag melden

    Stay happy!

    War wohl sein Plan abzutauchen. Jetzt kann er nur noch mit DNA-Analysen gefunden werden. Stay happy!

  • Silberdistel am 05.03.2019 15:32 Report Diesen Beitrag melden

    Operiert

    Vermutlich hat dieser Mann bereits ein anderes Gesicht und lebt herrlich und in Freuden.

  • Tim Falog am 05.03.2019 14:38 Report Diesen Beitrag melden

    Mit nem Cocktail am Strand

    Naja, er ist in Indien gestorben. Da ist mit dem nötigen Kleingeld einiges drin. Sicher auch eine gefälschte Todesurkunde, die man leicht falsch ausstellt um im Ernstfall sagen zu können, es gab eine Verwechslung. Vermutlich ist das angelich gehandelte Volumen gar nicht mit einem Wallet zu bewerkstelligen, darum 5 Pseudo Wallets, dabei wurde das Geld direkt weitergeleitet vom 6.

  • A. Müller am 05.03.2019 09:49 Report Diesen Beitrag melden

    Das Problem

    Das Problem an Kryptowährung ist ja, dass es nicht zurückverfolgbar ist und es eigentlich jeder anbieten kann. Somit ist es noch besser als Echtgeld um es für illegale Zwecke zu nutzen oder Betrügereien, die es hier gab.

    • Mike am 05.03.2019 13:10 Report Diesen Beitrag melden

      @A. Müller

      Also bei Bitcoin kann ja jeder das Geld zurückverfolgen. Die Buchungen sind ja alle öffentlich zugänglich.

    • Kryptokenner am 05.03.2019 16:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @A. Müller

      Die Transaktionen von Kryptowährungen sind sogar öffentlich einsehbar, alles andere als anonym! Google z.B. mal nach "Bitcoin Block Explorer". Dort must du nur eine beliebige Bitcoinadresse angeben danach siehst du alle dazugehörigen Transaktionen. Sozusagen ein öffentlich zugänglicher Bankauszug

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  • C.H. am 05.03.2019 07:24 Report Diesen Beitrag melden

    Welches Geld ist verschwunden?

    Da war nie etwas, und dieses kann natürlich auch nicht gefunden werden. Übrigens: Ich verkaufe virtuelle Goldbarren gegen echtes Papiergeld. Interesse?!

    • Dr. Bender am 05.03.2019 11:44 Report Diesen Beitrag melden

      ich weiss auch nicht

      jaaaa :) ich habe virtuelle Immobilien als Tausch, kommen wir ins geschäft?

    • Marius am 05.03.2019 12:57 Report Diesen Beitrag melden

      @C.H. Dein Geld auf der Bank

      hat genausoviel oder wenig wert. Es sind nur Zahlen ohne Kopplung an einen realen Wert.

    • Mike am 05.03.2019 13:12 Report Diesen Beitrag melden

      @C.H.

      "Echtes Papiergeld". Danke für den Witz des Tages.

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