Michelle Phan

24. Juli 2014 06:00; Akt: 24.07.2014 10:52 Print

Youtube-Star soll Millionen-Busse zahlen

von P. Stirnemann - Michelle Phan gehört zu den erfolgreichsten Stars auf Youtube. Ihr Rezept: Make-up-Tipps unterlegt mit angesagter Musik. Das ist nun einer Plattenfirma sauer aufgestossen.

Michelle Phan: Night Life Favorites. Unterlegt mit dem Kaskade-Song «4am». (Video: Youtube/Michelle Phan)
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Die Youtube-Schminkexpertin Michelle Phan ist vom Musiklabel Ultra Records verklagt worden. Die auf elektronische Musik spezialisierte Plattenfirma aus New York bezichtigt Phan, sie habe illegal 50 Label-eigene Songs auf ihrem Youtube-Channel verwendet. Zu den bekanntesten bei Ultra Records unter Vertrag stehenden DJs zählen deadmau5, Calvin Harris oder Kaskade.

Wie die BBC schreibt, verlangt das Label von Phan pro Song 150'000 US-Dollar (rund 135‘000 Franken), was bei 50 verwendeten Liedern einen Gesamtbetrag von rund 7,5 Millionen Dollar (knapp 6,8 Millionen Franken) ausmacht.

Mit Make-up zum Erfolg

Michelle Phan wurde durch ihre Make-up-Anleitungen auf Youtube bekannt. Seit dem Start ihres Channels 2007 hat sie über 6,7 Millionen Follower gesammelt. Sie gehört mittlerweile zu den bekanntesten Youtube-Stars. Zu ihren erfolgreichsten Online-Auftritten gehören das «Barbie Transformation Tutorial», das schon über 55 Millionen Mal geklickt wurde, sowie das Video über den «Lady Gaga Bad Romance Look», das über 46 Millionen Mal angesehen wurde.

Michelle Phan: Barbie Transformation Tutorial. (Video: Youtube/Michelle Phan)

Michelle Phan: Lady Gaga Bad Romance Look. (Video: Youtube/Michelle Phan)

Gerichtsdokumenten zufolge bezichtigt das Musiklabel Phan, sie habe die 50 Songs unerlaubt in ihren Youtube-Posts und auf ihrer Website verwendet und damit das Urheberrecht verletzt. Ausserdem wirft ihr Ultra Records vor, mit Werbung auf beiden Kanälen viel Geld zu verdienen.

Michelle Phan: One of a Kind (Werbespot). (Video: Youtube/Michelle Phan)

Der an die Plattenfirma angeschlossene Vertrieb hat nun eine einstweilige Verfügung gegen Phan verlangt, da ihm durch die Verwendung der urheberrechtlich geschützten Tracks ein «substantieller, unmittelbarer und irreparabler Schaden» erwachsen sei.

«Michelle wollte andere Künstler immer fördern»

Eines der von Phan vermeintlich illegal verwendeten Lieder ist «4am» von Kaskade. Sie hat ihr Video-Tutorial «Night Life Favorites» mit dem Song unterlegt (Video ganz oben).

Kaskade: 4am. (Video: Youtube/Kaskade)

Inzwischen hat eine Sprecherin von Phan die Vorwürfe von Ultra Records zurückgewiesen: «Ultra hat Michelle die Verwendung der Musik erlaubt.» Sie «wollte schon immer andere Künstler fördern und ihnen eine Plattform bieten, wo sie ihre Arbeit einem internationalen Publikum präsentieren können». Phan erwäge jetzt, mit einer Gegenklage gegen Ultra vorzugehen.

Auch einer der «geschädigten Künstler» hat sich via Twitter zu dem Fall geäussert. Der amerikanische DJ und Musikproduzent Ryan Raddon alias Kaskade stellt sich auf die Seite von Michelle Phan und bezeichnet das Urheberrechtsgesetz als «Dinosaurier, der nicht mehr in die heutige Medienlandschaft passt». Phan hat sich, ebenfalls über den Nachrichtendienst, bereits bei Kaskade bedankt: «Deine Musik hat nicht nur mich, sondern auch Millionen meiner Follower inspiriert.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • kunibert am 24.07.2014 12:36 Report Diesen Beitrag melden

    Die Dummheit der Musikindistrie

    Wie blöd muss man sein. Da macht jemand gratis Promotion für die Musik der Künstler und wird dann noch verklagt. Versteht mich nicht falsch, natürlich sollen die Künstler und die Firma Geld verdienen, aber dieser Fall ist einfach nur dämlich. Es geht ja nicht um Weltstars unter den Musikern, die eh jeder kennt, sondern um solche, die ein wenig Promotion gut gebrauchen können. Das zeigt sich ja nur schon daran, der der betroffene Musiker selber auf der Seite der Schminktussy steht. Und die Musikmafia fragt sich in echt, wieso sie kein Geld mehr verdienen.

    einklappen einklappen
  • OdinX am 24.07.2014 12:32 Report Diesen Beitrag melden

    Millionenklage

    Wegen 50 Songs soll eine Millionenklage gerechtfertigt sein? Kann ja wohl nicht deren ernst sein.

  • Ings am 24.07.2014 17:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falsch

    Eigentlich müssten die plattenlabels ihr geld bezahlen da sie werbung für die musik macht...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Lorenz O. am 25.07.2014 20:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Musik Klau und mangel der hinweisungen auf Youtube

    bei der kanal erstellung auf Youtube wird man NICHT darauf hingewiesen das man keine lizensierte musik nehmen darf auch wenn das Video nicht Monetarosiert ist ich hab selber ein Kanal und da wird nur gesagt das man bei dem videos mit Lizensierter Musik auch keine Monetarisierung anwenden darf. sonst verliert man die Youtube Parterschaft! Man soll einfach nur die häkchen weg machen was sie auch gemacht hat keine ihrer Videos sind Monetarisiert!

  • Lumière am 25.07.2014 14:33 Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt viele

    freie Musikkünstler, die für Youtube-Stars Hintergrundmusik komponieren und zur Verfügung stellen. Die Musik ist auch nicht schlecht und ist durchaus salonfähig. Und die Musikwahl geht von Dubstep bis Hiphop in alle Musikrichtungen und für jeden Youtuber was dabei. Dazu kommt noch, dass man sich die Rechte/Lizenzen problemlos einholen kann. Informieren hilft da sehr und vermeidet dann solche Mio.-Klagen der grossen Plattenfirmen. Gegen die Dummheit der Plattenmultis kann man nichts machen. Aber vermeidbar sind solche Klagen dennoch.

  • Ivan Huber am 25.07.2014 06:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erfolg

    Sobald jemand Erfolg hat, kommen alle und wollen dein Geld. Und da gehen sie über Leichen und machen dich kaputt. Die Musikfirma wäre natürlich nie auf sie losgegangen, wenn sie 500 Klicks gehabt hätte. Also geht es Ihnen ja auch nicht um die Musikrechte. Jetzt sahen sie dass sie Erfolg hat und somit haben sie einen guten Grund Ihr die Kohle wegzunehmen. Geld ist alles. Geld ist mehr wert als die Existenz eines Menschen. Was für eine schöne Welt...

  • Ex Musiker am 25.07.2014 01:06 Report Diesen Beitrag melden

    macht es selber

    Absolut richtig! Sie verdient sicher auch einiges mit den videos. Leute, wenn ihr videos macht, dann macht doch auch den sound selber, falls ihr denkt musiker sollen brotlos bleiben und ihr alle dürft damit machen was ihr wollt. Viel spass beim musik produzieren!

  • Luca G am 25.07.2014 00:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gerechtigkeit :)

    Gut so :)