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28. Januar 2020 21:45; Akt: 29.01.2020 17:08 Print

Youtuber täuscht Tod seiner Freundin vor

Youtuber «ImJayStation» verkündete letzte Woche den Tod seiner Freundin. Nun stellt sich heraus: Es war alles nur ein Scherz.

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Der Youtuber Jason Ethier, der den Kanal «ImJayStation» betreibt, gab letzte Woche bekannt, dass seine Freundin Alexia bei einem Autounfall ums Leben gekommen sei. Dafür filmte er sich weinend vor der Kamera.

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Nur wenige Tage später lud er ein Video hoch, in dem er einen improvisierten Schrein für seine Freundin besucht und Blumen niederlegt. Wieder bricht er in Tränen aus und versucht später sogar, ihren Geist mit einem Ouija-Brett zu kontaktieren.

Alles nur Fake

In beiden Videos erwähnt Ethier den Youtube-Kanal «Dream Team», den er gemeinsam mit Alexia betreibt. Er sagt wiederholt, dass es Alexias Traum gewesen sei, auf diesem Kanal eine Million Abonnenten zu erreichen. Derzeit zählt der Kanal 335'000.

Nun, nur eine Woche nach der Bekanntgabe von Alexias Tod, gibt Ethier zu: Es war alles nur vorgetäuscht. Alexia geht es gut und sie ist nicht bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Es handelte es sich um einen geplanten Scherz.

Alexia sei in den Plan eingeweiht gewesen und habe ihre Zustimmung gegeben, erzählt Ethier. Sie habe ihm sogar beim Filmen des Videos mit dem Ouija-Brett geholfen. Als Beweis zeigt Ethier gelöschte Szenen aus dem Vlog, in dem Alexia deutlich – und vor allem lebendig – zu sehen ist.

Eltern drohten Youtuber

Ethier erzählt weiter, dass er bis in die frühen Morgenstunden an diesem Ouija-Video gearbeitet habe. Schliesslich sei er ins Bett gegangen und am Nachmittag wieder aufgewacht. Da sei Alexia verschwunden gewesen und habe all ihre Sachen mitgenommen.

Grund dafür sei, dass ihre Eltern die Videos über den Tod ihrer Tochter nicht ertragen konnten. Sie seien sehr aufgewühlt gewesen und hätten Ethier mehrmals aufgefordert, die Videos zu löschen. Der Vater habe sogar gedroht, an die Öffentlichkeit zu gehen, falls die Videos nicht bald entfernt würden.

Nachdem Alexia seine Wohnung verlassen hatte, sei plötzlich die Polizei vor der Tür gestanden. «Alexia sagte ihnen, ich hätte sie mit einer Waffe angegriffen. Dabei habe ich noch nie im Leben eine Frau geschlagen – und schon gar nicht mit einer Waffe!», verteidigt sich Ethier. Nun könne er seine Wohnung nicht mehr verlassen, da er sonst verhaftet werden würde. «Das ist ernst, das ist überhaupt kein Witz.»

Wenig Mitleid

In seinem Video wendet er sich auch an Alexias Familie. Es tue ihm leid, dass er ihnen so viel Stress verursacht habe. Dabei habe er immer nur das Beste für Alexia gewollt und ihren gemeinsamen Kanal promoten wollen. Ausserdem sei ihm nicht bewusst gewesen, dass auch Alexia Probleme mit den Videos über ihren Tod hatte. «Ich dachte, das komme alles nur von ihrem Vater.»

Online haben die Zuschauer nur wenig Mitleid mit dem Youtuber. In den Kommentaren heisst es: «Denkt der eigentlich, bevor er irgendetwas macht?» Oder: «Ich kann es nicht glauben. Jetzt stellt er sich als Opfer dar, nach allem, was er getan hat?» Viele zweifeln auch die Authentizität des letzten Videos an und glauben nicht, dass tatsächlich ein Haftbefehl gegen den Youtuber vorliegt.

(doz)