Parlament

07. Februar 2011 13:27; Akt: 07.02.2011 14:59 Print

iPads sind im Ständerat tabu

von Daniel Schurter - Moderne Elektronik hält langsam Einzug in die Politik. Im Nationalrat werden Tablets «toleriert», in der kleinen Kammer hingegen sind die Geräte verboten.

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In der kleinen Kammer des Schweizer Parlaments dürfen elektronische Geräte nicht verwendet werden. (Bild: Keystone)

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Im deutschen Bundestag ist das iPad offiziell als Arbeitsgerät zugelassen. Und so kann auch Bundeskanzlerin Angela Merkel immer häufiger beim «Wischen» beobachtet werden. Natürlich bezieht sich das auf die typische Handbewegung der iPad-Nutzer, wie Zeit Online kürzlich berichtete. Um auf dem Tablet-PC zwischen den Seiten hin- und herzublättern, muss mit den Fingern über den Bildschirm gewischt werden.

Noch im vergangenen Jahr hatte das iPad im deutschen Parlament für Aufregung gesorgt. Ein FDP-Politiker las als erster Parlamentarier seine Rede vom 9,7-Zoll-Bildschirm ab. Erlaubt waren bis dahin nur Zettel – darum erhielt der Politiker einen Rüffel. Inzwischen hat der Geschäftsordnungsausschuss des Bundestags die neue Technik abgesegnet. Seit November sind die Tablet-Computer offiziell erlaubt. Labtops hingegen bleiben verboten.

Ständerat: «Explizit verboten»

In der Schweiz präsentiert sich die Situation anders, wie eine Anfrage von 20 Minuten Online bei den Parlamentsdiensten zeigt. Im Nationalrat ist der Gebrauch des iPads während der Ratsdebatten erlaubt. Elektronische Geräte würden toleriert, heisst es. Und präziser: Solange die Geräte nicht den Ratsbetrieb stören. Aus diesem Grund gelte die ungeschriebene Regel, dass der Ton ausgeschaltet sein müsse. Bis anhin kommen iPads und Laptops an den Sitzplätzen zum Einsatz. Die Nationalräte haben Zugriff auf ein geschütztes WLAN, rufen Dokumente ab und schreiben E-Mails.

In der kleinen Kammer ist das anders: Im Ständerat sind das iPad und andere elektronische Geräte explizit verboten. Die unterschiedlichen Bestimmungen seien ein gutes Beispiel für das schweizerische Zweikammer-System, wird bei den Parlamentsdiensten mit einem Augenzwinkern kommentiert.

Versuch im britischen Oberhaus

In anderen europäischen Parlamenten bleibt die Zeit nicht stehen. So hat das britische Oberhaus – das House of Lords – auf das iPad reagiert, wie The Telegraph berichtet. Demnächst sollen die mobilen elektronischen Geräte während der Ratsdebatten zugelassen werden. Versuchsweise während einem Jahr dürfen die Politiker ihre iPads, iPhones und anderen Smartphones einsetzten – aber ausschliesslich für den dienstlichen Gebrauch.

Dass die Tablet-PCs auch für andere Zwecke genutzt werden können, hat unlängst ein italienischer Parlamentarier bewiesen. Ein Abgeordneter aus den Reihen von Silvio Berlusconis Partei wurde während einer Debatte beim Surfen ertappt, wie das Magazin Oggi.it enthüllte. Dank einer Kamera mit Teleobjektiv hielt ein Journalist im Bild fest, wie der Politiker Frauen in Unterwäsche studierte – eine Website, auf der Prostituierte ihre Dienstleistungen anboten.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bruno am 07.02.2011 13:46 Report Diesen Beitrag melden

    Wichtigtuer!

    Heute ist es in Mode gekommen, dass man bei "Meetings", also Sitzungen, sofort den iPod aufs Pult legt und den Laptop hochfährt. Da frage ich mich, wozu man den überhaupt am Meeting teilnimmt? Zudem ist es extrem unanständig, währenddem eine andere Person das Wort hat, auf den Geräten rumzutippen. Das ist eine Frage des Respekts und wer keine Stunde mehr "unerreichbar" sein kann, tut sich selbst keinen Gefallen und macht sich wichtiger als er ist.

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  • email am 07.02.2011 18:09 Report Diesen Beitrag melden

    Was im Artkel fehlt...

    Und warum genau sind nun elektronische Geräte nun im Ständerat verboten? PS: Hörgeräte fallen hoffentlich nicht unter diese Regelung - obschon ebenfalls 'elektronisch' ;-)

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  • troll am 07.02.2011 13:50 Report Diesen Beitrag melden

    Ehm..

    ..bin ich der Einzige der dieses Thema unnötig findet?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mischa am 08.02.2011 17:09 Report Diesen Beitrag melden

    Eigenverantwortung

    Ich habe grundsätzlich kein Problem mit elektronischen Geräten, auch nicht im Parlament. Aber seit einem Besuch des Nationalrates während einer Sitzung weiss ich, dass nicht alle, die mit einem Notebook oder einem iPad ausgerüstet sind, auch tatsächlich etwas Sinnvolles damit tun. Tatsächlich ist "Facebooken" oder Youtube-Videos angucken während einer Rede keine Seltenheit... DAS ist es, was ich persönlich tragisch finde, aber dagegen kann man leider nichts tun. Verbietet man elektronische Geräte, schadet es auch denjenigen, die damit Protokolle verfassen oder anderweitig arbeiten.

  • Oliver am 07.02.2011 18:15 Report Diesen Beitrag melden

    Dauerwerbesendung für Apple

    Muss es 20Min dem Tagi gleich machen und gratis für Apple die Werbetrommel rühren? Es gibt auch noch andere Firmen die Tablets herstellen.

    • Tobias am 08.02.2011 16:00 Report Diesen Beitrag melden

      Apple-Sekte

      Vielleicht könnte es daran liegen, dass beide der TA-Media gehören?

    • Harley am 14.02.2011 16:25 Report Diesen Beitrag melden

      Gibt es schon ...

      aber gibt es auch einen ernsthaften Konkurrenten zum iPad? Wohl eher nicht...

    • Stef am 17.02.2011 14:01 Report Diesen Beitrag melden

      Klar gibt es sie, massenweise

      Und die die was von IT verstehen, wissen, dass die IPads purer Schrott sind. Mein lieber Harley informiere dich bitte bevor du solchen Mist schreibst

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  • email am 07.02.2011 18:09 Report Diesen Beitrag melden

    Was im Artkel fehlt...

    Und warum genau sind nun elektronische Geräte nun im Ständerat verboten? PS: Hörgeräte fallen hoffentlich nicht unter diese Regelung - obschon ebenfalls 'elektronisch' ;-)

    • bbswiss am 08.02.2011 09:00 Report Diesen Beitrag melden

      Herzschrittmacher

      Und die Herzschrittmacher? Genau das habe ich mich auch gefragt. Wenn die Mehrheit der Ständeräte ausserstande sind die Bedienung eines iPAds zu lernen, dann drüfen wir wohl noch Generationen darauf warten, eine moderne Verwaltung zu bekommen. Vielleicht schauen sich die StimmbürgerInnen bei den nächsten Wahlen einfach mal nach jüngerem Personal für den Ständerat um.

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  • Jessica am 07.02.2011 14:08 Report Diesen Beitrag melden

    immer etwas Nostalgisch!

    Oh la la - früher war das Telefon ein no go - dann das Mobile - nun das iPad. Wird nicht lange dauern diese 'Prohibition'! Übrigens betr. Laptops etc. an Meetings - viele füllen sich das Gesagte direkt intelligente Software ab - so kann dann effizient umgesetzt werden.

  • troll am 07.02.2011 13:50 Report Diesen Beitrag melden

    Ehm..

    ..bin ich der Einzige der dieses Thema unnötig findet?

    • MiWe am 08.02.2011 13:28 Report Diesen Beitrag melden

      ja

      sieht so aus ...

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