Studie des Bundes

27. Juni 2019 16:10; Akt: 27.06.2019 16:11 Print

20 Minuten ist wichtigster Meinungsmacher

Eine neue Studie des Bundes zeigt, welche Medien den grössten Einfluss auf die Meinungsbildung haben. An der Spitze stehen die SRG und 20 Minuten.

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Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) präsentiert am Dienstag erstmals den «Medienmonitor Schweiz». Die Untersuchung belegt, welche Medien den grössten Einfluss auf die Meinungsbildung der Bevölkerung haben, und gibt Auskunft über die Besitzverhältnisse.

20 Minuten, das auch in der Westschweiz und im Tessin erscheint, erreicht laut der Untersuchung «als einzige tagesaktuelle Marke ein grosses mehrsprachiges Publikum» und firmiert deshalb «als klare Nummer 1 für Meinungsmacht». 20 Minuten und seine Schwesterangebote in der Romandie und im Tessin sind damit die «einflussreichsten Einzelmedien».

Das Resultat dieser Studie freut Marco Boselli, Chefredaktor 20 Minuten, ausserordentlich: «Es ist der Beweis dafür, dass unsere Redaktion jeden Tag hervorragende journalistische Arbeit leistet.» Wichtig ist ihm der Hinweis, dass der Begriff «Meinungsmacher bei 20 Minuten nicht bedeutet, dass wir eine Meinung beeinflussen. Sondern dass wir als einzige neutrale Newsplattform der Schweiz konsequent allen Meinungen ein Podium bieten, damit sich die User daraus ihr eigenes Bild machen können.»

Deutsche Fernsehsender mit viel Einfluss

Einen grossen Einfluss auf die Meinungsbildung üben auch die Fernseh- und Radioprogramme der SRG aus. Die SRG wird als «einflussreichstes Medienunternehmen» bezeichnet. Während jüngere Medienkonsumenten vor allem 20 Minuten für die Meinungsbildung herbeiziehen, dominieren bei den älteren Gruppen die Fernseh- und Radioprogramme der SRG.

In der Schweiz sieht die Reihenfolge der meinungsmächtigsten Medien wie folgt aus:

1. 20 Minuten
2. SRF 1 (TV)
3. SRF 1 (Radio)
4. SRF 3 (Radio)
5. SRF zwei (TV)
6. Blick
7. RTS Un
8. ARD
9. La Première
10. ZDF

Und in der Deutschschweiz sieht die Reihenfolge der meinungsmächtigsten Medien wie folgt aus:

1. SRF 1 (TV)
2. 20 Minuten
3. SRF 1 (Radio)
4. SRF 3 (Radio)
5. SRF zwei (TV)
6. Blick
7. ARD
8. ZDF
9. Tages-Anzeiger
10. RTL

Die freie und ausgewogene Meinungsbildung sei eine wesentliche Voraussetzung für das Funktionieren von demokratischen Gesellschaften, heisst es in der Studie. Eine vielfältige Medienlandschaft sichere die Meinungsvielfalt. Insgesamt zeige die Erhebung «eine vielfältige und leistungsfähige Schweizer Medienlandschaft, die ihre gesellschaftliche Funktion zur Meinungsvielfaltssicherung weitgehend erfüllt».

Vorsicht vor Konzentration

Zwar konzentriere sich die Meinungsmacht in der kleinen Schweiz auf wenige Medienkonzerne und in vielen Räumen formiere sich ein «Duopol» mit der SRG und Tamedia, die auch 20 Minuten herausgibt. Es sei aber nicht anzunehmen, dass in absehbarer Zeit ein einziger Anbieter in einem der insgesamt 18 untersuchten Märkte zu dominant werden könnte.

Die Autoren erwähnen allerdings auch «potenziell schädliche Konzentrationstendenzen» und schreiben, eine «gewisse Wachsamkeit» sei angezeigt: Einerseits erreiche die SRG in einigen Märkten eine sehr mächtige Stellung. Andererseits bringe die anhaltende Tendenz zur Vereinheitlichung einige Medienhäuser in die Lage, durch regionale Kopfblattsysteme eine «beträchtliche Meinungsmacht» mit überregionalen Inhalten auszuüben.

«Auffallend ausgewogene Berichterstattung»

Linards Udris vom Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft fög der Universität Zürich attestiert 20 Minuten eine starke Stellung «insbesondere im Onlinebereich». Er verweist aber auch auf das Medienqualitätsrating 2018, wo 20 Minuten von 100 Qualitätspunkten nur 48 Punkte erzielte. «Die Befragten monierten etwa die geringe Einordnungsleistung, mangelnde Hintergrundinformationen und den weniger vielfältigen Themenmix.»

Auffallend sei, dass 20 Minuten im Vorfeld zu Abstimmungen sehr ausgewogen Bericht erstatte, wie der Abstimmungsmonitor des fög zeigt. Das heisst, die Pro- und Contra-Stimmen halten sich in etwa die Waage. Dies könne man als positiv werten, könne aber unter Umständen auch problematisch sein: «Wir müssen uns fragen, ob eine ausgewogene Berichterstattung sinnvoll ist, wenn ein überwiegender Teil der Parteien und Verbände gegen oder für eine bestimmte Vorlage ist», sagt Udris.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sw. Com. am 23.07.2019 19:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mediengeil.

    ...jeden Tag hervorragende journalistische Arbeit leistet.» Wichtig ist ihm der Hinweis, dass der Begriff...usw. habt ihr das schon mal hinterfragt??? Denn, wenn ich die verschiedenen Leserreports lese, denke ich, ihr übernehmt alles das, ohne zu hinterfragen. Kann es noch so einen Mist sein. Mein Wunsch Leservideos, die schwere Unfälle einreichen, inskünftig keine Plattform mehr geben und nicht mehr veröffentlichen!!!

  • Urs am 27.07.2019 17:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das wars jetzt

    Echt traurig ... wir sind definitiv dem Untergang geweiht, wenn das stimmt ...

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  • Urs am 27.07.2019 17:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das wars jetzt

    Echt traurig ... wir sind definitiv dem Untergang geweiht, wenn das stimmt ...

  • Sw. Com. am 23.07.2019 19:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mediengeil.

    ...jeden Tag hervorragende journalistische Arbeit leistet.» Wichtig ist ihm der Hinweis, dass der Begriff...usw. habt ihr das schon mal hinterfragt??? Denn, wenn ich die verschiedenen Leserreports lese, denke ich, ihr übernehmt alles das, ohne zu hinterfragen. Kann es noch so einen Mist sein. Mein Wunsch Leservideos, die schwere Unfälle einreichen, inskünftig keine Plattform mehr geben und nicht mehr veröffentlichen!!!