Schräg, witzig, bunt

20. Dezember 2011 15:14; Akt: 06.07.2012 15:27 Print

Ein Buch voll New York

von Susanne Lüthi - Der New Yorker Künstler James Rizzi lädt uns mit einem monumentalen Reiseführer in seine Heimatstadt ein. Wer sich darauf einlässt, dem wird schwindlig – als ob er tatsächlich im Big Apple wäre.

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James Rizzi ist einer der berühmtesten Pop-Art-Künstler. Er ist ein waschechter New Yorker. In Brooklyn aufgewachsen, wohnt er seit seinem Studium in Manhattan. So überrascht es nicht, dass der 61-Jährige uns mit seinem jüngsten Werk in seine Heimat entführt. Der Kunstführer «My New York City», für den der Schweizer Koch und Networker Peter Bührer die Idee hatte und die Texte schrieb, erschlägt einen fast. Nicht nur mit seinem Gewicht, seiner Dicke und Grösse, sondern mit seiner Hülle an Informationen und Fülle an Farben.

Die Illustrationen sind so üppig, dass man das Gefühl hat, sie quellen zwischen den Seiten hervor. Sie sind schräg und bunt und schreien auch nach 350 Seiten nach mehr. Zwischen ihnen finden sich auch noch eine CD mit echter New Yorker Loungemusik, Postkarten, Kofferanhänger, eine Metrokarte und eine weitere CD, mit der ein Soundteppich verlegt wird, der auch die ruhigste Stube in die pulsierende Metropole verwandelt, mit ihrem fast ununterbrochenem Sirenengeheul und Gehupe.

Alles und noch ein bisschen mehr

Für das Buch hat Peter Bürer alles zusammengetragen, was man über New York wissen muss. Und alles andere gerade auch noch. Die Infos sind gegliedert in Sightseeing, Shopping, Essen und Trinken und, of course, Nightlife. Unter «Good to know», Sie ahnen es, gibts dann noch Fakten über Stromstecker, Feiertage und Konsulate, wie viel Trinkgeld man gibt, wo man rauchen darf und wo man saubere Klos findet.

Wer nach dem Anschauen gleich die Koffer packt und nach New York reist, sollte allerdings «My New York City – Das Buch» besser zuhause lassen. Denn mit dem 3,12 Kilo schweren Schinken lässt es sich nicht easy jetten. Doch welch ein Glück: Vom Duo Rizzi/Bühler ist auch «My New York City – der Guide» im praktischen Mitnehm-Format erschienen.

Des einen Freud, des anderen Leid

Die einzigen, denen das monumentale Werk schaden könnte, sind alle New Yorker, die vom Tourismus leben. Denn dank Rizzis quirligen Bildern hat man fast schon das Gefühl, mitten im Big Apple zu sein. Und braucht eigentlich gar nicht mehr hinzureisen. Aber nur eigentlich.

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