#Borescars

25. Februar 2019 09:45; Akt: 25.02.2019 11:07 Print

Oscars schlittern ohne Host tiefer in die Krise

Die Show dauerte knapp dreieinhalb Stunden. Auch ohne Moderator wurde die Oscar-Verleihung zu einer eher zähen Angelegenheit.

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«Green Book» wird eher überraschend als bester Film ausgezeichnet. Das Comedy-Drama dreht sich um die Freundschaft zwischen einem afro-amerikanischen Pianistem und seinem weissen Fahrer in den USA der 1960er Jahre. Julia Roberts – in der pinken Robe – übergab den Preis an Regisseur Peter Farrelly. Die beiden Hauptdarsteller des Films, Mahershala Ali und Viggo Mortensen, beglückwünschen einander im Publikum. Die Britin Olivia Colman ist die beste Hauptdarstellerin. Sie wird für ihre Rolle als Queen Anne in der Komödie «The Favourite» ausgezeichnet. Rami Malek, Freddie-Mercury-Darsteller in «Bohemian Rhapsody», ist der beste Hauptdarsteller. Das Duett des Abends holt sich auch den Oscar für den besten Song: Lady Gaga und Bradley Cooper mit «Shallow». Gaga freut sich. Und kann ihr Glück kaum fassen. Dieser Mann namens Ludwig Goransson hat für «Black Panther» die beste Filmmusik geschrieben. Alfonso Cuarón wird als bester Regisseur ausgezeichnet. Es ist nach «Gravity» der zweite Regie-Oscar für den Mexikaner. Das Smartphone ist der neue Spickzettel: Jay Hart und Hannah Beachler nehmen den Oscar für die beste Ausstattung («Black Panther») entgegen. Bette Midler hat im Dolby Theatre in Los Angeles einen Gesangsauftritt. Ein Bild von Freddie Mercury wird beim Queen-Auftritt eingeblendet. Die US-Schauspielerin Regina King ist mit dem Oscar als beste weibliche Nebendarstellerin ausgezeichnet worden. Bester Nebendarsteller ist Mahershala Ali. Er wird für seine Rolle in «Green Book» ausgezeichnet. Die Fashion-Ikone Lady Gaga erscheint in einem Kleid von Alexander McQueen und einem Diamant um den Hals im Wert von 30 Millionen Dollar. Süss, wie der «Black Panther»-Star Michael B. Jordan seiner Mutter einen Kuss auf die Wange drückt. Melissa McCarthy kommt in Los Angeles an. Für seine Rolle als Freddie Mercury in «Bohemian Rhapsody» ist Rami Malek als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet worden. Helen Mirren, 73 Jahre alt, ist auch dieses Jahr ein Hingucker. Alfonso Cuarón ist in vier Kategorien nominiert, sein Film «Roma» gleich in zehn. Das Kleid von Billy Porter ist definitiv das Highlight auf dem Roten Teppich. Willem Dafoe erscheint mit seiner Frau Giada Colagrande. Yalitza Aparicio, die Hauptdarstellerin aus «Roma», auf dem Roten Teppich. Holt sich Bradley Cooper einen Oscar? Ja! Brian May und Queen eröffnen mit Sänger Adam Lambert die Zeremonie. Michael B. Jordan und seine Kollegen von «Black Panther» posieren für die Fotografen. Wenn man Pharrell Williams heisst, kann man zur Galanacht alles anziehen, auch eine Pfadiuniform.

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Es sollte vieles neu und vor allem alles schneller werden dieses Jahr: Nachdem der designierte Moderator Kevin Hart (39) von seinem Job zurücktreten musste, wollte die Academy die Show neu ausrichten – weniger Drumherum, kürzere Speeches, aufs Wesentliche reduziert.

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Nachdem die Live-Übertragung in den letzten Jahren massiv an Zuschauern verloren hatte, war das ein durchaus nötiger Schritt.

So gingen die Oscars 2019 ohne Hauptmoderation über die Bühne des Dolby Theatre in Los Angeles. Und wurden gerade darum zu einer eher emotionslosen Angelegenheit. Nicht zuletzt hatten die Hosts des Abends in den vergangenen Jahren wenn nicht für Lacher, so doch für Diskussionsstoff gesorgt.


Die erinnerungswürdigsten Momente der Show hier im Schnelldurchlauf. (Video: Reuters/AFP/ABC/Tamedia)

Auf Twitter fällt das Fazit eindeutig aus: Es war noch langweiliger als sonst.

«Wir sagen das jedes Jahr: Aber das ist die langweiligste Oscar-Verleihung seit Jahren!»


«Ohne Moderator ist es irgendwie langweilig.»


«Der Award für ‹Spider-Verse› war geil. Alles andere war langweilig.»


«Die Academy braucht einen neuen Plan für nächstes Jahr.»


«Die langweiligste Show EVER.»


Zahlreiche Twitter-User verwenden den Hashtag #Borescars, zusammengesetzt aus «Oscars» und «boring» (langweilig).





Doch die Langeweile kann tatsächlich zu etwas Schönem führen:


Und es gibt auch gegenteilige Meinungen: «Das war eine der am wenigsten langweiligen Oscar-Shows», findet diese Userin. Aber war es gut genug, um die Oscar-Krise abzuwenden?


(fim)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sven E. am 25.02.2019 10:25 Report Diesen Beitrag melden

    Gratulation der hypersensiblen LGBTQ

    Community! Ihr habt's mit eurer Shitstorm-Sucht geschafft, die Oscars zu toeten.

    einklappen einklappen
  • MadChengi am 25.02.2019 10:44 Report Diesen Beitrag melden

    Schade eigentlich

    Die Zeit des grossen Kinos ist vorbei, Hollywood als Propagandavehikel der Agenda der New World Order und Stars, die wie Klone der Filmgeschichte wirken. Alles schon mal dagewesen. Das Korsett der Politischen Korrektheit lässt keine Narrenfreiheit und Kreativität mehr zu, vorbei die Zeit von SNL und dem ganzen irren Wahnsinns welcher zugegeben, heute eher altbacken und überholt wirkt. Und wieso lässt man Will Ferrell nicht moderieren, eben genau: Moderne Spiesserkultur.

  • Christina Beckmann am 25.02.2019 10:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Langeweile in Reinkultur

    Geht es noch langweiliger als dieses Jahr? Garantiert nächstes Jahr. Dieses monotone 'and the Oscar goes to...' , 'erstaunte' Gesichter, Überreichung und blöde Dankesrede... Aufzählung der Namen von Hinz und Kunz. Gut war damals die kurze Dankesrede von Shirley MacLaine, die nur sagte, sie hätte den Oscar verdient oder andere, die nur knapp 'danke' sagten und von der Bühne gingen. Ich schlage vor, den Oscar künftig durch einen DHL- Paketboten an der Haustür zu überreichen - ob mit oder ohne Kamera ist unwichtig, denn diese gespielte Überraschung braucht man nicht.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Luke Art am 25.02.2019 15:55 Report Diesen Beitrag melden

    No Way Oscar!

    Wie man solche Verleihungen macht, konnte man in den letzten Wochen beim BAFTA, bei der Berlinale (Anke Enkelte in Höchstform!) sehen usw. Der Jahrgang der Oscar 2019 geht in die Geschichte als langweiliste Show ein.

  • Egal am 25.02.2019 15:20 Report Diesen Beitrag melden

    Sowieso Beschiss

    Anscheinend geht der Oscar sowieso nicht an den besten, sondern an den meistbietenden.

  • Philoswiss am 25.02.2019 13:39 Report Diesen Beitrag melden

    Ja genau, die Moderatoren...

    oder das fehlen derjenigen ist schuld daran, dass es langweilig ist. Es hat überhaupt nichts damit zu tun, dass die Leute die Schnauze voll haben von diesen Wichtigtuern die sich gegenseitig auf die Schulter klopfen und die Plattform missbrauchen um zu politisieren. Seit Youtube sollte allen klar sein, dass man auch ohne riesen Budget und Label und Studio Entertainment bieten kann. Hollywood wird zum Dinosaurier und wird ersetzt von New-Media.

    • Guschtaff am 25.02.2019 13:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Philoswiss

      Ohne poltisieren geht in den USA halt nichts mehr, solange ein Quatschkopf beinahe täglich seinen unsäglichen Dreck verbreitet

    • Soell am 26.02.2019 12:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Philoswiss

      Wo war bloß Ellen de generes Mit ihr war alles tausend mal viel besser

    einklappen einklappen
  • Obelix am 25.02.2019 12:21 Report Diesen Beitrag melden

    modernisieren

    lasst doch einfach Ricky Gervais moderieren ohne Maulkorb, dann wird's wieder interessant

    • Schlechtes Timing am 25.02.2019 17:42 Report Diesen Beitrag melden

      Wieso?

      Julia Roberts war super! Nur kam ihr Einsatz einige Stunden zu spät! :-))))

    einklappen einklappen
  • MadChengi bored beyond relief am 25.02.2019 10:59 Report Diesen Beitrag melden

    Wir feiern uns selbst

    Nur noch ein langweiliger, belangloser Celebrity-Abend, wo sich Hollywood mit Glamour betäubt um das kreative und kulturelle Vakuum zu kaschieren. Die Frage ist; vor sich selber oder vor dem Publikum?