Kinofilm über Bruno Manser

31. Mai 2018 05:47; Akt: 31.05.2018 05:47 Print

«62 Drehtage am Stück im Lendenschurz»

von Barbara Lanz - Um die Geschichte von Umweltaktivist Bruno Manser zu erzählen, reiste ein Schweizer Filmteam bis nach Indonesien. Der Produzent entkam bei den Dreharbeiten nur knapp dem Tod.

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«Bruno Manser war ein wahnsinnig mutiger Kerl», sagt Valentin Greutert. Ein Schweizer, der loszog und zum Helden wurde. Und einer, der dem Filmproduzenten eine Geschichte lieferte, die «relevant, wahr und heute noch aktuell» ist.

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Soeben gingen die Dreharbeiten zum Spielfilm «Bruno Manser – Paradise War» zu Ende und damit auch ein Kraftakt für die ganze Filmcrew. Um den Kampf Mansers im Dschungel von Borneo möglichst originalgetreu verfilmen zu können, scheute das Schweizer Filmteam unter der Regie von Niklaus Hilber («Amateur Teens») keinen Aufwand.

Einheimische spielen Ureinwohner

Vor einem Jahr begann die Suche nach einer geeigneten Location, rund zwei Monate wurde in abgelegenen Gebieten Borneos gedreht. «Das war eine gigantische Operation, die im Schweizer Film wohl seinesgleichen sucht», resümiert Greutert.

Für die Darsteller der Ureinwohner etwa wurden Einheimische gecastet. 400 Penan durften vorsprechen, 15 wurden von einem Schauspielcoach auf ihre Rolle vorbereitet. Insgesamt gehörten 108 Menschen zur Crew, total wurde 76 Tage gedreht, neben Borneo ging es auch nach Basel, Budapest und New York.

Handarbeit abseits der Zivilisation

Für Valentin Greutert begann der Kraftakt schon vor über zehn Jahren. Damals, als man Manser für verschollen erklärte, habe er in der Nacht von ihm geträumt. Am nächsten Morgen fand er: «Gopf, darüber muss man einen Film machen!»

Die ersten vier Wochen haben er und die Crew weit weg von der Zivilisation gedreht, sie schliefen im eigens gebauten Camp auf dem Boden, assen, was aus der selbstgezimmerten Küche kam, und arbeiteten in tropischer Hitze.

Barfuss im Dschungel

Vor allem für Hauptdarsteller Sven Schelker (bekannt aus «Goliath» und «Der Kreis») sei es wahnsinnig anstrengend gewesen – «62 Drehtage am Stück im Lendenschurz und in fremder Sprache». Und während sich die Kameramänner und der Regisseur zumindest gegen Blutegel schützen konnten, stampfte Schelker barfuss durch den Urwald.

Trotz diverser Herausforderungen sei das gesamte Team ohne Krankheiten oder Verletzungen davongekommen. Nur Greutert selber erlitt am Set einen Schock. Ein umkippender Baum hätte den Produzenten um ein Haar erschlagen. «Gott sei Dank war die Hütte, unter der ich mich verkroch, stabil genug.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Oralapostel am 31.05.2018 06:29 Report Diesen Beitrag melden

    Korrigenda

    Ich vermute mal, Manser zog nicht los, "um ein Held zu werden", wie Greuter sagt. Er zog vielmehr los mit einem Ideal - und das machte ihn zum Helden. Wäre das blosse Heldentum sein Antrieb gewesen, dann hätte er es nicht geschafft.

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  • Joe Frazier am 31.05.2018 06:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spannend

    Auf diesen Film freue ich mich! Wann kommt er ins Kino?

  • W.F. am 31.05.2018 07:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schöne Gesellschaft

    Es ist einfach nur noch beschämend und frustrierend, wie die heutige moderne Zivilisation, dass in einem vorgeschriebenen Gesellschaftsrahmen lebt, sich das Recht nimmt, den indigenen Völkern ihres Lebesraum zu berauben. Der Wald ist ihr Zuhause und niemand hat das Recht es ihnen weg zu nehmen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sonderegger am 31.05.2018 13:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bruno Manser

    Ist für mich ein Held. Nicht viele Menschen widmen ihr Leben um die Welt ein bisschen besser zu machen. Ich hoffe seine Taten waren nicht um sonst

  • flower_kings am 31.05.2018 11:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Film ist eine gute Sache...

    ...aber leider wird sich an der fortschreitenden Zerstörung der Lebensräume der Urbevölkerungen dieser Erde, als auch der Natur NICHTS ändern. Die Grosskapitalisten mit ihren Grosskonzernen (Verwaltungsratsmandate) werden schon dafür sorgen, dass auch der letzte Flecken Natur und alle Indigenen endgültig vernichtet werden. Nur soviel: Brauchen wir in Europa überhaupt Palmöl...? Nein, wir haben genug Raps- und Sonnenblumenöl....! In Südeuropa haben wir auch genügend Olivenöl; In den USA hätten sie auch genügend Mais für Maiskeimöl...!

  • adid am 31.05.2018 09:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bruno manser

    bin gespannt auf den Film, habe seine Schwester kennen gelernt

  • Röbi am 31.05.2018 08:40 Report Diesen Beitrag melden

    toller Mensch

    Ich hab Bruno Manser immer bewundert wie er als Einzelkämpfer unserer Welt klar machen wollte, was in der anderen, seiner Welt abgeht. Als verschollen mag er gelten, dass er von der dortigen Regierung ermordet wurde weiss man.

  • Claude Ammann am 31.05.2018 07:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein grosser Mensch der Vorbild sein sollte

    Ich hoffe viele Leute schauen sich diesen Film an. Manser war ein wirklicher Held und Vorbild. Sich für die Vergessenen einzusetzen bis zur letzten Konsequenz statt einfach nur wegzusehen....wir bräuchten viel mehr solche Menschen. Ich hoffe fest das der Film den Menschen zeigt das die wahren Grössen nicht im Hollywoodfilm sind , sondern im wahren Leben. Manser darf nicht vergessen werden.