«Mad Heidi»

25. September 2018 18:03; Akt: 25.09.2018 18:03 Print

Eine Million für den blutigsten Schweizer Film

Die Idee hinter dem grossartig überzeichneten «Mad Heidi» ist so abgedreht, dass der Film nicht über klassische Wege, sondern via Crowdfunding finanziert werden muss.

Da werden Erinnerungen an Quentin Tarantino, Robert Rodriguez und Grindhouse-Filme wach: Der Teaser-Trailer zu «Mad Heidi», mit dem das Projekt seine Crowdfunding-Phase einläutet. (Video: Decoy Films/madheidi.com)
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Eine Hellebarde schwingendes Heidi, das sich gegen einen totalitär regierenden Bundesrat auflehnt, der Andersdenkende mit Käsefondue foltert: «Mad Heidi» soll abgefahren und politisch unkorrekt werden und entspricht so gar nicht der Machart der meisten Schweizer Filme. Und kann somit auch nicht über den üblichen Fördergeld-Weg finanziert werden – dafür gibt es zu viele Innereien, zu wenig klassische Artyness zu sehen.

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Darum setzen die Macher auf Crowdfunding. «In der Schweizer Filmbranche wird das Potenzial von Social Media noch kaum ausgenutzt», sagt Regisseur Johannes Hartmann zu 20 Minuten, «und es gab wohl noch keinen Schweizer Film, der vor dem Release schon über 24'000 Facebook-Follower hatte.»

Drehbeginn in einem Jahr – wenn alles gut läuft

Diese – und alle anderen, die den Film realisiert sehen wollen – haben ab sofort die Möglichkeit, das Projekt via Madheidi.com zu unterstützen und das investierte Geld gegen Goodies einzutauschen. Diese reichen von einer Erwähnung im Abspann bis zum «Executive Producer»-Credit zu Beginn des Streifens. Das Ziel ist ambitioniert: Eine Million Franken soll so zusammenkommen.

Die erste Crowdfunding-Phase gilt dem Drehbuch, danach folgen weitere für Vor- und Post-Produktion sowie die eigentlichen Dreharbeiten. «Wenn die Finanzierung perfekt läuft und wir nächsten Herbst drehen können, kommt der Film frühestens im Winter 2019/20, vielleicht auch im Frühling 2020 heraus», sagt Hartmann vorsichtig optimistisch.

Unterstützung von «Iron Sky»-Produzent

Der Release soll dann nicht klassisch im Kino erfolgen, sondern zuerst mit speziellen Vorführungen und Download/DVD/Blu-Ray für die Fans, die ihr Geld in den Streifen investiert haben. «Wenn wir den Leuten sagen können: ‹Hey, du hast uns geholfen, darum zeigen wir dir den Film zuerst›, dann sorgt das für einen tollen Spirit», findet Produzent Valentin Greutert. «Das könnte ausserdem eine neue Art sein, Filme mit kleinem Budget zu produzieren», sagt er.

Neben Greutert kümmert sich auch Tero Kaukomaa um die Produktion. Der Finne sorgte mit dem zu einem wichtigen Teil per Crowdfunding finanzierten 2012er Nazi-Sci-Fi-Kracher «Iron Sky» für Aufsehen. Er war es auch, dem Hartmann seine «Mad Heidi»-Idee vor rund eineinhalb Jahren vorgestellt hat.

Beinahe Beef mit der Heidiland-Region

Bis vor kurzem hiess das Projekt übrigens noch «Heidiland» – wie die Ostschweizer Tourismusregion. Als Filmtitel wäre das rechtlich kein Problem gewesen, aber weil die Macher im Zuge des Crowdfundings auch eine Menge Merchandise verkaufen wollen, sieht die Situation anders aus.

«Wir haben von Heidiland einen Brief bekommen, von einer Vermarktung unter diesem Namen doch abzusehen», sagt Greutert. «Wir kannten die Autobahn-Raststätte, da denkt man sich ja nichts weiter dabei. Aber um die Marke wurde ein 360-Grad-Schutz aufgebaut, so etwas habe ich selten gesehen.»

Mit dem für die Crowdfunding-Kampagne produzierten Teaser oben kannst du dir selbst ein Bild von der blutigen Heimatfilm-Persiflage machen.

(shy)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • YH am 25.09.2018 20:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hammer, nicht so verkorkst Leute!

    Mal etwas Schwung in der CH-Filmzukunft. Einwach witzig, warum nicht?!

  • Freddy Fisch am 25.09.2018 18:40 Report Diesen Beitrag melden

    Jedem das seine

    Ich finde die ganze Grindhouse- Splatter-Film Ästhetik eher überholt, nicht so sehr mein Geschmack aber wenigstens mal was anderes im Schweizerfilm. Zudem soll jeder machen was er will, solange das Projekt unabhängig finanziert wird. Hätten den Film auf Rumantsch drehen sollen, dann hätte die SRG sicher gerne finanziell mitgeholfen;-)

  • Hani nid am 25.09.2018 18:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    naja

    Wers braucht. Löst bei mir keine Begeisterung aus!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sandro Späth am 25.09.2018 21:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ein fän

    ich freu mich total auf den film. kultur mal anders. ich finde das total gut. und heidi find ich enorm atraktiv. beaonders in dieser starken rolle. eine starke emanzipierte schweizerfrau. so schön.

  • D.f am 25.09.2018 20:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Freu mich

    Hammer ! mal was neues und nicht die verstaubte alte kamelle !!! Geb ich mir bestimmt !!! das bringt neue vielfalt in die schweizer filmwelt

  • Peter Waldmeier am 25.09.2018 20:38 Report Diesen Beitrag melden

    Kann man machen

    Vernünftig ist, dass man die IRON SKY - Macher ins Boot geholt hat. Kritisch finde ich, dass Klischees mit (nicht) neuen Klischees relativiert werden. Frau Heidi spielt aber überzeugend. Japaner werden den Film mögen. Eine Spende meinerseits ist durchaus möglich.

  • YH am 25.09.2018 20:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hammer, nicht so verkorkst Leute!

    Mal etwas Schwung in der CH-Filmzukunft. Einwach witzig, warum nicht?!

  • Perry am 25.09.2018 20:20 Report Diesen Beitrag melden

    Mad heidi

    Ist doch mal was neues.... lassen wir uns überrasche.