«Systemsprenger»

03. Oktober 2019 11:52; Akt: 03.10.2019 12:57 Print

11-jährige Berlinerin ist der neue Hollywood-Star

Helena Zengel spuckt, schlägt und brüllt als Problemkind Benni so ungehemmt, dass man kaum hinschauen kann. Das hat die Elfjährige jetzt direkt nach Hollywood katapultiert.

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Die Amerikanerin begeisterte 1973 im Kinofilm «Paper Moon» an der Seite ihres Vaters Ryan O'Neil. Im Alter von nur zehn Jahren gewann sie einen Oscar als beste weibliche Nebendarstellerin für ihre Rolle als Addie Loggin. Sie ist ist damit die jüngste Oscar-Gewinnerin aller Zeiten. Lange bevor er Batman wurde, fiel er dem Publikum in Steven Spielbergs «Empire of the Sun» auf. Der Brite war damals 13 Jahre alt und staubte die Hauptrolle im Kriegsfilm ab. Danach war seine Weltkarriere besiegelt. Mit zwölf spielte der heutige Superstar eine junge Prostituierte in «Taxi Driver». Hauptdarsteller Robert DeNiro erkannte Fosters grosses Talent und nahm sich extra Zeit, mit ihr vor dem Dreh zu proben. das hat sich bezahlt gemacht: Jodie Foster erhielt eine Oscar-Nominierung. Als junger Ballettänzer Billy Elliot im gleichnamigen Film tanzte sich der damals 12-Jährige in die Herzen des Publikums. Seither gehört der Engländer zu den gefragtesten Darstellern seiner Generation. Absolut unsterblich machte sich Natalie Portman 1994 als Mathilda in «Léon», in dem sie eine Waise spielt, die von einem Auftragskiller unter die Fittiche genommen wird. Als sie für den Kultfilm von Luc Besson vorsprach, war sie gerade mal 11 Jahre alt. Lange bevor Joaquin Phoenix ein Star wurde, begeisterte sein grosser Bruder River (links im Bild) das Kinopublikum in «Stand by Me». Damals war er 15. Mit 23 starb Phoenix an einer Überdosis. Die Amerikanerin war elf Jahre alt, als sie für «Interview with the Vampire» neben Tom Cruise und Brad Pitt vor der Kamera stand. Im Film spielt sie eine unsterbliche Fünfjährige. Dunst ist immer noch sehr gefragt im Filmgeschäft und erhielt eben ihren Stern auf dem Hollywood Walk of Fame. Mit vier Jahren wurde Osment in einem Supermarkt entdeckt. Als Zehnjähriger erhielt er eine Oscar-Nominierung für den Kultfilm «The Sixth Sense» von 1999. Mittlerweile ist es eher still um den ehemaligen Kinderdarsteller geworden. Kein Weihnachten ohne «Home Alone». Culkin stand als Neunjähriger für den Kultfilm vor der Kamera. Als Erwachsener konnte er in Hollywood aber nicht wirklich Fuss fassen und machte mit Drogeneskapaden von sich Reden. Wallis war erst fünf, als sie zum Casting von «Beasts of the Southern Wild» kam. Obwohl eigentlich erst Mädchen ab sechs zugelassen waren, erhielt sie die Rolle. Und wurde promt für einen Oscar nominiert. Damit ist sie die jüngste Person, die jemals für einen Academy Award in Frage gekommen ist. Die Amerikanerin begann schon vor der Primarschule mit der Schauspielerei. Mit 13 schaffte sie als Hit-Girl in «Kick-Ass» den weltweiten Durchbruch. Moretz hat sich in Hollywood etabliert und arbeitet weiterhin erfolgreich. Privat war sie mit Brooklyn Beckham liiert. Er war erst acht Jahre alt, als er für «The Room» vor der Kamera stand. Dafür gab es 2016 glatt eine Oscar-Nominierung. Dieses Jahr lockte der Schauspieler in «Good Boys» Millionen von Zuschauern in die Kinos. 1993 kam «The Piano» ins Kino und machte Anna Paquin schlagartig zum Star. Ein Jahr später erhielt die damals elfjährige einen Oscar als beste Nebendarstellerin. Seitdem ist sie vor allem in Serien zu sehen, unter anderem in «True Blood» und «The Affair.»

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Benni heisst eigentlich Bernadette. Aber der Name passt nicht zu ihr. Ebenso wenig wie die hellblonden Haare und das engelsgleiche Gesicht. Wenn man der Neunjährigen zu nahe kommt, brüllt sie «Verpiss dich!» oder «Fick dich!». Oder sonst was Uncharmantes. Sie klaut, ist gewalttätig und unberechenbar.

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Und fällt durch jedes Raster. Die Mutter ist überfordert und sucht sich die falschen Männer aus, keine Pflegefamilie hält es mir ihr aus, keine Einrichtung will sie noch bei sich haben. Sie ist ein sogenannter Systemsprenger, der durch alle Auffangnetze des Sozialstaates fällt.

Benni leidet an einem Trauma aus frühester Kindheit, seit ihr jemand (vermutlich der Vater oder Stiefvater) gebrauchte Windeln ins Gesicht drückte. Will ihr jemand ins Gesicht fassen, flippt sie aus. Und wie.

Niemand sonst hat diese Bandbreite

Dass «Systemsprenger» ein so eindrücklicher Film wurde, der sogar als deutscher Beitrag ins Oscar-Rennen geht, ist vor allem Helena Zengel (11) zu verdanken. Sie spielt Benni grandios.

Die Berlinerin war erst neun Jahre alt, als sie die Hauptrolle in «Systemsprenger» bekam. Laut Regisseurin Nora Fingscheidt (36) war sie das einzige gecastete Mädchen, das gleichzeitig diese Wut und auch Verletzlichkeit, die von Benni ausgeht, spielen konnte.

Tom Hanks holt sie nach Hollywood

Ihre unglaubliche Performance schlug Wellen bis nach Hollywood. Im Western «News of the World» wird Helena neben Tom Hanks (63) in der Hauptrolle zu sehen sein.

Hanks, der auch als Produzent dabei ist, wählte Helena höchstpersönlich für das Projekt aus. Damit sind der jungen Deutschen wohl viele weitere Rollen in amerikanischen Produktionen sicher.

Sie tritt in grosse Fussstapfen

Viele der grössten Stars der Traumfabrik begannen ihre Filmkarrieren, lange bevor sie in die Pubertät kamen. Und viele in so extremen Rollen wie Helena Zengel.

Natalie Portman (38) etwa, die als elfjährige Mathilda in «Léon» als Zögling eines Auftragskillers für Furore sorgte. Oder Kirsten Dunst (37), die als Zehnjährige in «Interview with the Vampire» eine blutrünstige Vampirin spielte.

Weitere beeindruckende Darstellungen von Kindern siehst du oben in der Bildstrecke.


Der Trailer zu «Systemsprenger». Der Film läuft am Donnerstag in den Deutschschweizer Kinos an. (Video: Cineworx)

(cat)