Academy Awards

28. Februar 2011 10:20; Akt: 28.02.2011 12:14 Print

«Wie schlecht? Spektakulär schlecht!»

Wenig Witz, keine Überraschungen und miese Moderatoren: Kritiker wie Publikum sind sich einig. Die heurigen Oscars waren «noch langweiliger als die Emmys».

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Colin Firth ist «Bester Hauptdarsteller» - «The King's Speech» räumte insgesamt vier Trophäen ab. Die schwangere Natalie Portman gewinnt den Preis als «Beste Hauptdarstellerin» für ihr Schauspiel im Film «Black Swan». Grund zur Freude: Tom Hooper nahm die Statue für den besten Film entgegen - «The King's Speech». Hooper bekam den Preis auch für die beste Regie. Christian Bale (in «Gucci») erhielt für die Rolle als Boxer in «The Fighter» das goldene Männlein in der Kategorie «Bester Nebendarsteller». Die «beste Nebendarstellerin» ist Melissa Leo («The Fighter»). Die Schauspielerin verneigt sich erst vor Laudator Kirk Douglas. Und hält dann eine bewegende Rede. Sie führten durch den Abend - und ernteten Häme und Kritik von Presse und Publikum: James Franco und Anne Hathaway. Kuss auf der Bühne: Die beiden Schauspieler Josh Brolin und Javier Bardem - eher unkonventionell, aber gut für die Schlagzeilen. Aaron Sorkin gewinnt eine Statue für das beste adaptierte Drehbuch - der erste Oscar der Nacht für «The Social Network» - am Schluss waren es deren drei. Der Oscar für die beste Kamera geht an Wally Pfister für seine Arbeit in «Inception». Der Film mit Leo di Caprio gehört zu den absoluten Gewinnern des Abends. Robert Stromberg und Karen O'Hara gewinnen den Oscar für die beste Art Direction in «Alice in Wonderland». Justin Timberlake und Mila Kunis durften gemeinsam einen Oscar vergeben. Justin sorgte für zahlreiche Lacher, als er scherzhaft verkündete: «Ich bin Banksy.» David Seidler gewinnt den Oscar für das beste Original-Drehbuch für «The King's Speech» Lee Unkrich nimmt den Oscar für «Toy Story 3» entgegen - der Film gewinnt den Oscar als bester Animationsfilm. Shaun Tan (links) and Andrew Ruhemann bedanken sich für die Statue für «The Lost Thing». Amy Adams (im Kleid von «L’Wren Scott») gewann in der Kategorie «best live action short and best documentary». Susanne Bier gewinnt für «In a Better World» den Oscar für den besten fremdsprachigen Film. Trent Reznor (links) und Atticus Ross kriegen das Männlein für die beste Filmmusik («The Social Network»). TV-Ikone Oprah Winfrey übergab den Preis für den besten Dokumentarfilm - an die Macher von «Inside Job». Matthew McConaughey übergibt Lora Hirschberg den Preis für «Bester Ton» (in «Inception»). Golden und glänzend: Die Statuen in voller Pracht.

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Kaum ist der Applaus im Kodak Theater verklungen, beschäftigen sich Talkmaster, Blogger und Medienkritiker mit der Schlüsselfrage: «Wie gut waren die heurigen Oscars?» Die kurze Antwort lautet: Schlecht. Eine ausführlichere Antwort gefällig? Okay: «Spektakulär schlecht», wie es der gefürchtete Kritiker Tim Goodman vom «Hollywood Reporter» ausdrückt.

Die Academy Awards von 2011 waren vieles, nur nicht das, was sie sein sollten: Nämlich eine unterhaltende Show, in der die berühmtesten Entertainer der Welt sich zur kurzweiligen Belustigung der Massen treffen. Leider war die heurige Show, wie auch Eril Pedersen von «E! Online» befand, «klobig, amateurhaft und so ziemlich ohne jeglichen Unterhaltungswert für diejenigen unter uns, die keinen Award abzuholen hatten».

Ricky Gervais lacht sich ins Fäustchen

Die Hauptschuld daran tragen die Moderatoren des Abends, die Schauspieler James Franco und Anne Hathaway. «Viele grossartige Performances und Films wurden prämiert, doch die Tatsache, dass keine gute Moderatoren am Start waren, machten die Oscars sogar noch langweiliger als die Emmys», so der «Hollywood Reporter». Gleich von Anfang an schauderte es wohl manchen Zuschauer bei der Aussicht darauf, die beiden Mimen die ganze Show über ertragen zu müssen – und bei der Erkenntnis, dass dies kein «Inception»-Traum war.

Ausschnitte aus Urteilsverkündungen der diesjährigen Oscar-Verleihungen:(Quelle: APTN Video/Clip Courtesy A.M.P.A.S.© 2011)


Nicht wenige wünschten sich dabei den anarchischen Spott eines Ricky Gervais zurück, der vor wenigen Wochen bei den Golden Globes für Furore und Kontroversen gleichermassen gesorgt hatte. «Irgendwo kugelt sich Ricky Gervais vor Lachen», so Goodman. James Franco hatte nämlich die Verve gehabt, zu behaupten, Gervais' Moderation sei «ein Flop» gewesen. Franco sollte sich heute morgen besser vom Internet fernhalten, denn Verrisse, wie sie heute zu finden sind, gab es nach den Golden Globes nicht.

Sehnsucht nach Billy Crystal

Francos Ko-Moderatorin Anne Hathaway kommt bei den meisten Kritikern knapp besser weg, wenn auch nur im Vergleich zu Francos trostloser Leistung. «The Washington Post» konstatierte, «Hathaway arbeitete ihren Hintern ab», um den fehlenden Franco-Funken wettzumachen. Vergebene Mühe: Sollten die Moderatoren jemals Zweifel an ihrem Versagen gehegt haben, wurden diese just in dem Moment zerstreut, als Komiker Billy Crystal die Bühne betrat und Standing Ovations erntete – so sehnlich wünschte sich das Publikum den mehrmaligen Oscar-Moderator zurück.

(obi)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • hans am 28.02.2011 11:45 Report Diesen Beitrag melden

    Schwache Show

    war wirklich zum einschlafen! Was dann auch passiert ist.Überhaupt kein witz, keine power, einfach so langweilig!

  • Mundspray am 01.03.2011 11:30 Report Diesen Beitrag melden

    Was gut

    Mich hat es so gut unterhalten, dass ich das ganze Teil fertig geschaut habe. (und das mitten in der Nacht!)

  • Thomas Kummer am 28.02.2011 21:25 Report Diesen Beitrag melden

    Moderatoren ...

    Im grossen und ganzen wurden die Oscars gerechtfertigt vergeben. Was mir ein wenig sauer aufgestossen ist: Anna Hathaway war recht unterhaltsam, wohingegen Franco so cool da stand, dass ich kaum etwas bewegte an ihm. Von mir ausgesehen, war er einfach nur langweilig ...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mundspray am 01.03.2011 11:30 Report Diesen Beitrag melden

    Was gut

    Mich hat es so gut unterhalten, dass ich das ganze Teil fertig geschaut habe. (und das mitten in der Nacht!)

  • Walter am 01.03.2011 09:29 Report Diesen Beitrag melden

    Ich fand es gut.

    Ich fand die Veranstaltung super. Auch, dass es so gut wie keine Skandale gab. Das beweist, dass es ein Abend mit Stil war. Bei sovielen Filmen ist es immer schwer den besten zu küren, das gleiche galt für die Schauspieler. Ich fand es gab schon langweiligere Oscar-Verleihungen. Die Moderatoren waren im grossen und ganzen auch sehr gut gelaunt. Es hat spass gemacht zuzuschauen.

  • Thomas Kummer am 28.02.2011 21:25 Report Diesen Beitrag melden

    Moderatoren ...

    Im grossen und ganzen wurden die Oscars gerechtfertigt vergeben. Was mir ein wenig sauer aufgestossen ist: Anna Hathaway war recht unterhaltsam, wohingegen Franco so cool da stand, dass ich kaum etwas bewegte an ihm. Von mir ausgesehen, war er einfach nur langweilig ...

  • Lisa Blauer am 28.02.2011 17:54 Report Diesen Beitrag melden

    immer nur kritisieren

    Jaja wiedermal typisch. Der sogenannt moderne, intellektuelle Schweizer sieht sich nur noch kleine Arthouse Filme an und verpönt alles was auch nur entfernt mit Hollywood oder Star Appeal zu tun hat. Hauptsache kritisieren. Ich fand die Oscars hammer. Hathaway was unbeholfen lustig, Franco war zwar eher unauffällig, aber wenn er was gesagt hat, war es gut. Die Vergabe der Oscars ging schnell und ohne Schnickschnack über die Bühne und sie wurden auch verdient vergeben. Die Show war ein riesiges Highlight. Aber als Schweizer ist es natürlich uncool wenn man Hollywood cool findet. Schon klar.

    • Fabian Egger am 28.02.2011 21:26 Report Diesen Beitrag melden

      Kritik aus Neid

      Ich bin Schweizer und lebe in hollywood (5 minuten vom kodadk und den oscars entfernt). Kann nur zustimmen, die ganze sache is reibungslos und grossartig, wenn auch nicht all zu spektakulaer ueber die buehne gegangen. Die Schweiz ist jedoch um einiges cooler als Hollywood (Nicht zuletzt weil sie ja auch unzaehlige top Schauspieler anzubieten hat). Deshalb ist sie ja genau das richtige Land das sinnlose Kritik ueber das, aus Schweizer Sicht mit Neid betrachtete, Hollywood austeilen kann. Kann Lisa Blauer nur zustimmen. Dein Kommentar hat den Nagel auf den Kopf getroffen

    einklappen einklappen
  • MR am 28.02.2011 14:16 Report Diesen Beitrag melden

    The King's Speech

    The King's Speech ist grossartig und hat zurecht 4 Oscars gewonnen :) Es hätten durchaus 1-2 mehr sein können, z.b bester Nebenschauspieler...