Hacker entschuldigen sich

04. Januar 2016 15:37; Akt: 04.01.2016 15:37 Print

«Wir wollten niemandem schaden»

Die Hacker, die Filme wie «The Hateful Eight» geleakt haben, nehmen Stellung. Sie finden, sie hätten der Filmindustrie gratis Werbung verschafft.

Der Trailer zu Quentin Tarantinos Western «The Hateful Eight», der von Hacker schon im Vorfeld ins Netz gestellt wurde. (Quelle: Youtube/The Weinstein Company)
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«Uns tut der Ärger, den wir verursacht haben, leid», schreibt die Hacker-Gruppe Hive-CM8 in einer Mitteilung. Der Grund für die Entschuldigung: Sie hat grosse Filme wie Quentin Tarantinos «The Hateful Eight» vor dem Kinostart ins Internet gestellt. Den Vorwurf einer Hackerattacke auf das Produktionsstudio weist die Gruppe aber von sich: «Tut uns leid, euch zu enttäuschen, aber es gab keinen Hack oder dergleichen. Wir haben die Kopien von einem Typen auf der Strasse gekauft. Wir waren also nicht die Einzigen, die die Filme weiterverbreitet haben.»

Ausserdem findet Hive-CM8, sie hätte gar keinen grossen Schaden angerichtet. Vielmehr hätte sie einen Medienhype um den Film ausgelöst und so gratis Werbung für Tarantinos Western generiert. «Wenn zu Beginn nur fünf Prozent geplant hatten, den Film im Kino zu sehen, dann sind es jetzt nach dem von uns generierten Push in den Medien sicher 40 Prozent, die ‹The Hateful Eight› auf der grossen Leinwand sehen wollen», so die Hacker.

Nicht der erste Leak bei «The Hateful Eight»

Da Hive-CM8 nun darauf pocht, der Gesellschaft einen grossen Dienst mit diesem Leak erwiesen zu haben, liegt die Vermutung nahe, dass der Gruppe wohl vonseiten Hollywoods Druck gemacht wurde. Denn: Die Hacker-Gruppe lobpreist Quentin Tarantino als Regisseur und nennt «The Hateful Eight» seine «beste Arbeit bisher», die «ganz sicher einen Oscar gewinnen wird». Ausserdem weisen die Hacker darauf hin, dass sie Filme nicht mehr vor Kinostart leaken wollen. Und dass Filmfans weiterhin ins Kino gehen sollten, denn «die Produzenten brauchen das Geld der Ticketverkäufe, um die Produktionskosten zu decken».

Weil diese Logik auch vor einem Hack jedem klar sein hätte müssen, scheint es wahrscheinlich, dass das Team rund um Quentin Tarantino die Mitglieder der Hacker-Gruppe identifiziert hat und nun mit dicken Klagen droht. Immerhin: Sogar das FBI leitete eine Untersuchung in der Sache ein. Für Tarantino war der Leak des Films ein herber Schlag, denn schon ein Jahr zuvor verschob er den Drehstart von «The Hateful Eight», weil jemand das vorläufige Drehbuch des Streifens unerlaubt ins Netz gestellt hatte.

Der Western-Streifen «The Hateful Eight» mit Kurt Russell und Samuel L. Jackson startet – ganz legal – am 28. Januar in den Schweizer Kinos.

(ink)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Büezer am 04.01.2016 15:50 Report Diesen Beitrag melden

    Agieren statt reagieren?

    Die Film Branche jammert so wie die Music Branche auch. Stellt euch mal vor es gibt zig Milliarden Menschen auf der Welt, ok nicht alle haben Internet Anschluss. Was aber wenn man die Filme für ein paar Franken / Euro /Dollar, etc. offiziell anbieten würde? Legaler Download. Zu revolutionär? Hmm kein Geschäft mit DVD mehr? Wie war das mit dem Internet sterben Zeitungen und Bücher aus?... Naja gebe es zu, ich gehe ja auch noch gerne ins Kino.

  • Streamboy am 04.01.2016 18:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Home Cinema

    Habe den film neulich gestreamt ( gute quali), schönes werk aber für mein geschmack zu minimalistisch. Sorry quentin werde jetzt nicht mehr ins kino gehen.

  • Wegmüller am 04.01.2016 16:23 Report Diesen Beitrag melden

    Guter Film, mehr nicht.

    Habe den Film vor 5 Tagen gesehen und muss sagen, dass er zwar sehr gut ist, jedoch nicht an Filme wie "Inglourious Basterds" oder "Pulp Fiction" rankommt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Alufuchs am 05.01.2016 12:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Drama Baby

    Manchmal blasen sie sich zu mehr auf als sie wert sind. Die Crew hat recht, viele sind dann vom Film angefixt und wollen es in Hd bei perfekter Soundkulisse auf grosser Leinwand sehen. Riecht nach Money +

  • tom klinner am 05.01.2016 10:54 Report Diesen Beitrag melden

    Hier werden Mücken zu Elephanten

    Wer für diesen Film Geld zahlt ist wirklich selber Schuld. Der Film kommt nicht ansatzweise an Tarantinos Meisterwerke wie Jackie Brown heran. Ein klägliches Kammerspiel mit abgehalfterten Sprüchen ist es, mehr nicht.

  • Franz am 05.01.2016 08:20 Report Diesen Beitrag melden

    gratis Werbung

    Tarentino braucht keine Gratiswerbung. Diese Aktion hat seinem Film definitiv mehr geschadet als genützt.

  • roland am 04.01.2016 21:07 Report Diesen Beitrag melden

    wichtig

    das ist entscheidend ob ich einen fim im kino anschaue oder nicht. ist er schlächt spare ich das geld für das kino wenn nicht gehe ich ihn schauen oder kaufe ihn auf dvd.

  • Streamboy am 04.01.2016 18:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Home Cinema

    Habe den film neulich gestreamt ( gute quali), schönes werk aber für mein geschmack zu minimalistisch. Sorry quentin werde jetzt nicht mehr ins kino gehen.