70-Milliarden-Deal

20. März 2019 12:41; Akt: 20.03.2019 12:41 Print

«The Simpsons» gehören jetzt Disney

Walt Disney schnappt sich legendäre Fox-Franchises. Und wird zu einem Giganten im wichtigsten Entertainment-Sektor der Zukunft, dem Streaming.

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15 Monate arbeiteten The Walt Disney Company und 21st Century Fox am Deal, am Mittwochmorgen wurde er vollzogen: 21st Century Fox geht für umgerechnet 70,4 Milliarden Franken an Disney. Der Erfinder von «The Simpsons» (die bislang Fox gehörten), Matt Groening (65), setzte den Deal treffend mit dieser Zeichnung in Szene. Der Katalog von Disney war vorher schon gross – mit den eigenen Film- und TV-Produktionen, den Pixar-Werken (im Bild: «Toy Story 4»), ... ... aber auch den Streifen der Marvel Studios (im Bild: «Avengers: Infinity War») und dem «Star Wars»-Franchise. Nun wächst das Imperium um grosse Namen im Entertainment-Bereich an. Wir namendroppen mal (unvollständig, sonst sind wir morgen noch dran) und schreiben gar nicht viel dazu, damit du mehr Zeit hast, deine Kinnlade wieder vom Boden hochzuheben. Wolverine und ... ... der Rest der X-Men können nun ins Marvel Cinematic Universe aufgenommen werden. Ebenso die Figuren des «X-Men»-Spin-off «X-Force», zu denen Deadpool gehört. Ebenfalls sichere Kandidaten für die Zukunft des MCU: die Fantastic Four. Und «Avatar». Neu zum Disney-Serien-Roster gehören «Modern Family», ... ... «This Is Us», ... ... «Legion» und die andere X-Men-Serie ... ... «The Gifted», ... ... ebenso «Empire» ... ... und «Speechless». Auch die Cartoons von Fox Television Animation ... «Family Guy», ... ... «American Dad!» und ... ... «Bob's Burgers». Disney hält nun auch die Rechte an Fox' knapp 85 Jahre zurückreichendem Back-Katalog. Bei den Serien gehört zum Beispiel «24» dazu. Und «Futurama». Ebenso «Buffy the Vampire Slayer» sowie dessen Spin-offs. Und: das «The X-Files»-Revival. Fox zeichnet sich auch für viele grosse Hollywood-Franchises verantwortlich. Wie zum Beispiel die «Alien»-Reihe. Und die «Predator»-Filme. Ebenso die «Planet of the Apes»-Streifen – von damals bis heute. Jep, «Independence Day» und das Sequel gehören auch dazu. Die «Die Hard»-Reihe auch. «Night at the Museum» samt Fortsetzungen, ... ... die «Home Alone»-Filme, ... ... das «Ice Age»-Franchise, ... ... die beiden «Rio»-Filme und ... ... die «Alvin and the Chipmunks»-Releases. Und das ist wie gesagt nur ein Teil des neuen Disney-Portfolios.

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Seit Mittwochmorgen um 5.02 Uhr (Schweizer Zeit) gehört 21st Century Fox offiziell The Walt Disney Company, wie diverse Branchenportale berichten.

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Die Abwicklung des Deals dauerte rund 15 Monate, in denen Comcast (das Mutterunternehmen von NBC Universal) ebenfalls ein Angebot für Fox machte, das Disney wiederum übertrumpfte – mit rund 70,4 Milliarden Franken.

Disney ist nun ein Entertainment-Gigant

Als Gründe für den Verkauf vermuten Branchenkenner, dass Fox (heisst neu Fox Corp.) sich mehr auf den News- und Sportbereich konzentrieren wolle als auf den im Vergleich weniger profitablen Unterhaltungssektor.

Disney ist dank des klassischen Disney-Film- und -TV-Contents und dem Kauf des «Star Wars»-Universums und der Marvel Studios in den vergangenen Jahren schon riesig. Mit der Übernahme von 21st Century Fox ist das US-Unternehmen nun ein Gigant – nachfolgend liest du, warum.

Kino:
«X-Men» und «Avatar»

Die Film- und Serien-Lizenzen des «X-Men»-Franchise gehörten Fox, weshalb Wolverine bisher nie bei den Avengers mitmischte. Das dürfte sich ändern und auch die Fantastic Four und Deadpool könnten nun Teil des zusammenhängenden Marvel Cinematic Universe werden.

Nach «Spider-Man: Far From Home» im Juli stehen im MCU übrigens keine weiteren konkreten Releases an – vielleicht wollte Disney erst die Fox-Übernahme abschliessen, um die X-Men fortan einzubeziehen?

Das andere grosse Fox-Franchise, das nun Disney gehört, ist «Avatar». Zwischen 2020 und 2025 plant dessen Schöpfer James Cameron (64) ganze vier Fortsetzungen des nach wie vor erfolgreichsten Films aller Zeiten zu releasen.

Serien:
«The Simpsons» und «Modern Family»

Mit dem Deal kontrolliert Disney ab sofort auch die Produktionsapparate zahlreicher bekannter und beliebter Serien, darunter «Modern Family», «This Is Us», die X-Men-Shows «Legion» und «The Gifted», «Empire» sowie «Speechless».

Dazu gehört ebenfalls Fox Television Animation. Das Studio produziert mit «The Simpsons», «Family Guy», «American Dad!» und «Bob's Burgers» teilweise seit Jahrzehnten Publikumslieblinge.

«The Simpsons»-Showrunner Al Jean (58) kommentierte den Deal wie folgt:


Mediathek:
Klassiker à gogo

Bleiben wir bei den Serien: Auch die Vertriebsrechte von abgesetzten Fox-Shows gehören nun Disney – darunter Hits wie «24», «Futurama» oder «Buffy the Vampire Slayer» samt allen Spin-offs.

Noch beeindruckender ist der Filmkatalog, den Fox in den fast 85 Jahren seit der Gründung des Studios im Jahr 1935 aufgebaut hat. Wir holen mal tief Luft – und namedroppen die wichtigsten Franchises: «Alien» (samt «Predator»), «Planet of the Apes», «Independence Day», «Die Hard», «Night at the Museum», «Home Alone», «Ice Age», «Rio» und «Alvin and the Chipmunks».

Zu Fox gehört zudem Fox Searchlight Pictures – das Studio konzentriert sich auf Indie-Werke, die bereits vier Oscars in der Kategorie Bester Film einheimsen konnten – an der Top-Kategorie war Disney bislang gescheitert.

Die Zukunft:
Streaming

Als wäre das alles nicht schon beeindruckend genug, ist der auf lange Sicht gesehen wichtigste Punkt wohl, dass Disney neu 60 Prozent und damit eine Mehrheit des Streamingportals Hulu hält.

Der Konzern unterhält bereits den Streaming-Service ESPN Plus mit Randsport-Berichterstattung (und hat trotzdem weit über eine Million Abonnenten).

Gegen Ende Jahr geht Disney zudem mit einem eigenen Streaming-Angebot an den Start: Disney+. Neben neuen Produktionen (wie der «Star Wars»-Serie «The Mandalorian») zügelt das Unternehmen auch alles, was bisher bei Netflix lief, dorthin.

Und bietet dort Fox-Shows an. Und den gesamten Film-Katalog von Disney und Fox. Bei Netflix dürfte man darob in diesen Tagen das eine oder andere Badetuch vollgeschwitzt haben.

Ungewiss:
Die «Star Wars»-Fanfare

Weil Disney bisher «nur» Lucasfilm gehörte, nicht aber 21st Century Fox, erklang das berühmte 20th-Century-Fox-Logo in den «Star Wars»-Episoden «VII» und «VIII» sowie den Spin-offs «Rogue One» und «Solo» natürlich nicht.


Gehörte lange zu einem «Star Wars»-Film wie John Williams' (77) Score: die 20th-Century-Fox-Fanfare. (Quelle: Youtube/20thCentryFox)

Disney äusserte sich bislang nicht dazu, ob die Fanfare in Zukunft – also erstmals bei «Episode IX» Ende Jahr – wieder erklingen wird. Aber es ist nur schon schön zu wissen, dass es nun theoretisch wieder möglich ist, nicht?

(shy)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jako Scheimer am 20.03.2019 12:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    RIP

    Und die nächste Serie wird von Disney verhunzt.

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  • Der Russe am 20.03.2019 12:55 Report Diesen Beitrag melden

    Das EA der Filmewelt

    Na super, dann tschüss Simpsons. Ihr werdet immer in meiner Erinnerung bleiben. Aber es ging schon eine zeitlang bergab. Nun mit Disney ist der Todesstoss unterschrieben

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  • Sideshow Bob am 20.03.2019 13:06 Report Diesen Beitrag melden

    das ist dann wohl das Ende

    Disney hat es schon mit Star Wars komplett vermasselt und der Franchise den Todesstoss versetzt, es ist wohl absehbar, dass sie dasselbe mit den Simpsons machen werden. Eigentlich halb so wild, die Simpsons haben eh schon sehr lange an Qualität verloren, etwa ab der 10. Staffel ging es mit dem Stil des Humors bergab und die Sendung wurde platt und stumpf, und das sage ich als Simpons-Fan. Die Serie war in den 90ern am stärksten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Zürcher Ex-Pat am 21.03.2019 13:58 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Kinobesucher

    Ich besuche schon lange lein Kino mehr, da irgenwie sich alles langsam ähnelt. wird mit dem Zusammenschluss nicht besser

  • angiosperm am 20.03.2019 22:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Disney Mann VS Maschine

    Früher war Disney revolutionierende Animationskunst, das mit hochangesehenen Filmen konkurrenzierte. Heute ist es eine imperialistische Geldmaschine. Grösstenteils Kommerz, kaum künstlerische Freiheiten. Selbst Walt Disney sagte, dass er sich keine tiefgründigereren Filme wie "wer die Nachtigall stört" erlauben kann, weil er eine derart starke Marke mit seinem "Schneewittchen" geschaffen hat. Animation ist ein Kunstmittel, kein Genre.

  • Gunner89 am 20.03.2019 20:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Simpsons/Avengers/StarWars

    Die Simpsons,herrlich,ein stück kindheitsgeschichte,bin gross geworden mit dieser serie,obwohl ich als kind viele versteckte jokes gar nicht verstanden habe Solange die Avengers jetzt nicht anfangen zu singen soll disney machen was sie wollen

  • dany t. am 20.03.2019 20:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bitte ohne gesang

    Solange wolverine und co. jetzt nicht auch noch anfangen zu singen kann es nicht viel schlimmer werden.

    • marko 34 am 20.03.2019 20:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @dany t.

      Schrecklich

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  • Andy am 20.03.2019 16:36 Report Diesen Beitrag melden

    Monopol Gefahr

    Weshalb hier Trump nicht einschreitet wie beim AT&T takeover von Time ist schon ein Rätsel. Dies Übernahme von Fox durch Disney ist schon fast ein Schritt Richtung Monopol und sollte die Marktaufsicht zu einer Untersuchung treiben.

    • marko 34 am 20.03.2019 20:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Andy

      Schrecklich

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