KKK und eine Kantischülerin

31. Juli 2018 14:15; Akt: 31.07.2018 16:53 Print

8 Locarno-Highlights, die zu reden geben werden

Am Locarno Festival wird sich Hollywood unter Schweizer Newcomer und Style-Stars mischen. Unsere Highlights.

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Das Locarno Festival lockt dieses Jahr unter anderem mit einer neuen Generation französischer Cool-Girls. Allen voran: Newcomerin Noée Abita, die im letzten Jahr mit ihrem Film-Debüt «Ava» für Aufsehen sorgte. In Locarno sehen wir die 19-Jährige neben ihrem Newcomer-Kollegen Théodore Pellerin in «Genèse». Mit Laetitia Dosch kommt eine weitere starke Frau aus Frankreich ins Tessin. Mit 37 Jahren ist sie zwar keine Newcomerin mehr, doch seit sie in «Jeune Femme» spielte, vergleichen Film-Insider Dosch mit Greta Gerwig und Winona Ryder – beide ein Cool-Siegel. Die Schauspielerin trat schon vor drei Jahren für den Film «La Belle Saison» in Locarno auf. Dieses Jahr kommt sie als Jurorin. Der neuste Film von Kult-Regisseur Spike Lee dürfte ebenfalls zu reden geben. Adam Driver und John David Washington (der älteste Sohn von Hollywood-Star Denzel) erzählen die Geschichte von Ron Stallworth, der in den 70ern der erste afroamerikanische Polizist im Colorado Springs Police Department war. Stallworth versuchte damals, den Ku-Klux-Klan von innen hochzunehmen. Was in «BlacKkKlansman» passiert, basiert auf der wahren Geschichte von Ron Stallworth, der seine Erfahrungen mit dem Fall vor vier Jahren im Buch «Black Klansman» veröffentlichte. Wo es um Film geht, ist heute auch Netflix nie weit. In Locarno wird Film-Ak­qui­si­torin Funa Maduka zu Gast sein. Den Spürsinn, den die Branchen-Lady für künftige Streaming-Highlights hat, demonstriert sie auch im Styling und bei Insta-Momenten. Hier etwa nach dem Wiener Opernball. An den diesjährigen Oscars schnappte sie sich ihre Filmmacher-Heldin Agnès Varda und komponierte einen Insta-Schnappschuss. Und am Sundance Film Festival in Utah schmiegte sich Rap-Star A$AP Rocky an Madukas Schulter. Da wird @thefunamentals auf Instagram zu folgen plötzlich zu einem schier fundamentalen Bedürfnis. Neben den jungen und wilden Beiträgen dürfte es ein Big Name schaffen, die Piazza mit wenig mehr als einem Botox-freien Lächeln um die Finger zu wickeln: Ethan Hawke erhält den Excellence Award und zeigt am 8. August seine neuste Regiearbeit «Blaze». Der Luzerner Regisseur Thomas Imbach überrascht mit dem Casting für sein neues Geschwisterdrama «Glaubenberg»: Er besetzte seine Hauptrollen mit Kantonsschülerin Zsofia Körösi und Francis Benjamin Meier, dem Sohn von Dieter Meier von Yello. Im Film entwickelt Lena (Körösi) weit mehr als geschwisterliche Liebe für ihren Bruder Noah (Meier). Mehr Schweizer Film-News liefert Bettina Oberli mit «Le vent tourne». Mit Mélanie Thierry in der Hauptrolle zeigt sie, was der Liebe passieren kann, wenn man sie von der Welt abkapselt. Im Festivaljahr 2018 ist selbst ein Stück Brad Pitt in Locarno – nicht persönlich, dafür in Bestform im Kultstreifen «Seven». Das 90s-Nostalgie-Screening haben wir Grafiker und Designer Kyle Cooper zu verdanken, der für seine revolutionären Animationen den Vision Award erhält. Etwas weniger düster, nicht minder charmant: «CoinCoin et les z'Inhumains», die erwachsene Fortsetzung von Bruno Dumonts Mystery-Plot «P'tit Quinquin». Im neuen Teil bedrohen ausserirdisches Magma, Teenager-Hormone und Migranten die ländliche Idylle. Die Mini-Serie ist der erste TV-Beitrag, der zum Samstagabend-Finale über die Piazza-Leinwand flimmern wird. Die vielleicht brisantesten Momente kommen womöglich nicht vom Film selbst. Zu den «Locarno Talks la Mobiliare» am 9. bis 11. August diskutieren Gender- und Performance-Aktivistin Narcissister (im Bild ein Film-Still aus ihrem Festival-Beitrag «Narcissister Organ Player»), Kult-Fotograf Jürgen Teller und Jürgen Schmidhuber, Spezialist für künstliche Intelligenz, über die Zukunft unserer Gesellschaft.

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Vom 1. bis 11. August wird das Tessin wieder ein bisschen zu Hollywood und lockt zum 71. Mal Film- und TV-Stars nach Locarno. Superlative wie Rom-Com-Queen Meg Ryan oder der mit 14 Stunden längste Film der Festival-Geschichte, «La Flor», sorgen längst für Gesprächsstoff. Es lauert natürlich weit mehr.

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Wir haben uns durch das Festival-Programm geklickt und acht Highlights entdeckt, die das Filmfieber entfachen:

1. Die neue Generation französischer Coolness
Da ist die 19-jährige Noée Abita, der Star aus «Ava», die in Locarno ihren neuen Film «Genèse» präsentiert. Da ist aber auch Laetitia Dosch (zuletzt in «Jeune femme» und gemäss Dazeddigital.com schillernd wie Greta Gerwig und Winona Ryder), die dieses Jahr als Jury-Mitglied die Arbeit der Kollegen beurteilen wird. Beide zeigen, wie Frankreichs Frauen wieder Coolness demonstrieren.

2. Der Zeitgeist-Blockbuster
Regisseur Spike Lee ist immer für eine Schlagzeile gut, mit «BlacKkKlansman» dürften sie ihm sicher sein. Lee erzählt die Geschichte von Ron Stallworth, dem ersten afroamerikanischen Polizisten im Colorado Springs Police Department, der in den 70ern den Ku-Klux-Klan infiltrierte. In den Hauptrollen: John David Washington (der älteste Sohn von Hollywood-Star Denzel) und «Star Wars»-Star Adam Driver.

3. Eine Film-Insiderin für den Insta-Feed
Netflix schickt seine Film-Ak­qui­si­torin Funa Maduka nach Locarno. Und die dürfte nicht nur heiss begehrte Firmen-Geheimnisse mitbringen, sondern auch Style-Highlights und Hinweise, wo sich die coolsten Leute herumtreiben. Zeit, @thefunamentals zu abonnieren.

As Soon As Possible. #sundance2018 @asaprocky 🏃🏾‍♀️

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4. Hollywoods charmanter Stargast
Ethan Hawke stellt am Mittwoch, 8. August seine neuste Regiearbeit «Blaze» auf der Piazza Grande vor und flimmert in Filmen wie «Dead Poets Society» und «Boyhood» über die Leinwand. Der 47-Jährige erhält den Excellence Award für seine cineastischen Qualitäten. Er hätte aber auch für seine Skandal- und Botox-Resistenz in all den Hollywood-Jahren eine Trophäe verdient.

5. Neues im Schweizer Film
«Herbstzeitlosen»-Regisseurin Bettina Oberli zeigt in «Le vent tourne» eine bedrohte Aussteiger-Love-Story mit Mélanie Thierry, der Luzerner Thomas Imbach überrascht mit einer Laien-Besetzung seines Geschwisterdramas «Glaubenberg»: Kantonsschülerin Zsofia Körösi und Francis Benjamin Meier, der Sohn von Yellos Dieter Meier, sind im Lead.

6. Brad Pitt im Blick
Die Ikone wird zwar nicht persönlich vorbeikommen, dafür kriegen wir Pitt in Bestform zu sehen. «Seven» läuft zu Ehren von Grafiker und Designer Kyle Cooper, der den Vision Award für seine revolutionären Animationen erhält (neben dem Fincher-Film gehen unter anderem Grafiken für «Mission Impossible», die Serie «The Walking Dead» und «Marvel» auf Cooper zurück).

7. TV-Premiere zum Samstagabend-Finale
Mit «Coincoin et les Z'inhumains» zeigt das Festival erstmals eine Fernsehserie auf der Piazza: Die Fortsetzung von Bruno Dumonts Mystery-Plot «P'tit Quinquin», in der ausserirdisches Magma, Teenager-Hormone und Migranten die ländliche Idylle bedrohen.

8. Die Deep Talks
Vom 9. bis 11. August werden Gender- und Performance-Aktivistin Narcissister, Kult-Fotograf Jürgen Teller und Jürgen Schmidhuber, Spezialist für künstliche Intelligenz, an den «Locarno Talks la Mobiliare» über Gesellschaftsfragen und ihren Blick auf die Zukunft sprechen.

(mel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tony am 31.07.2018 19:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stark

    Starke Frauen. Der begriff geht mir bis heute nicht in den Kopf. Das sind alles stinknormale Frauen. Was heisst stark im Jahre 2018?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tony am 31.07.2018 19:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stark

    Starke Frauen. Der begriff geht mir bis heute nicht in den Kopf. Das sind alles stinknormale Frauen. Was heisst stark im Jahre 2018?