«Sucker Punch»

30. März 2011 16:49; Akt: 30.03.2011 17:00 Print

Amazonen im fantastischen Krieg

Fünf junge Frauen kämpfen gegen albtraumartige Horrorwesen: Das Quintett um Vanessa Hudgens stellt sich einzeln in Videoclips vor und will so Werbung für das Action-Feuerwerk machen.

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In seinem Action-Fantasy-Film «Sucker Punch» erzählt der US-Regisseur Zack Synder die Geschichte eines Mädchens im Kampf gegen übernatürliche Wesen. Am 31. März kommt der Film in die Deutschschweizer Kinos. Babydoll heisst das Mädchen. Es wird nach dem Tod ihrer Mutter von ihrem Stiefvater in eine düstere Irrenanstalt gesteckt. Dort soll es kaltgestellt werden. Um seine Ängste zu meistern und einen Fluchtweg zu finden, steigert es sich in wilde Fantasien.

Puppen tanzen

In «Sucker Punch» (übersetzt etwa «überraschender Faustschlag») lässt Snyder die Puppen tanzen. Babydoll imaginiert sich aus der heruntergekommenen Anstalt in ein plüschiges Bordell, dessen Chef der korrupte Direktor der Nervenklinik ist. Neuankömmling Babydoll muss mit vier Leidensgenossinnen Tänze für die Kunden aufführen. In diesen Tänzen flüchtet sich das Mädchen in epische Befreiungs-Fantasmen.

Der Sinn dieser Bilderorgie ist nur mit Anstrengung, wenn überhaupt, nachzuvollziehen. Snyder, der mit der wahnwitzigen Comic- Fantasy-Abenteuer «300» Furore machte, agiert als «Autorenfilmer», der Regie führte, das Drehbuch schrieb, und diesen grimmigen Trip auch selbst produzierte. Seine gewalttätigen Fantasien kosteten nicht weniger als 82 Millionen Dollar.

Mädchen mit Riesenknarren

Wenn Babydoll mit ihren Freundinnen den Ausbruchsplan in die Tat umsetzt, geht es mit dem ganzen explosiven Budenzauber, dessen die Computeranimation fähig ist, zur Sache. Die Mädchen müssen nicht nur Brutalitäten durchleiden, sondern als kriegerische Amazonen so viele Kulissen in Schutt und Asche legen, als ob Snyder beweisen wollte, dass Frauen nicht friedfertiger als Männer sind.

Im Bordell tritt das Quintett meist in aufreizenden Schulmädchenkostümen mit kurzen Röcken und falschen Wimpern auf, in den virtuellen Befreiungskriegen dagegen in martialischen Domina-Kostümen. Unterstützt von einem mysteriösen Weisen kämpft Babydoll gegen maskierte Samuraikrieger. Später schiessen sich die fünf durch düstere Schützengräben, erstechen Ork-artige Unholde und bombardieren Drachen.

Dazu donnern laute Remixes von Popsongs, etwa «Sweet Dreams (Are Made of This)» von Eurythmics oder «We Will Rock You» von Queen. Doch so sexy die Frauen mit ihren grossen Knarren auch hergerichtet sind, so wird ihr Parcours durch aufeinander folgende Gemetzel, in der Manier eines Computerspiels inszeniert, dennoch bald öde.

Kalendersprüche

Denn ausser Schauwerten hat das Quintett nichts zu bieten; die aufstrebenden Jungdarstellerinnen Emily Browning, Jena Malone, Vanessa Hudgens, Jamie Chung und Abbie Cornish bleiben posierende Püppchen, die so stark geschminkt sind, dass man sie kaum erkennt.

Der mit New-Age-Kalendersprüchen versehene Schluss-Twist, mit dem die zerfahrene Handlung erklärt werden soll, ist albern. Als poppige Nummernrevue mit schwülstigen Fast-Vergewaltigungsfantasien und ohrenbetäubendem Actiongetöse besitzt das Werk zwar gewisse Reize - doch einen Spielfilm mag es kaum nennen.

Exklusiv: Die Amazonen stellen sich vor


Gestatten: Blondie alias Vanessa Hudgens aus «Sucker Punch».


Gestatten: Babydoll aus «Sucker Punch», der am 31. März 2011 in die Schweizer Kinos kommt (© 2011 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.).


Gestatten: Sweatpea aus «Sucker Punch». (© 2011 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.)


Gestatten: Rocket aus «Sucker Punch». (© 2011 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.)


Gestatten: Amber aus «Sucker Punch». (© 2011 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.)

(sda)