«Hoselupf»

16. März 2011 20:08; Akt: 17.03.2011 07:25 Print

Beat Schlatter im Schwingerzirkus

Bestes Infotainment made in Switzerland: Beat Schlatter wagt den Selbstversuch und trainiert für ein grosses Schwinger-Duell.

«Hoselupf … oder wie man ein Böser wird» Kinotrailer.
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Eine simple Randbemerkung wird Beat Schlatter am Schwingfest zum Verhängnis. Als der Zürcher Komiker nämlich behauptet, dass er einen Jungschwinger ruckzuck bezwingen könne, fordert ihn prompt so ein «Böser» zum Duell heraus. Ein Jahr lang hat der Grossstädter Zeit, um den Schwingsport zu erlernen, hart im Sägemehl zu trainieren und den Profis des Landes über die Schultern zu schauen.

«Hoselupf» ist eine dokumentarische Hommage an den Schweizer Ur-Nationalsport Nummer eins. Augenzwinkernd, aber dennoch seriös führt der Schwinger-Laie Beat Schlatter als Moderator durch den Film. Auf der Suche nach der Seele des Schwingens tastet er sich an eine ihm komplett fremde Welt heran, die durch eine Trennlinie zwischen Stadt und Land gekennzeichnet ist und die er zu überbrücken versucht. Im Anlauf zum Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Frauenfeld 2010 begleitet er die bösesten der Bösen privat, im Schwingkeller und an den traditionellen Bergschwing­festen.

Auf seiner Reise taucht Schlatter auch in die reiche Historie des Schwingens ein und untersucht Brauchtum, Kultur und Bedeutung dieses Nationalsports für die Schweiz, wobei auch unglückliche Momente thematisiert werden. Der «Ferienfieber»-Regisseur This ­Lüscher hat mit seinem Cutter Daniel Cher­buin aus dem Rohmaterial eine ironische Col­lage gefertigt, die bestes Infotainment à la Michael Moore bietet. Witzige Promi-Talks (mit Ueli Maurer bis hin zu Simon Ammann), aber auch Schlatters erfolglose Crashtest-­Dummy-Pirouetten lohnen ein Anschauen.