«Gnomeo and Juliet»

23. März 2011 19:33; Akt: 23.03.2011 19:37 Print

Blauer Gnom liebt rote Gartenzwergin

In bunter Animationsfilmform erhält William Shakespeares klassisches Liebesdrama «Romeo & Juliet» ein ganz neues Gewand.

«Gnomeo and Juliet» Kinotrailer.
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Das Gras ist ja bekanntlich immer grüner auf der anderen Seite des Gartenzauns, und bei dem Prachtstück von Graf Zinn­oberrot sieht sogar Gräfin Blaublut rot. Seit jeher liegen sich die beiden benachbarten Gartenzwerg-Clans in den Mützen und reizen sich bis auf die Keramik. Höhepunkt der Streitereien sind halsbrecherische Rasenmäherrennen, in denen alles gegeben wird, bis die Sensen glühen. Doch der rotbemützte Tybalt spielt falsch und fährt den blaubemützten Gnomeo fast zu Scherben, der das Blatt erst in letzter Sekunde wenden kann: Tybalt rast gegen eine Mauer und zerspringt in 1000 Teile. Aber jetzt geht die Fehde erst richtig los: Angestachelt von einem Hirschen proben die Roten den Zwergenaufstand. Ausgerechnet jetzt begegnet Gnomeo in Nachbars komplett verwaistem Garten der wunderschönen Julia, und spontan möchte er alles hinter sich lassen und mit ihr hier die Samen für eine friedliche Gartenidylle säen.

«Shrek 2»-Macher Kelly Asbury treibt mit seinem jüngsten Animationsplausch den William-Shakespeare-Klassiker «Romeo und Julia» auf die Spitze. Der Stoff wurde ganz auf «familientauglich» getrimmt, um viel Dramatik gestutzt und mit einem Happy-End aufgemotzt. Das ist zwar gewagt, aber durchaus unterhaltsam. Shakespeare-Kenner entdecken quasi «zwischen den Zeilen» zahlreiche Anspielungen auf sein Schaffen (von Namen bis hin zu Symbolen). Die instrumental eingespielten Elton-John-Songs sind bestimmt nicht jedermanns Sache, machen die Handlung jedoch schmissiger und temperamentvoller. Fazit: ein kunterbuntes 3-D-Abenteuer mit Anarcho-Humor und bissiger Ironie.