«The King's Speech»

16. Februar 2011 19:35; Akt: 16.02.2011 19:41 Print

Colin Firth besticht als Star-Stotterer

Brillant gespieltes Regentendrama, das sowohl Colin Firth als auch Geoffrey Rush in schauspielerischen Glanzrollen zeigt. So gut kann Kino sein!

«The King's Speech» Kinotrailer.
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Als Sohn des britischen Königs George V. gehört es zu Berties (Colin Firth) Pflichten, öffentlich zu sprechen. Für den zurückhaltend-besonnenen Mann eine Qual, denn seit seiner Jugend leidet er an einem schweren Stottern. Kein Arzt und kein Psychologe kann ihm helfen, weshalb sich Berties liebevoll sorgende Ehefrau Elizabeth (Helena Bonham Carter) an den exzentrischen Sprachtherapeuten Lionel Logue (Geoffrey Rush) wendet. Mit seinem forschen Auftreten und den unkonventionellen Behandlungsmethoden stösst er seinen adligen Patienten zunächst vor den Kopf. Bald aber zeigen sich erste Erfolge. Nach dem Tod seines Vaters und der Abdankung seines Bruders Edward VIII. (Guy Pearce) wegen dessen Liebe zur geschiedenen, bürgerlichen Wallis Simp­son (Eve Best) wird Bertie unter dem Namen George VI. im Jahre 1936 unerwartet zu Englands neuem König ernannt. Öffentliche Auftritte und Radioansprachen lassen sich fortan noch weniger umgehen als zuvor, und nicht zuletzt der drohende Krieg erhöht den Druck auf den schüchternen Regenten.

Der Engländer Tom Hooper («The Damned United») ist ein Experte für aufwendig verfilmte historische Stoffe. Umso grösser ist die Freude über seine jüngste, sehr intime und herrlich-ironische Regiearbeit. Die Schicksalsgeschichte des «stotternden Königs» George VI. zeigt er einerseits mit viel Einfühlungsvermögen, anderseits mit befreiendem Humor. Die bei den Festivals von Telluride, Toronto und London gefeierte und auf wahren Begebenheiten basierende Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen zwei höchst unterschiedlichen Männern brilliert dabei mit eleganten Bildern ebenso wie mit geschliffenen Dialogen, vor allem jedoch mit jeder Menge Witz und Menschlichkeit. Nach dem kürzlichen Golden-Globe-Triumph ist auch der Oscar-Segen gewiss.