Hollywood in Berlin

11. Februar 2011 11:24; Akt: 11.02.2011 15:13 Print

Die Nacht der tausend Stars

Mit dem Western «True Grit» haben die amerikanischen Regiebrüder Joel und Ethan Coen die 61. Berlinale eröffnet. Die Amerikaner brachten dann auch einen Hauch Hollywood nach Deutschland.

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Boah, Berlinale! In der deutschen Hauptstadt startete am 10. Februar 2011 das grösste Publikumsfilmfestival der Welt. Den Auftakt zum Star-Reigen machte ... ... der US-Western «True Grit». Die Regisseure Joel und Ethan Coen (von rechts), die Schauspieler Hailee Steinfeld, Josh Brolin und Jeff Bridges kamen zur Premiere. Durch den Abend führte Komödiantin Anke Engelke, hier auf Tuchfühlung mit dem Festival-Direktor Dieter Kosslick. Sie schlagen und sie vertragen sich. Den Jury-Vorsitz hatte Isabella Rossellini übernommen. Gerade noch in Genf, dann glänzend an der Premiere des Schweizer Thrillers «Manipulation» in Basel, nun in Berlin auf dem roten Teppich: Pfundskerl Sebastian Koch. D! kam! natürlich! an! der! Seite! von! Kate! Hall!! Piekfein: das sympathische Raubein Achim Rohde. Jasmin Tabatabai zeigt an der Seite ihres Landsmannes Andreas Pietschmann ein wenig Rücken. Heike Makatsch im grossen Schwarzen. «Tatort»-Star Sibel Kekilli zeigt ihr Schultertattoo. Und noch ein TV-Kommissar aus der beliebten Reihe: Axel Prahl jagt in Münster ... ... mit Hilfe von Jan-Josef Liefers, dem TV-Pathologen, Verbrecher. Christiane Paul («Hindenburg») und Produzent Benjamin Herrmann. Schauspieler Peter Lohmeyer und die österreichische Küchenchefin und TV-Frau Sarah Wiener. Katja Eichinger, die Witwe des verstorbenen Produzenten Bernd Eichinger. Aufgebretzelt: die deutsche Aktrice Nina Hoss. Veronica Ferres kam mit Christoph Letkowski. Iris Berben German hat Mario Adorf im Arm. Anna-Maria Mühe und Hannah Herzsprung lächeln für die Fotografen. Regisseur Wim Wenders und Gattin Donata. Alt-Playboy Rolf Eden nutzte die Gelegenheit, sich mal wieder im Rampenlicht zu präsentieren. Wie der Name verrät ist Nora von Waldstetten gebürtige Deutsche. Bollywood war in Form von Aamir Khan und Ehefrau Kiran Rao vertreten. Wo Promis sind, dürfen Politiker nicht fehlen: Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth kam mit Kollege Konstantin von Notz. Ach, zhe fun zhey have! Ex-Aussenminister Joschka Fischer und seine Frau, die Journalistin Minu Barati-Fischer.

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Neben den Coens waren zum Festivalstart auch die Hauptdarsteller Jeff Bridges, Hailee Steinfeld und Josh Brolin gekommen. Die 1600 Zuschauer im Berlinale-Palast am Potsdamer Platz nahmen den Film mit viel Applaus auf.

«True Grit» (Echter Schneid) erzählt von der Farmerstochter Mattie (Steinfeld), die zusammen mit dem versoffenen Marshall Cogburn (Bridges) auf der Suche nach dem Mörder (Brolin) ihres Vaters ist.

Ausreiseverbot

Überschattet war die Eröffnungsgala vom Fehlen des iranischen Jurymitglieds Jafar Panahi. Der in seiner Heimat zu einer sechsjährigen Haftstrafe und 20 Jahren Ausreiseverbot verurteilte Regisseur schickte eine Botschaft, die Jurypräsidentin Isabella Rossellini verlas.

Panahi schrieb: «Die Wirklichkeit ist, dass mir ohne Prozess seit fünf Jahren das Filmemachen untersagt wird. Jetzt wurde ich offiziell verurteilt und darf auch in den nächsten 20 Jahren keine Filme realisieren.»

Panahi weiter: «Aber sie können mich nicht davon abhalten zu träumen, dass in 20 Jahren die Verfolgung und die Einschüchterung durch Freiheit und freies Denken ersetzt sein wird».

Knapp 400 Filme aus 58 Ländern zeigt die Berlinale dieses Mal. Im Rennen um den Goldenen Bären sind 16 Produktionen aus aller Welt. Auch zwei deutsche Regisseure sind dabei: Dokumentarfilmer Andres Veiel (»Black Box BRD») zeigt «Wer wenn nicht wir» über die Vorgeschichte der RAF. Ulrich Köhler (»Montag kommen die Fenster») geht bereits am Samstag mit dem Entwicklungshelfer-Drama «Schlafkrankheit» an den Start.


(Quelle: AP Video)

(sda)