Schweizer Filmpreis

23. März 2018 21:13; Akt: 24.03.2018 08:33 Print

Drama «Blue My Mind» räumt ab

Gleich drei Preise holte der Erstling von Lisa Brühlmann am Schweizer Filmpreis. Bester Spielfilm, bestes Drehbuch und beste Hauptdarstellerin.

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Das siebenfach nominierte Coming-of-Age-Drama «Blue My Mind» ist am Freitagabend in der Halle 622 in Zürich Oerlikon mit drei Schweizer Filmpreisen ausgezeichnet worden. Darunter in der Königskategorie Bester Spielfilm. Schon nach wenigen Minuten hatte das bereits mehrfach ausgezeichnete Werk von Regisseurin und Schauspielerin Lisa Brühlmann die Auszeichnung für die Beste Darstellung in einer Nebenrolle an «Mario»-Schauspielerin Jessy Moravec abgeben müssen.

Auch die Preise für die Beste Montage und die Beste Kamera gingen gleich zu Beginn des Abends flöten. Den Kamera-Quartz dufte Pio Corradi für «Köhlernächte», jenen für die Beste Montage Gion-Reto Killias für «Almost There» entgegennehmen.

Dafür freute sich Lisa Brühlmann über den Quartz für das Beste Drehbuch. Die Geschichte der 15-jährigen Mia, die sich zum eigenen Entsetzen allmählich in eine Meerjungfrau verwandelt, überzeugte Kritiker und Jury von Anfang an. In die Kinos vermochte «Blue My Mind» dennoch lediglich etwas über 3000 Zuschauer zu locken.

«Mario», der Streifen von Regisseur Marcel Gisler über zwei homosexuelle Fussballer gewann den Preisfür den Besten Darsteller: Max Hubacher. Für den Berner Schauspieler ist es bereits die zweite Auszeichnung in dieser Kategorie. 2012 wurde er für seine überzeugende Leistung in «Der Verdingbub» geehrt.

«Ready für die Zukunft»

Den Quartz für ihre Leistung als Beste Darstellerin durfte Nachwuchstalent Luna Wedler entgegennehmen. Ihre Spielkunst in «Blue My Mind» hat die 18-Jährige auf einen Schlag bekannt gemacht. An der diesjährigen Berlinale wurde sie etwa schon zum «Shooting Star». Hörbar gerührt sagte sie in ihrer Dankesrede, sie sei «ready für die Zukunft» und freue sich auf alles.

Leer aus ging der zweifach nominierte Familienfilm «Papa Moll» (Bester Darsteller, Beste Montage).

Ein Hauch von Hollywood

Für einen der grossen Lacher des Abends sorgte ein eingespielter Film in der Kategorie Spezialpreis der Akademie. Der Gewinner, Maskenbildner Thomas Nellen, arbeitet seit Jahren in Hollywood, so auch derzeit. Für den Film «Vakuum», der ihm die Ehrung einbrachte, kehrte er nur ausnahmsweise in seine Schweizer Heimat zurück. So wurde ihm der Quartz also von US-Schauspieler Jeff Bridges («The Big Lebowski»), der in seinem aktuellen Filmprojekt mitspielt, direkt in der Garderobe übergeben.

Der Quartz für den Besten Dokumentarfilm ging an Jean-Stéphane Bron für «L'Opéra de Paris». Er setzte sich unter anderem gegen Milo Rau («Das Kongo Tribunal») und Luc Schaedler («A Long Way Home») durch. Zum Besten Kurzfilm wurde «Facing Mecca» von Jan-Eric Mack gekührt, der Preis für die Beste Filmmusik ging an Diego, Lionel Vincent und Nora Baldenweg («Die kleine Hexe») und die Auszeichnung für den Besten Animationsfilm gewann Michaela Müller («Airport»).

Bereits im Vorfeld bekannt war der Gewinner des Ehrenpreises: Der Westschweizer Animationsfilmer Georges Schwizgebel wurde für sein filmisches Gesamtwerk ausgezeichnet. Zuletzt hatte er 2016 einen Schweizer Filmpreis für seinen Film «Erlkönig» gewonnen.

(bla / sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Reto Holenstein am 23.03.2018 22:04 Report Diesen Beitrag melden

    Peinlich

    Die vom Staat übersubventionierte, selbsternannte Kultur- und Filmszene feiert sich selber mit ihre NoName-Filmen. Ich finde das peinlich.

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  • Cineast am 23.03.2018 22:38 Report Diesen Beitrag melden

    Hauch von Hollywood?

    Nur 3'000 Zuschauer halte ich doch wohl eher für einen Flop, sogar für einen Schweizerfilm. Filmpreis hin oder her.

  • Otto Meier am 23.03.2018 22:57 Report Diesen Beitrag melden

    Jöööö...

    und wieder feiert sich die "Elite" selbst und schenkt sich gegenseitig Preise, für die andere gearbeitet haben.

Die neusten Leser-Kommentare

  • RealEstop am 03.04.2018 16:12 Report Diesen Beitrag melden

    Psychowrack Powered

    @R - Interessanter erscheint mir vielmehr, dass wohl nach den heutigen Maßstäben sogar die Gründerväter der Psychiatrie und Psychologie als Verrückte durchgehen würden, jedoch nur aus dem Grunde, damit die Masse ein wenig "normaler" wirken kann!

  • Realist am 24.03.2018 18:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schrott

    Schweizer Filmpreis? Das bedeutet Nullwertfilme aus SRF Beteiligung. Das ist von uns mitfinanzierter (subventionierter) Schrott!

  • Pragmatiker am 24.03.2018 11:48 Report Diesen Beitrag melden

    Immer Frauen, die gewinnen.

    Gibt es da keine Quotenregelung?

    • Realist am 25.03.2018 17:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Pragmatiker

      Natürlich nicht! Die Frauen sind ja so benachteiligt... (kann Ironie enthalten).

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  • Peter von Zug am 24.03.2018 10:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trauerfeier

    Da sind ja alle schwarz gekleidet. Was für eine Trauerfeier ist das? Trauern diese der no-billag nach? Zudem sind dort mehr Leute als bezahlende an den Kinokassen...

  • der N am 24.03.2018 07:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wusste ich nicht

    es gibt einen schweizer filmpreis?!