Kinostarts der Woche

31. Januar 2019 09:31; Akt: 31.01.2019 09:31 Print

Ein Kino-Date mit Clint, Viggo und «Marky» Mark

von Mohan Mani - Ab Donnerstag im Kino: «The Mule» mit Clint Eastwood, «Green Book» Viggo Mortensen und «Instant Family» mit Mark Wahlberg.

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Ein Garagentor öffnet sich, der fast 90-jährige Earl Stone (Clint Eastwood) fährt mit seinem Auto rein und kriegt von dubiosen Gesellen ein Gepäckstück, das er gegen gute Bezahlung an die richtige Adresse transportieren soll. Der Senior ist ideal für den Fahrerjob, weil niemand in ihm einen Drogenkurier vermutet, er selbst nur wenig Fragen stellt und trotz jahrelangem Leben auf Achse noch nie eine Geschwindigkeitsbusse gekriegt hat. Mit dem verdienten Geld will Earl nicht nur seine bankrotte Gärtnerei zurückkaufen, sondern auch seiner Familie Gutes tun, die er sein Leben lang sträflich vernachlässigt hat.


Unwiderstehlicher Old-School-Charme

Auch in seinem Kino-Comeback zehn Jahre nach dem Actiondrama «Gran Torino» lässt es sich Clint Eastwood nicht nehmen, die tatsachenbasierte Story mit seiner persönlichen Weltanschauung zu garnieren. Earls erzkonservative Werte, aber auch markige Sprüche wie «Internet – Wer braucht das schon?» sorgen trotz vorhersehbarem Handlungsverlauf für einen unwiderstehlichen Old-School-Charme, der einfach haften bleibt. Dem einstigen «Dirty Harry» nimmt man sogar mit 85 Jahren ab, dass er mit knallharten Mafiajungs ebenso gut umzugehen vermag, wie mit blutjungen Groupies.

«Green Book» – ab Donnerstag im Kino

«Nein danke!» sagt der italo-amerikanische Ex-Türsteher Tony Lip (Viggo Mortensen) zum farbigen Jazz-Pianisten Dr. Don Shirley (Mahershala Ali), als ihn dieser zu seinem Chauffeur für eine Konzerttournee durch den rassistischen US-Süden machen will. Doch die knappen Finanzen zwingen Tony zum umdenken, sodass er den Afro-Amerikaner begleitet und mit dem Reiseführer «Negro Motorist Green Book» vor rassistischen Attacken beschützen will. – Trotz schauspielerischer Bestleistungen wünschte man sich als Zuschauer noch mehr «Green Book»-Szenen. Die Gefühlsstärke thematisch ähnlicher Klassiker wie «Driving Miss Daisy» oder «Intouchables» bleibt unerreicht.

Ebenfalls ab Donnerstag: «Instant Family»

Eigentlich wollten Pete («Marky» Mark Wahlberg) und Ellie (Rose Byrne) bloss ein einziges Kind adoptieren. Doch es kommt anders: Als sie nämlich die fünfzehnjährige rebellische Lizzy (Isabela Moner) kennenlernen, ist es um die beiden geschehen. Und quasi über Nacht werden Pete und Ellie zusammen mit Lizzys süssen Geschwistern Juan und Lita zu einer Grossfamilie. Doch damit gehen die Probleme erst richtig los. – «Instant Family» funktioniert über weite Strecken hinweg wie eine typisch Hollywood-Familienkomödie. Nebst viel Slapstick-Humor blitzen aber immer wieder Szenen auf, die von eigenen Adoptionserfahrungen des «Daddy’s Home»-Regisseurs Sean Anders zeugen. Ob Talk in der Selbsthilfegruppe oder Umgang mit schreienden bis pubertierenden Kids, hier kann man nicht nur kräftig ablachen, sondern auch mitfühlen.

Mehr Kino-Infos in der «20 Minuten»-Printausgabe vom Donnerstag.