Neuer Kinofilm

27. März 2014 10:41; Akt: 27.03.2014 10:41 Print

Ein Land sucht sein Heidi

von Catharina Steiner - Anfang 2016 soll eine neue Verfilmung des Roman-Klassikers in den Schweizer und den internationalen Kinos anlaufen. Was allerdings noch fehlt, ist die junge Titelheldin.

Ausschnitt aus einer Verfilmung von 1993.
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Eine klare Ostschweizer-Dialektfärbung soll sie haben, idealerweise Bündnerisch sprechen. Nicht zu gross und eher schmal gewachsen muss sie sein, sportlich und spielfreudig. Und zwischen acht und zehn Jahre alt.

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Erfolgsproduzent Lukas Hobi («Achtung, fertig, WK!») sucht zurzeit das perfekte Heidi für eine neue Kinoversion des beliebten Romans von Johanna Spyri. 200 Mädchen aus dem Bündnerland haben sich die Macher bereits angesehen. Die perfekte Besetzung haben sie aber noch nicht gefunden.

Dass es Bedarf nach einer neuen Heidi-Verfilmung gibt, steht für Hobi ausser Frage. Seit 1954 hat es keine klassische Kinoversion mehr gegeben - von Markus Imbodens moderner, in der Gegenwart spielenden Interpretation von 2001 abgesehen.

Mehr Realität, weniger Kitsch

Hobi hat eine ganz andere Vision und siedelt den Film, dessen Produktionsbudget bei circa 8 Millionen Franken liegt, Ende des 19. Jahrhunderts an.«Wir wollen einen authentischen und historischen Heidi-Film machen, der sehr nah an der Romanvorlage ist. Heidis Geschichte wurde in den vergangenen 130 Jahren immer wieder verfremdet. Spyris Buch ist viel vielschichtiger als bisher dargestellt. Dem wollen wir gerecht werden», sagt er zu 20 Minuten.

Der neue Film werde mehr in der Realität verankert sein, das Bergleben von früher auch in seiner Härte darstellt. Die Hauptdarstellerin soll deshalb authentisch wirken und so, als hätte sie tatsächlich in dieser Zeit gelebt. «Wir wollen Mädchen, die mit der Natur verbunden sind, die vielleicht in der Natur leben, aber es reduziert sich nicht nur auf das. Wir sagen auch nicht, dass Heidi helle oder dunkle Haare haben muss, oder braune oder blaue Augen. Das ist keine Vorgabe», sagt Hobi.

Pompöse Bergwelt

Neben dem Realitätsanspruch will die Produktion auch das visuelle Potenzial des Stoffs ausschöpfen. «Im Buch ist gerade das Erleben der Natur sehr sinnlich beschrieben, was mit der Technologie, die es vor 50 Jahren gab, gar nicht umsetzbar war», so Hobi. Die Bergwelt soll in all ihrer Üppigkeit und Pracht eingefangen werden.

Mit der Regie des Projekts wurde Alain Gsponer («Die Akte Grüninger») betraut. Petra Volpe, deren Film «Traumland» gerade mehrfach für den Schweizer Filmpreis nominiert war, hat das Drehbuch verfasst. Der Start der Dreharbeiten ist auf Ende August geplant. Der Kinostart soll Anfang 2016 erfolgen.

Wer den Peter, den Alpöhi und die weiteren Rollen bekleiden wird, ist noch nicht entschieden.

Zum Casting können sich interessierte Mädchen bis zum 31. März unter www.glauscasting.ch/de/bewerbungen anmelden.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • peter am 27.03.2014 10:56 Report Diesen Beitrag melden

    Erfolgsproduzent?

    Alles höchst peinliche Produktionen. Heidi wird genauso scheitern. aus unerklärlichen Gründen können Schweizer keine guten Filme machen. Und nein, es ist nicht das Geld! Auch mit überraschend kleinen Budgets wurden sehr gute Filme gedreht, aber nicht in der Schweiz.

    einklappen einklappen
  • Nancy am 27.03.2014 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    Ist und bleibt der Beste!!

    Der erste noch schwarz/weiss Heidifilm ist nicht zu topen! Wie da der Bach durchs Dorf rollt - auch heute noch, wo wir filmmässig doch recht " aufgeklärt" sind, läuft es mir kalt den Rücken runter bei dieser Szene!

  • Peter Van am 27.03.2014 17:10 Report Diesen Beitrag melden

    Typisch

    Typisch schweizerisch ... wieder ein neuer Heidi-Film. Kommt mal was Neues? In der Schweiz gibt es immer drei Gründe etwas (nicht) zu tun. 1. Weil man es immer so gemacht. 2. Weil man es nie so gemacht hat. 3. Es isch halt üblich ... Dann kommt bestimmt bald die nächste Tell Verfilmung ...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter Van am 27.03.2014 17:10 Report Diesen Beitrag melden

    Typisch

    Typisch schweizerisch ... wieder ein neuer Heidi-Film. Kommt mal was Neues? In der Schweiz gibt es immer drei Gründe etwas (nicht) zu tun. 1. Weil man es immer so gemacht. 2. Weil man es nie so gemacht hat. 3. Es isch halt üblich ... Dann kommt bestimmt bald die nächste Tell Verfilmung ...

  • Kinofan am 27.03.2014 15:32 Report Diesen Beitrag melden

    Komerz

    Titel des neuen Heidifilms sollte sein: "Auf der Suche nach noch mehr Geld."

  • anna-lena am 27.03.2014 12:40 Report Diesen Beitrag melden

    Bündnerisch

    Wieso bitte Bündnerisch? Es sollen doch alle was verstehen am besten auf Deutsch und ein Dialekt denn alle verstehen. 200 Hundert Mädchen haben sich beworben aber keine gefällt den Machern vielleicht zu viele Wünsche??

  • Tom Landolt am 27.03.2014 12:25 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht alles immer so negativ sehen

    ich finds gut. Heidi ist weltweit bekannt und sollte daher auch ein angemessenes Update bekommen, allerdings wäre ich dafür, dass es ein öffentliches Casting gibt. So, dass z.B. Zuschauer, das Heidi wählen könnten, somit würde es mehr Publicity und auch mehr Erfolg im Kino geben.

  • Von sonstwas am 27.03.2014 12:14 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn es ein Schweizer

    macht wird es grauslig werden. Schweizer machen Geschichten über die Schweiz immer schlecht. Siehe die komische Serie über die CH Geschichte, da waren plötzlich alle Kriminelle oder Schmarozer.