«Der Läufer»

30. Juli 2018 09:33; Akt: 30.07.2018 11:25 Print

Ein Schweizer Kriminalfall kommt ins Kino

Das finstere Doppelleben eines Berner Spitzensportlers und eine preisgekrönte Film-Crew: Im Oktober kommt «Der Läufer» in die Kinos. Hier gibts exklusiv einen ersten Einblick.

"Der Läufer" ist ab dem 4. Oktober im Kino zu sehen. (Video: Filmcoopi / Tamedia)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Fünf Jahre lang hat der Schweizer Regisseur Hannes Baumgartner an seinem ersten Langspielfilm gearbeitet – am 4. Oktober kommt er endlich ins Kino: «Der Läufer» erzählt die Geschichte des jungen Kochs Jonas (Max Hubacher), der mit seiner Freundin Simone (Annina Euling) die erste gemeinsame Wohnung plant und als extrem begabter Langstreckenläufer für den Olympia-Marathon trainiert.

Umfrage
Magst du Schweizer Filme?

Doch so wunderbar wie nach aussen hin alles scheint – in Jonas’ Innerem braut sich eine Katastrophe zusammen. Er kann nachts nicht mehr schlafen, er wirkt abwesend, sein Umfeld beginnt, sich Sorgen zu machen. Immer mehr quillt nach oben, was er sein ganzes Leben lang verdrängt hatte: seine traumatisierende Kindheit, dann der Selbstmord seines geliebten Bruders. Bevor er sich helfen lassen kann, wird Jonas von seinem Inneren überrannt. Er wird zum Serientäter.

Alle echten Namen geändert

«Der Läufer» basiert auf einem Berner Kriminalfall Anfang der Nullerjahre. Die Namen wurden geändert, einzelne Elemente fiktiv ergänzt. Regisseur Baumgartner, der für seinen Kurzfilm «Teneriffa» 2012 mit dem Schweizer Filmpreis ausgezeichnet wurde, war von Anfang an fasziniert von der Ambivalenz des Täters: «Einerseits diese brutale Gewalt, andererseits seine Rolle als Spitzensportler und beliebter Koch – diese maximale Widersprüchlichkeit hat mich herausgefordert, hinter die Fassade des Falls zu blicken», sagt er.

Baumgartner möchte mit seinem Spielfilmdebüt auch den Blick auf das Thema Gewalt lenken: «‹Der Läufer› ist keine Legitimation von Gewalttaten, sondern versucht zu verstehen, wie sie entstehen. Das Gewaltpotential insbesondere von jungen Männern ist eine gesellschaftliche Herausforderung, die existiert – und die sich nicht einfach von selbst lösen wird.»

Shootingstar Luna Wedler in einer Nebenrolle

Für Hauptdarsteller Max Hubacher ist es nicht die erste Filmrolle, mit der er ein höchst relevantes Gesellschaftsthema verkörpert: Erst im März bekam er für seine Rolle als schwuler Fussballer in «Mario» den Schweizer Filmpreis.

«Der Läufer» ist ganz generell ein Zusammenkommen verschiedener Preisträger: Die 19-jährige Zürchern Luna Wedler, an der Berlinale als «European Shooting Star 2018» ausgezeichnet, spielt eine Nebenrolle, produziert wurde der Film von Stefan Eichenberger, der für «Neuland» und «Heimatland» mehrfach geehrt wurde und mit «Parvaneh» sogar für einen Oscar nominiert war. Mittlerweile sitzt er selbst in der Oscar-Jury.


(mar)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • simon g. am 30.07.2018 10:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mag mich noch erinnern 

    das war in bümpliz. läuft mir grad wieder kalt über den rücken

    einklappen einklappen
  • Milunidu am 30.07.2018 11:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mir wird grad ander

    Die Erinnerung an diese Nacht im Bümpliz, in unserer Strasse kommen grad wieder hoch! Nur dank dem heherzten Eingreifen, bzw. Reagieren unseres Nachbars lebt diese junge Frau noch. Wieso muss sowas verfilmt werden?

    einklappen einklappen
  • Mensch am 30.07.2018 10:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Thema Gewalt?

    Ein Blick in die Medien und das Thema Gewalt ist allgegenwärtig!Warum wieso es gibt tausend Gründe,diese Abgründe möchte ich mir persönlich nicht antun!

Die neusten Leser-Kommentare

  • B. am 30.07.2018 21:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein

    Eine ehemalige Arbeitskollegin ist ihm nur durch Glück und Cleveness entkommn. Sowas sollte nicht verfilm werden!War schlimm ür Alle! Diesen Film werde ich gn bestimmt nich chauen.

  • Streichler am 30.07.2018 16:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mischa Ebner

    Die Geschichte ist war! Ich weiss nicht ob ein Spielfilm in diesem Fall das Richtige ist! Mischa Ebner war ein bestialischer Terrormörder der den Kanton Bern in Angst und Schrecken versetzt hat! Mischa Ebner hat dutzenden Frauen die Handtasche gestohlen dann hat er einer in der Nacht den Rücken aufgeschlitzt so dass sie querschnittsgelähmt wurde und in derselben Nacht ging er zu einer weitern Frau die er dann zu tode abgeschlachtet hat! So wie ein Psychokiller im Film! Wegen ihm hat uns unsere Mutter ständig zu Vorsicht ermahnt! Was auch nicht ideal ist für Kinder!

  • Hakima am 30.07.2018 16:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einfach das letzte, solche Filme

    wieso verfilmt man so etwas? Das er noch berühmt wird für seine Taten? Jeder Mensch hat mehr oder weniger schlechtes Erlebt. Es gibt viele Kinder die es nicht gut hatten, aber die bringen niemanden um. Das noch zu verfilmen ist das letzte. Ein Brutaler Mörder noch in den Himmel heben, einfach nur das letzte. Die armen Opfer und Ihre Familien müssen das noch einmal durchleben. Solche Filme sollten verboten werden

  • Kachina am 30.07.2018 11:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut und Böse

    Ja, kann mich gut daran erinnern. Da wurde mir bewusst, wieviel Gutes in den Menschen steckt und dass oft ein Abgrund ausreicht, um all das Gute nichtig zu machen.

  • Joe CE am 30.07.2018 11:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kohle

    Schon bedenklich was alles zu Geld gemacht wird. Eim Trauma für die Angehörigen der Opfer