Kinostarts der Woche

29. Mai 2019 21:39; Akt: 29.05.2019 21:39 Print

Elton John, Godzilla oder böse Mama gefällig?

von Mohan Mani - Ab Donnerstag kämpfen die Elton-John-Hommage «Rocketman», der Thriller «Ma» und die Monstershow «Godzilla» um Kinofans.

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«Hallo zusammen, ich bin alkohol-, drogen- und sexsüchtig» sagt der Starsänger Elton John (stark: Taron Egerton) in «Rocketman» gleich zu Filmbeginn in einer Gruppentherapiesitzung und setzt sich in einer seiner knallbunten Bühnentrachten in die versammelte Runde. Es folgt eine Rückschau auf seine Kindheit als Reginald Dwight, der im Klavierspiel etwas Ablenkung von seinem tristen Elternhaus (u.a. Bryce Dallas Howard als Mutter) fand und schliesslich an der Royal Academy of Music in London studieren durfte. Der Durchbruch zum Superstar gelingt erst im fernen Amerika, wo er dank des Produzenten Dick James (Stephen Graham) und mit dem Song-Texter Bernie Taupin (Jamie Bell) den legendären Troubadour Club in Los Angeles zum rocken bringt: A Star is born.

Alkohol-, Drogen- und Sex-Eskapaden

Trotz zweistündiger Laufzeit erfährt man in der Musical-Hommage «Rocketman» erstaunlich wenig über den Mann hinter der Sonnenbrille, der ein Leben lang nach der wahren Liebe sucht … und sie offenbar erst in Fotos während des Titelabspanns gefunden hat. Spätestens jetzt wird deutlich, wie sehr man sich etwas weniger Alkohol-, Drogen- und Sex-Eskapaden sowie wunderbar anzuschauende Musical-Pirouetten, dafür mehr Mut zu echten Gefühlen gewünscht hätte. Die Kunstfigur Elton John ist bekannt genug, weit spannender wäre der Mensch dahinter. Der Regisseur Dexter Fletcher wollte «Rocketman» bewusst von seinem Kinohit «Bohemian Rhapsody» abheben. Aber letztlich ist die Queen-Hommage eindringlicher geraten – wenn man den Musikfilm-Vergleich denn überhaupt wagen will.

Octavia Spencer ist die böse «Ma»

Sue Ann (Octavia Spencer) lebt im Thriller «Ma» einsam in einem braven Kaff in Ohio. Neuankömmling Maggie (Diana Silvers) und ihre Freunde wollen feiern – dürfen als Teenager aber noch keinen Alkohol kaufen. Also besorgt Sue Ann ihnen den Stoff und bietet der Teenie-Clique ihren Keller als Partylocation an. Doch bald zeigt sich Big Momma von einer ganz anderen, furchteinflössenden Seite.

Wenig Jump-Scares

In ihrer jüngsten Rolle wirkt Octavia Spencer anders als sonst. Ähnlich wie etwa Kathy Bates im Stephen-King-Schocker «Misery» oder zuletzt Isabelle Huppert im Stalker-Krimi «Greta» strahlt auch Sue Ann eine düstere Komik aus: zuerst ist sie liebenswert und mitfühlend, dann immer durchgeknallter und launenhafter. Der «The Help»-Regisseur Tate Taylor inszenierte seinen Thriller «Ma» als gekonnte Reise des Grauens, die sich weniger für Jump-Scares, sondern einen langsamen Spannungsaufbau interessiert.

Godzilla als Retter in der Not

«Das sind Popcorn-Movies» sagt der «Godzilla II: King of the Monsters»-Macher Michael Dougherty. Und genau so muss man seine aufwändig produzierte Monstershow anschauen – Hirn raus, Popcorn rein. Die Story ist eh gaga: Dr. Emma Russell (Vera Farmiga) hat eine Wundermaschine erfunden, mit der man Monster bändigen kann. Als diese in die falschen Hände von Jonah Alan (Charles Dance) gerät, vertraut die Welt auf die Hilfe von Mark Russell (Kyle Chandler) und seiner Tochter Madison («Stranger Things»-Star Mille Bobby Brown).

Für Fans

Ein herrlich monströses Monsterspektakel für Fans von Teil Eins, der weltweit über 500 Millionen Dollar eingespielt hat. So gesehen ist auch dieses Sequel eine sichere Bank.