Filmförderung

12. September 2012 10:41; Akt: 12.09.2012 10:59 Print

Es geht auch ohne Steuergelder

von Bettina Bendiner - Ohne Filmförderung keine grossen Schweizer Filme, sagt «Missen Massaker»-Regisseur Michael Steiner. Jüngere Filmemacher gehen andere Wege und setzen auf Crowdfunding und Sponsoren.

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Nicht alle Schweizer Filme entstehen mit Filmförderungsgeld.

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Michael Steiners «Missen Massaker» floppte an der Kinokasse. Die finanzielle Katastrophe federt das Bundesamt für Kultur (BAK) mit 900 000 Franken Förderbeitrag teilweise ab. Steiner sagte zu 20 Minuten: «Ohne Unterstützung vom Staat gibt es keine Schweizer Filme.» Blödsinn, finden andere Regisseure.

Crowdfunding und Sponsoren

So plädiert Philippe Weibel für Crowdfunding und Sponsorengelder. Sein Film «Trapped» kostete 90 000 Franken. Weibel: «Ich wollte einen alternativen Weg gehen und schauen, ob es funktioniert.» Es klappte. Doch was, wenn der Film Millionen kostet?

«Cargo»-Regisseur Ivan Engler ist skeptisch: «Ohne Filmförderung kann man keine cineastisch anspruchsvollen Spielfilme drehen, diese benötigen nun mal Budgets von mehr als einer Million.» Er spricht aus Erfahrung: «So grosse Summen allein von privaten Investoren zu finden, ist beinahe unmöglich.» Sein Fazit: «Ohne das BAK und andere Stiftungen hätten wir den Film nicht machen können.»

Auch Remo Pini trommelt Geld für sein Projekt «Murkwood» zusammen. Er braucht 500 000 Franken. «Fördergelder zu bekommen ist eine beziehungsintensive Sache. Als Neueinsteiger hat man es schwer.» Auch Massaker-Steiner kennt das: «Wir haben unseren Erstling «Nacht der Gaukler» auch ohne Fördergelder hergestellt. 7584 Besucher schauten sich den Film im Kino an.»

Erste Filmpremiere mit 20

Mit 19 Jahren träumte Robert Kouba von seinem ersten abendfüllenden SciFi-Thriller. Mit 20 hat der Nachwuchs-Regisseur den ersten Akt von «The Rift» verfilmt. Heute Abend feiert der 30-Minüter im Kino Corso Premiere. Kouba freut sich: «Wenn ich meinen Film fertigdrehen möchte, muss sich das Publikum dafür interessieren.»

Akt zwei und drei noch ausstehend

Denn noch fehlt das Geld für Akt zwei und drei. «Ich bräuchte rund 150 000 Franken.» Auf Filmförderung hofft er nicht: «Das ist nicht realistisch. Mein Film spielt nicht in der Schweiz.» Wer die Kosten übernehme, sei ihm egal: «Hauptsache, es stehen nicht plötzlich böse Geldeintreiber vor meiner Türe», sagt er und lacht.

Bis jetzt sei er mit seiner Strategie ganz gut gefahren: «Ich durfte 20 000 Franken ausgeben. Deshalb habe ich versucht, die Kosten zu drücken, wo es nur ging.» Lehrgeld musste er trotzdem zahlen. «Mir ist klar geworden, dass es nicht möglich ist, mit so wenig Geld einen abendfüllenden Spielfilm zu drehen.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kilian P. am 12.09.2012 12:39 Report Diesen Beitrag melden

    es geht nicht um das!

    Ich denke die Leute haben nichts gegen Filmförderung, Kultur und weiteres. Beim Missen Massaker wurde aber keine Kultur betrieben, sondern Marketing gemacht für ehemalige Missen welche notabene nie eine Schauspielschule besucht haben (mit einer Ausnahme Nadine V.). Unterstützt doch bitte Leute die es verdienen und dafür geschuftet haben und vor allem Talent besitzen!

  • Pedro am 12.09.2012 16:34 Report Diesen Beitrag melden

    Abschaffen!

    Diese Selbstverwirklichung von Pseudo-Kulturschaffenden auf Kosten der Steuerzahler muss abgeschafft werden!

  • Mr.Ash am 12.09.2012 12:26 Report Diesen Beitrag melden

    Sponsoren?

    Oder man macht es wie ich und pfeift auf Sponsoren & co. und macht alles selber. Das Ergebniss ist hier zu sehen ->

Die neusten Leser-Kommentare

  • Pedro am 12.09.2012 16:34 Report Diesen Beitrag melden

    Abschaffen!

    Diese Selbstverwirklichung von Pseudo-Kulturschaffenden auf Kosten der Steuerzahler muss abgeschafft werden!

  • Lars am 12.09.2012 16:31 Report Diesen Beitrag melden

    Warum subventionieren?

    Wenn ich eine Firma eröffnen will, werde ich auch nicht subventioniert sondern muss das Geld anderswie auftreiben und das Risiko, dass es nicht rentiert muss ich auch selbst tragen. So soll es auch beim Film und in der Kunst sein.

  • alice c. am 12.09.2012 13:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kein talent

    Hab noch keinen richtig guten Film aus der Schweiz gesehn! sowir Musik auch nicht! schweizer werdet kreativ:)

    • Hans Müller am 12.09.2012 17:34 Report Diesen Beitrag melden

      Alte Filme

      Wenn sie richtig gute schweizer Filme sehen wollen, dann müssen sie die alten Schwarz-weiss Filme wie Ueli, der Knecht, Oberstadtgass oder hinter den sieben Gleisen schauen. Diese sind zwar altbacken aber die schauspieler haben wenigstens Talent

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  • Kilian P. am 12.09.2012 12:39 Report Diesen Beitrag melden

    es geht nicht um das!

    Ich denke die Leute haben nichts gegen Filmförderung, Kultur und weiteres. Beim Missen Massaker wurde aber keine Kultur betrieben, sondern Marketing gemacht für ehemalige Missen welche notabene nie eine Schauspielschule besucht haben (mit einer Ausnahme Nadine V.). Unterstützt doch bitte Leute die es verdienen und dafür geschuftet haben und vor allem Talent besitzen!

  • Werner Bieinisowitsch am 12.09.2012 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Jungfilmer

    Also, mein Sohn (26) ist junger Filmemacher, er finanziert seine Filme zum Teil selbst und sucht kleine Sponsoren, damit er seine Projekte realisieren kann. Er ist sehr talentiert, hat schon drei "Longmetrages" gedreht, zwei französisch gesprochen, und einer französisch und spanisch, und zwei Kurzfilme. Mit seinem klitzekleinen Budget produziert er schöne und gute Filme, verkauft dann natürlich DVDs. Schade ist nur, dass ganz junge Filmemacher keine Chance bekommen an den nationalen Filmfestivals, darum wird er den nächsten Film zum grössten Teil auf Mallorca drehen.