«Frozen 2»

20. November 2019 13:04; Akt: 20.11.2019 13:04 Print

Elsa trägt Hosen – und bleibt single

«Frozen» hat die Popkultur seit 2013 fest im Griff. Mit der Fortsetzung des Animations-Hits erhält das Phänomen neuen Schub.

Trotz Minustemperaturen zum Dahinschmelzen: der Trailer zu «Frozen 2». Quelle: Disney
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Als «Frozen» 2013 ins Kino kam, war die Euphorie auf Anhieb riesig. Der Film wurde zum erfolgreichsten Animationsstreifen aller Zeiten. Erst diesen Sommer löste ihn das Reboot des Klassikers «The Lion King» nach sechs Jahren an der Spitze ab. Sechs Erkenntnisse zum Phänomen.

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Ein Kinderfilm für Erwachsene

«Frozen» ist auf dem Papier ein klassischer Disney-Film – aber einer, der auch bei Erwachsenen ungeahnte Emotionen auslöst. In unzähligen Tributen auf Youtube und anderen Social-Media-Kanälen erzählen Menschen, wie ihnen der Film aus einem persönlichen Tief geholfen, sie zu mutigen persönlichen Schritten angespornt und nach Schicksalsschlägen neue Kraft gegeben habe.

Wie hat Disney das geschafft?

Mit «Frozen» stellte der Konzern seine lang bewährte Formel auf den Kopf. Im Zentrum der Story steht hier kein Prinz oder Draufgänger, sondern eine Frau.

Romantische Liebe rückt in den Hintergrund, die interessante emotionale Beziehung besteht zwischen den zwei ungleichen Schwestern Elsa und Anna. Und das vielleicht Wichtigste: Es gibt keinen Bösewicht. Der Kampf zwischen Gut und Böse spielt sich im Inneren von Prinzessin Elsa ab. Damit betrat Disney Neuland. Zur richtigen Zeit.

Warum ist Elsa so beliebt?

Elsa ist zwar eine Prinzessin, aber eine, mit der wir uns identifizieren können, denn sie hat Schwächen. Sie ist impulsiv und es fällt ihr schwer, sich so anzunehmen, wie sie ist. Mit ihrer magischen Kraft, alles in Eis erstarren zu lassen, stellt sie eine Bedrohung für andere dar – und wählt darum ein Leben im Exil.

Ist Elsa lesbisch?

Nach Teil eins hofften viele Fans, dass Disney Elsa zur ersten lesbischen Prinzessin machen würde. In «Frozen» interessiert sich Elsa nicht für Männer. Daraus leiteten viele ab, dass sie auf Frauen stehe.

In der Fortsetzung macht Disney aber einen weiten Bogen um das Thema. Ob Männer oder Frauen: Elsa hat andere Prioritäten als Dating. Da nützte auch der tausendfach gesharte Hashtag #GiveElsaAGirlfriend nichts. Immerhin trägt sie im Sequel Hosen statt Wallekleider.

«Frozen» dominiert Social Media

2015 war «Frozen» immer noch der meistdiskutierte Film auf Facebook – und das zwei Jahre nach seinem Erscheinen. Auf Youtube wurde die Mitsing-Version des Hits «Let it Go» 1,8 Milliarden Mal angeklickt. Als Disney im Frühling 2016 die Fortsetzung von «Frozen» ankündigte, stieg die Aktie des Unternehmens innerhalb eines Tages um 5 Dollar.

Sogar die Wissenschaft beschäftigt sich mit dem Thema

Zwei Jahre nach dem Erscheinen des Films hielt die britische Universität East Anglia das erste Symposium zu «Frozen» ab. Führende Medienexperten diskutierten etwa über die Darstellung von Geschlechterrollen oder die Signifikanz der Musik für den Erfolg des Films.

«Frozen 2» läuft jetzt im Kino.


(cat)

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