Claire Foy

22. November 2018 21:27; Akt: 22.11.2018 21:27 Print

Die Netflix-Queen ist jetzt eine Actionheldin

Mit «The Girl in the Spider's Web» geht das Abenteuer von Lisbeth Salander weiter. Diesmal ist Claire Foy in der Kultrolle zu sehen.

Claire Foy im Trailer zu «The Girl in the Spider's Web». Quelle: Sony Pictures
Zum Thema
Fehler gesehen?

Stieg Larsson erfand in seiner Millennium-Trilogie eine der spektakulärsten Anti-Heldinnen der Pop-Kultur. Klar, dass Lisbeth Salander den Weg auf die Kinoleinwand fand. Erst schlüpfte Noomi Rapace (38) im schwedischen Original in die Rolle der Rächerin mit dem Drachentattoo, dann Rooney Mara (33) im Remake von David Fincher.

Umfrage
Gehen Sie gerne ins Kino?

Mit «The Girl in the Spider's Web» kommt nun ein neuer Film aus der Reihe ins Kino. In der Hauptrolle: «The Crown»-Star Claire Foy (34), die sich endgültig in Hollywoods A-List etabliert hat. Ihre Lisbeth Salander ist inzwischen Mitte dreissig und muss sich ihrer brutalen Vergangenheit als Tochter eines sadistischen Verbrecher-Bosses stellen. Wir haben Claire Foy in Berlin zum Interview getroffen.

Alle kennen Sie als Queen in «The Crown». Wollten Sie der Welt mit diesem Film zeigen, dass Sie mehr draufhaben?
Nein. Ich arbeite seit zehn Jahren als Schauspielerin und muss niemandem etwas beweisen. Aber klar, habe ich mir überlegt, ob sich die Leute nun denken, dass ich extra etwas komplett anderes mache, um mich von der Queen zu distanzieren. Das hat mich nicht davon abgehalten.

Haben Queen Elizabeth und Lisbeth Salander etwas gemeinsam?
Vielleicht, dass beide nicht in der Lage sind, ihre Gefühle komplett auszudrücken. Entweder, weil sie nicht wissen, wer sie sind, oder es einfach nicht dürfen. Aber das wars dann auch schon.

Vor Ihnen haben zwei andere Schauspielerinnen die Rolle gespielt. Keine Angst, verglichen zu werden?
Doch, aber das war kein Thema bei der Entscheidung, ob ich die Rolle annehme oder nicht. Es ging mir mehr darum, herauszufinden, was es an dieser Figur überhaupt noch zu entdecken gibt. Ich dachte erst, da gibt es nichts mehr.

Was hat Ihre Meinung geändert?
Meine Gespräche mit Regisseur Fede Alvarez. Wir merkten, dass Lisbeths Aktionen immer riskanter werden, denn sie läuft vor etwas davon, dem sie sich nicht stellen kann. Das fand ich interessant. Und dann las ich die Bücher von Stieg Larsson noch einmal, und mir war sofort klar, dass ich Lisbeth spielen muss. Trotz aller Bedenken.

Lisbeth ist eine weibliche Actionheldin. Sollte es mehr davon geben?
Ich hatte nicht das Gefühl, in einem Actionfilm zu spielen. Ich sah ihre Figur nie so. Ich finde, sie ist zutiefst menschlich, denn sie kämpft mit sich. Actionhelden haben keine Persönlichkeit oder Komplexität. Lisbeth hat das sehr wohl.

«The Girl in the Spider's Web» startet am 22.11. im Kino.


(cat)