Kinostarts der Woche

09. Mai 2019 10:18; Akt: 09.05.2019 12:46 Print

Jetzt nehmen wir die Männerwelt aus

von Mohan Mani - Rebel Wilson und Anne Hathaway als Glam Girls im spassigen Comedy-Remake eines Remakes: «The Hustle» und weitere Kino-Neustarts.

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Als die tollpatschige Amerikanerin Penny (Rebel Wilson) in der Kinokomödie «The Hustle» unterwegs nach Südfrankreich auf die High-Society-Trickbetrügerin Josephine (Anne Hathaway) trifft, will diese sie schnellstmöglich loswerden. Doch Penny ist doch nicht ganz auf den Kopf gefallen, lässt sich nicht so leicht abwimmeln und wird letztlich zu Josephines Schülerin in der Hohen Kunst des Edelbetrugs. Männliche Opfer sind in Beaumont-sur-Mer schnell gefunden.

Hinreissend verdorben

Nach den weiblichen Remakes von Kinohits wie «Ghostbusters», «What Women Want» oder zuletzt «Ocean’s Eleven» war es nur eine Frage der Zeit, bis sich jemand am Komödienklassiker «Dirty Rotten Scoundrels» aus dem Jahre 1988 vergreifen würde. Damals spielten Michael Caine und Steve Martin zwei hinreissend verdorbene Schurken, welche der Damenwelt das Geld aus der Tasche ziehen. Und vor ihnen taten dies David Niven und Marlon Brando in der US-Komödie «Bedtime Story» aus dem Jahre 1964.

Gelungene Lustspielunterhaltung

In diese männlichen Comedy-Fussstapfen tritt nun das Powerfrauenduo Wilson/ Hathaway… und schlägt sich ganz ordentlich. Weit mehr Mühen hat da schon der Kino-Regiedebütant Chris Addison («Mock the Week»), der etwa einem Frank Oz nicht das Wasser reichen kann. Nicht zuletzt die Spielfreude der Top-Besetzung macht dieses Comedy-Remake vom Remake zu gelungener Lustspielunterhaltung – forcierter Flugzeug-Sex hin, überflüssige Titelabspann-Sequenz her.

Isabelle Huppert ist «Greta»

Als die hoffnungslos naive Frances (Chloe Grace Moretz) in der New Yorker U-Bahn eine Handtasche findet, retourniert sie diese der Besitzerin. Dabei handelt es sich um die wesentlich ältere, einsame Pianistin Greta (Isabelle Huppert), die Frances in ihrem Haus zum Kaffe einlädt – mit bald schon fatalen Folgen. Hätte Frances doch nur auf ihre schlagfertige Mitbewohnerin Erica (Maika Monroe) gehört und ihre Gutmensch-Attitüde für einmal ruhen lassen.

Zuerst stark, dann immer schwächer

Mit seinem Stalker-Thriller erinnert Neil Jordan an thematisch ähnliche Kinohits wie «Dressed to Kill» oder «Fatal Attraction». Insbesondere in der ersten Filmhälfte gelingt ihm ein gekonnter Spannungsaufbau. Sind die Masken aber mal gefallen, nehmen falsche Fährten und billige Effekthascherei immer mehr die Überhand. Die französische Schauspielerin Isabelle Huppert ist und bleibt aber Weltklasse.

Wiedersehen mit «Stan & Ollie»

Die beiden Schwarzweissfilmkomiker Stan Laurel (Steve Coogan) und Oliver Hardy (John C. Reilly) sehen sich im Jahre 1953 mit einer ungewissen Zukunft konfrontiert. Jetzt touren sie durch England und spielen nicht selten vor leeren Rängen. Doch mit charmanten PR-Aktionen gelingt es den zwei Freunden, alte Fans zurückzugewinnen und sich letztlich den Lichtern, aber auch Schatten ihrer Vergangenheit zu stellen.

Als dicke Freunde durch doofe Zeiten

Dank täuschend echtem Makeup-Effekt glaubt man als Zuschauer von Beginn weg, den zwei echten Comedy-Genies über die Schultern zu schauen. Ihre guten, aber auch schlechten Zeiten gehen zu Herzen und wecken die Lust auf ein Wiedersehen mit einem ihrer Stummfilmklassiker von anno dazumal.

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