Sohn Michael bestätigt

06. Februar 2020 02:46; Akt: 06.02.2020 10:47 Print

Hollywood-Legende Kirk Douglas (103) ist tot

Er war eine der letzten Leinwandlegenden aus Hollywoods goldener Ära – mit 103 Jahren ist «Spartacus»-Held Kirk Douglas am Mittwoch gestorben.

Die Hollywood-Legende starb im Alter von 103 Jahren. (Video: Tamedia)
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Hollywood-Star Kirk Douglas ist mit 103 Jahren gestorben. Sein Sohn, der Schauspieler Michael Douglas, teilte dies am Mittwoch (Ortszeit) auf Instagram und Facebook mit. Zudem bestätigte dies ein Agent des Stars in einer Stellungnahme.

«Mit unendlicher Trauer teilen mein Bruder und ich mit, dass Kirk Douglas heute im Alter von 103 Jahren von uns gegangen ist», schrieb Michael Douglas, der selbst einer der grössten Hollywoodstars ist. «Er war der Welt eine Legende, ein Schauspieler aus dem goldenen Zeitalter des Films, der bis weit in seine goldenen Jahre gelebt hat.»

Sein Vater habe ein «schönes Leben» gehabt und hinterlasse Filme für die künftigen Generationen, schrieb Michael Douglas. Er würdigte seinen Vater auch als Philanthropen, der sich für das Gemeinwohl und den Frieden in der Welt eingesetzt habe.

Lobende Worte

Aus der Filmbranche kamen umgehend zahlreiche Würdigungen. «Goodbye an eine Hollywood-Legende» schrieb die für die Oscars zuständige US-Filmakademie. Douglas habe bis am Ende seines «wunderbaren Lebens» sein Charisma bewahrt, erklärte der Regisseur Steven Spielberg gegenüber dem Branchenblatt «Hollywood Reporter». «103 Jahre auf der Erde. Das klingt gut! Es war toll, mit dir Zeit zu verbringen, Mann», schrieb der Schauspieler Danny DeVito.

Douglas war seit 1954 mit Ehefrau Anne zusammen

Seinen 100. Geburtstag im Dezember 2016 hatte «Spartacus»-Schauspieler Kirk Douglas noch gross gefeiert. Dazu lud der Patriarch der Schauspieler-Familie prominente Freunde zu einer Tee-Party ein. Sohn Michael Douglas («Wall Street») richtete die Feier im Beverly Hills Hotel mit mehr als 130 Gästen aus. Zu den Gratulanten zählten bekannte Filmschaffende, darunter Regisseur Steven Spielberg und Produzent Arthur Cohn. Auch war die zweite Ehefrau Anne an der Seite des Jubilars. Die in Hannover geborene Produzentin hatte Douglas in Paris kennengelernt und 1954 geheiratet.

Spätere Geburtstage feierte er dann nur noch im kleinen Kreis; öffentliche Auftritte wurden spärlicher. Im November 2018 sass er mit hellrosa Hemd und Sonnenbrille im Rollstuhl auf dem Hollywood Boulevard, als Sohn Michael dort mit einem Stern auf dem «Walk of Fame» verewigt wurde, nahe an der Stelle, wo Kirk seit langem eine Plakette hat.

Hollywood-Legende Kirk Douglas ist tot

Mit Mitte 90 hatte der rüstige Darsteller am Thanksgiving-Feiertag noch tatkräftig mitgeholfen, Truthahn-Essen an Obdachlose in Los Angeles zu verteilen. Erst in den letzten Jahren waren seine Auftritte in der Öffentlichkeit seltener geworden, aber seine Meinung tat er auch noch mit fast 100 Jahren kund.

So warnte der liberale Star mit dem markanten Grübchen im Kinn noch im Herbst 2016 vor den Folgen eines Wahlsieges von Donald Trump. In einem Blog-Eintrag bei der «Huffington Post» zitierte er aus einer Wahlkampfrede des Republikaners, die sich gegen Einwanderer richtete.

«Dies sind nicht die amerikanischen Werte, für deren Schutz wir im Zweiten Weltkrieg gekämpft haben», wetterte Douglas. Er selbst sei 16 Jahre alt gewesen, als 1933 ein Mann in Deutschland an die Macht gekommen sei, den zuerst niemand ernst genommen habe. «Er wurde als Clown angesehen, der unmöglich ein gebildetes, zivilisiertes Volk mit seinen nationalistischen, hasserfüllten Reden täuschen konnte», führte Douglas weiter aus.

Überzeugendes Debüt

Douglas, der Sohn jüdisch-russischer Einwanderer, musste sich seine Karriere hart erkämpfen. Als Issur Danielovitch Demsky geboren, wuchs er mit sechs Schwestern im Armenviertel der Industriestadt Amsterdam im US-Bundesstaat New York auf. Mit Jobs als Hausmeister und Ringer auf Jahrmärkten finanzierte er sein Studium, um möglichst schnell auf die Schauspielschule zu kommen.

Nach dem Krieg hatte er Glück. Seine frühere Klassenkameradin Lauren Bacall, die Douglas schon kleinere Rollen am Broadway verschafft hatte, empfahl ihn bei den Studiobossen in Hollywood. Als Alkoholiker-Ehemann von Barbara Stanwyck debütierte er 1946 im Film «Die seltsame Liebe der Martha Ivers» so überzeugend, dass rasch weitere Hauptrollen folgten, etwa in «Glasmenagerie» und «Reporter des Satans».

Schicksalsschläge

Mit seinem zweifach Oscar-gekrönten Sohn Michael («Wall Street», «Einer flog über das Kuckucksnest») stand Douglas zum ersten Mal 2003 gemeinsam vor der Kamera – in der autobiografisch angehauchten Komödie «Es bleibt in der Familie». Ihr früher schwieriges Verhältnis – Michael wuchs im Schatten des berühmten Vaters auf – hatte sich da längst gebessert. Auch Ex-Frau Diana Douglas (1923 bis 2015) spielte mit. Das Paar trennte sich, als die Söhne Michael und Joel noch klein waren.

Mit seiner zweiten Frau hatte Douglas ebenfalls zwei Söhne. Der Jüngste, Schauspieler Eric, starb mit 46 Jahren an einer versehentlichen Überdosis von Tabletten und Alkohol. Es gab weitere Schicksalsschläge im Leben des Leinwandhelden. Ein knapp überlebter Helikopterabsturz im Jahr 1991 und ein Schlaganfall 1996 hatten ihn gesundheitlich gezeichnet. Nach der Erkrankung musste er sich das Sprechen wieder mühsam beibringen.

(scl/sda)