Hollywood

05. Juni 2009 00:00; Akt: 05.06.2009 13:34 Print

Kult-Schauspieler Carradine ist tot

Der US-Schauspieler David Carradine, Star der Kultserie «Kung Fu» aus den 70er Jahren, ist in Bangkok tot aufgefunden worden. Laut thailändischer Polizei beging er offenbar Selbstmord. Seine Leiche hing nackt im Schrank seiner Hotelsuite.

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Ein Sprecher der US-Botschaft in der thailändischen Hauptstadt bestätigte lediglich, Carradine sei am Mittwochabend oder am Donnerstagmorgen gestorben. Mit Rücksicht auf seine Familie würden zunächst keine weiteren Einzelheiten bekanntgegeben. Nach Angaben des US-Nachrichtensenders CNN geht die Polizei von Selbsttötung aus.

Der 72-jährige Kalifornier hat in seiner mehr als 40-jährigen Karriere in über 100 Kino- und Fernsehfilmen mitgespielt. Vor wenigen Jahren war er als Titelbösewicht in dem blutrünstigen Zweiteiler «Kill Bill» von Kult-Regisseur Quentin Tarantino (»Pulp Fiction») zu sehen.

Seine bekannteste Rolle hatte er in den 70er Jahren mit der Figur des buddhistischen Mönchs Kwai Chang Caine in der «Kung Fu»-Serie. In der Nachfolgesserie «Kung Fu: Im Zeichen des Drachen» spielte er die Rolle des gleichnamigen Enkels.

Mitten in Dreharbeiten

Carradine hielt sich seit Dienstag zu Dreharbeiten in Bangkok auf. Die dortige US-Botschaft und sein Manager Chuck Binder bestätigten seinen Tod. «Es ist ein Schock», sagte Binder laut BBC. «Er war voller Leben, er wollte immer arbeiten. (...) Ein grosser Mann.»

Wie die thailändische Tageszeitung «The Nation» in ihrer Online- Ausgabe berichtete, war der Schauspieler am Mittwochabend nicht zu einem Abendessen mit Kollegen erschienen. Auch telefonisch war er nicht erreichbar.

Am Donnerstagmorgen fand ihn eine Hotelangestellte als sie das Zimmer aufräumen wollte. Die ersten polizeilichen Ermittlungen ergaben dem Bericht zufolge, dass er sich mit einer Gardinenkordel erhängt hatte.

Seit 40 Jahren Schauspieler

Carradine, am 8. Dezember 1936 in Hollywood geboren, stammt aus einer grossen Darstellerfamilie. Nach einer bewegten Jugendzeit - er «sammelte» nach eigenem Bekunden Jugendstrafen - fand er Anfang der 60er Jahre zur Schauspielerei.

Für das Kino arbeitete er mit Regisseuren wie Ingmar Bergman, Martin Scorsese und Hal Ashby zusammen. In der TV-Serie «Fackeln im Sturm» war er in den 80er Jahren als Bösewicht Justin LaMotte zu sehen.

(ap)