«Platzspitzbaby»-Schauspielerin

16. Januar 2020 04:42; Akt: 16.01.2020 08:25 Print

«Wir Kinder haben Fake-Joints gekriegt»

Nachwuchsschauspielerin Luna Mwezi spielt im Film «Platzspitzbaby» Mia, die Tochter einer Heroinsüchtigen. Im Interview verrät sie, wieso der Dreh manchmal unheimlich war.

Am 16. Januar kommt der Schweizer Film «Platzspitzbaby» in die Kinos. Der Film von Regisseur Pierre Monnard handelt von dem Mädchen Mia (gespielt von Luna Mwezi), das nach der Auflösung der offenen Drogenszene am Zürcher Platzspitz 1995 mit seiner heroinsüchtigen Mutter Sandrine (gespielt von Sarah Spale) ins Zürcher Oberland zieht. Dadurch ist Sandrines Drogenproblem aber nicht gelöst – im Gegenteil. (Video: Ascot Elite)
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Luna, was ging dir durch den Kopf, als du von der Zusage für «Platzspitzbaby» erfahren hast?
Ich habe Freudentränen geweint! Gleichzeitig hatte ich aber auch Angst, dass meine Schule mich nicht unterstützen würde – und natürlich hatte ich generell Respekt vor dem Dreh.

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Wirst du «Platzspitzbaby» schauen?

Bist du das erste Mal vor der Kamera gestanden?
Ich hatte zuvor schon eine kleine Sprechrolle. Die Rolle von Mia in «Platzspitzbaby» ist aber meine erste grosse Filmrolle.

Wie bist du dazu gekommen, Mia zu spielen?
Ich habe mit meinem Vater den Film «Schellen-Ursli» 2015 im Kino gesehen. Das hat mich inspiriert – für mich war in dem Moment klar, dass ich auch einmal in einem Film mitspielen möchte.

Und wie gings weiter?
Meine Eltern haben mich in einer Agentur angemeldet. Nach ein paar Jahren bekam ich dann ein Angebot für das «Platzspitzbaby»-Casting.

Was war die grösste Schwierigkeit beim Drehen?
Die ersten sehr emotionalen Szenen, in denen ich zum Beispiel weinen musste. Es war zwar anstrengend – aber auch die harten Szenen haben mir letztlich Spass gemacht.


Cast und Crew bei der Premiere von «Platzspitzbaby». In der Mitte Luna, rechts neben ihr ihre Film-Mutter Sarah Spale (39).

Welche Emotion ist am schwierigsten zu spielen?
Absichtlich zu lachen. Das ist wirklich merkwürdig. Die Challenge ist, es natürlich aussehen zu lassen.

Wie hast du dich auf die teils krassen Szenen vorbereitet?
Ich habe mich einfach intensiv in Mia hineinversetzt und mir überlegt, wie sie sich in so einem Moment wohl gefühlt hat.

Wie konntest du dich davon abgrenzen?
Alle Schauspieler waren beim Dreh geschminkt und kostümiert. Sobald die Maske weg war, war ich wieder in der Realität. Bei Sarah war es aber speziell, wenn sie Sandrine spielte.

Wieso?
Als wir voll in den Szenen drin waren, hatte ich manchmal wirklich fast ein bisschen Angst vor ihr. Das war ziemlich unheimlich.

Im Film raucht und kifft deine Figur. Wie habt ihr das gedreht?
Wir Kinder haben natürlich keinen echten Tabak und kein echtes Cannabis gekriegt. Im Fake-Joint steckten normale Kräuter, zum Beispiel Gräser oder Papayablätter. Und die Zigaretten hatten keinen richtigen Tabak drin, das war also alles unschädlich.

Was haben deine Eltern zu deiner Rolle gesagt?
Meine Eltern haben den Film bereits gesehen. Beide finden ihn sehr gut und beide sind natürlich sehr stolz auf alles, was ich und die Crew gemacht haben.

Und deine Freunde?
Ich habe nur meinen zwei besten Freundinnen davon erzählt. Sie fanden es sehr cool und sind stolz auf mich.

Konntest du etwas von Mia lernen?
Im Song, den sie am Ende des Films präsentiert, singt sie: «Ich gibe nöd uf.» Das ist an ihr echt bewundernswert: Sie hat es nie aufgegeben, an ihre Mutter zu glauben. Das nehme ich von ihr mit: Dass man immer dranbleiben und nicht aufgeben soll.

Hast du während der Dreharbeiten eigentlich viel in der Schule verpasst?
Ich konnte alles gut nachholen. Ich kam nicht zurück und verstand plötzlich nur noch Bahnhof. Ausserdem waren meine Lehrerinnen wie Lehrer und mein Schulleiter sehr unterstützend.

Möchtest du nun Schauspielerin werden?
Ja, auf jeden Fall. Jetzt schliesse ich aber erst einmal die Sek ab. Danach möchte ich das Kunstgymnasium besuchen.

Der Film «Platzspitzbaby» läuft am 16. Januar in den Schweizer Kinos an. Den Trailer gibt es vorab im Video oben zu sehen.

(mim)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Echt Gut am 16.01.2020 06:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Krass

    Der Film ist sehenswert. Hat mich als Mutter zwar sehr mitgenommen, aber dür alle die sich dafür interessieren, geht doch ins Kino und unterstützt diesen Schweizer Film.

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  • L. Bischof am 16.01.2020 09:17 Report Diesen Beitrag melden

    Das war die Hölle

    Erinnere mich an dies Zeit AJZ, Riviera, Platspitz, Letten das war wie der Untergang der Erde ! Wie in einem echten Zombie Film ! Das Metadon und Heroinabgabe hat das ganze zerschlagen zum Glück !!!

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  • Bärnbaby am 16.01.2020 08:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wichtiges Thema

    Dieser Film zeigt sehr gut, wie es früher vielen jungen (drogensüchtigen) Eltern ergangen ist. Schade, dass nicht schon viel früher so einen "Platzspitz"-Film gedreht wurde, denn durch diesen können sicher sehr viel Kinder/Jugendliche etwas lernen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tomson1994 am 16.01.2020 14:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geht leider wieder

    Rückwärts.....Xanax etc bei 15 Jährigen. Absolut krank..... schaut mal in die US, top Todesursache sind solche Medis. Betet es kommt hier nicht so weit Raucht doch lieber alle ein Tütchen :)

  • Eidgenossin am 16.01.2020 13:12 Report Diesen Beitrag melden

    Warum

    Warum muss man immer aus allem noch einen Film machen...........!

  • C.H. am 16.01.2020 12:49 Report Diesen Beitrag melden

    Nur die Kinder...?

    Also rauchten die Erwachsenen wirklich Cannabis? Interessant. Evtl. deshalb die guten Schauspielerleistungen...

  • Lena Like am 16.01.2020 12:11 Report Diesen Beitrag melden

    Und die Erwachsenen?

    Di Kinder haben also fake Joints bekommen. Und die Erwachsenen? Gabs für die echte.. ?

  • Eidgenossin am 16.01.2020 11:51 Report Diesen Beitrag melden

    Warum

    Warum muss man immer aus allem einen Film machen.........!