Kinostarts der Woche

07. November 2018 16:02; Akt: 09.11.2018 15:03 Print

Lust auf Anna Kendrick oder Ryan Gosling?

von Mohan Mani - Sowohl die Thriller-Komödie «A Simple Favor» als auch das Astronautendrama «First Man» sind ab Donnerstag in den Kinos zu sehen.

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Gegen aussen ist die alleinerziehende Stephanie Smothers (Anna Kendrick) Miss Perfect. Das lässt sie auch als stets fröhliche Mama-Bloggerin mit eigener Kochshow jedermann wissen. Doch innerlich fühlt sie sich einsam und ist umso empfänglicher fürs Interesse der extravaganten Mode-PR-Chefin Emily (Blake Lively). Nur zu gern holt Stephanie Emilys Sohn Nicky zusammen mit ihrem eigenen Sohn von der Schule ab. Als Emily aber spurlos verschwindet, wird Stephanie stutzig und selbst zur Spürnase. Ob wohl Emilys Gatte Sean (Henry Golding) mehr weiss?

Good Mom versus Bad Mom

«A Simple Favor» wäre ein Nichts-ist-so-wie-es-scheint-Thriller wie auch schon gehabt. Insbesondere in der zweiten Filmhälfte werden die Story-Wendungen immer verrückter. Doch zum Glück wurde die Verfilmung von Darcey Bells gleichnamigem Roman aus dem Jahre 2017 vom Komödienspezialisten Paul Feig inszeniert. Wie schon in seinen früheren Kinohits «Bridesmaids», «Spy» oder «The Heat» schert er sich keinen Deut um Rollenklischees und serviert seinen nostalgisch angehauchten Krimi mit viel schwarzem, stellenweise knochentrockenem Humor. Das Aufeinandertreffen der beiden charakterlich grundverschiedenen Mamas Stephanie und Emily ist ein schauspielerischer Genuss. Good Mom versus Bad Mom sozusagen. Aber auch Stephanies Wandlung in eine junge Miss Marple und Emilys dubiose Natur machen Spass.

Ebenfalls ab Donnerstag im Kino ist «First Man: Aufbruch zum Mond»

Wie verabschiedet man sich von seinen beiden Kindern, wenn man zur ersten Mondlandung aufbricht? Der Nasa-Astronaut Neil Armstong (Ryan Gosling) liebt seine Familie eigentlich über alles, speist seine Lieben aber mit Standardfloskeln ab. Letztlich riskiert er alles, um den Traum von der ersten Mondlandung zu verwirklichen. Diese Betonung des familiären Aspekts macht die jüngste Regiearbeit von Hollywood-Wunderkind Damien Chazelle («Whiplash», «La La Land») unbedingt sehenswert. Aller audiovisuellen Schönheiten zum Trotz wirkt das Biopic da und dort etwas langatmig. Eindringliches Kino alleweil.