Kinostarts der Woche

27. Februar 2019 22:30; Akt: 27.02.2019 22:30 Print

Lust auf Horror, Action oder Frauenpower?

von Mohan Mani - Am Donnerstag kommen die Filme «Escape Room», «Cold Pursuit» mit Liam Neeson und «On the Basis of Sex» mit Felicity Jones ins Kino.

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Man stelle sich vor: Du bist mit einer Gruppe in einem Raum eingesperrt. Mit vereinten Kräften müsst ihr Rätsel lösen, um in den nächsten Gruselraum und letztlich in die Freiheit zu gelangen. Genau so ergeht es Amanda (Deborah Ann Woll), Mike (Tyler Labine), Ben (Logan Miller), Jason (Jay Ellis), Zoey (Taylor Russell) und dem Escape-Room-Kenner Danny (Nik Dodani). Mal wird es heiss, mal eiskalt, mal steht die Welt Kopf und geht’s ab ins Mystische. Dass nicht alle scheinbar zufällig zusammengewürfelten Teilnehmenden überleben, versteht sich von selbst.

Gruseltrip «Escape Room»: Form vor Inhalt

So vorhersehbar die «Escape Room»-Handlung, so erstaunlich ist der betriebene Aufwand, um die Todesräume auf der Kino-Grossleinwand möglichst effektvoll ausschauen zu lassen. Grösstes Lob gebührt für einmal den Ausstattern, welche jedes Gruselzimmer mit sichtlichem Genuss und Gespür für gezielte Schocks erschaffen haben. Fazit: Längst nicht so originell wie der Genre-Klassiker «Cube», aber dafür auch nicht so brutal wie die «Saw»-Horrorserie. Unübersehbar und völlig deplaziert ist der Versuch, im Schlussakt partout eine Fortsetzung anzureissen. Hier wäre ein spannendes Ende weit zufrieden stellender gewesen.

«Cold Pursuit»: Ab Donnerstag sieht Liam Neeson erneut rot

Nachdem der «Schindler’s List»-Oscarpreisträger Liam Neeson schon als Geheimagent (in «Taken 1-3»), Air Marshall («Non-Stop»), Mafia-Killer («Run All Night») und Pendler («The Commuter») den Haudegen rausgehängt hat, rächt er nun als Schneepflugfahrer den Drogentod seines Sohnes. Der norwegische Regisseur Hans Petter Moland inszenierte das US-Remake seines schwarzhumorigen Actionreissers «Kraftidioten» (deutscher Titel: «Einer nach dem anderen») gleich selbst. Kriegte es dort Stellan Skarsgård mit Oberbösewicht Bruno Ganz zu tun, so kämpft Neeson gegen den Drogenboss Viking (Tom Bateman). Geblieben sind die Grabsteine, welche für jeden Filmtod kurz eingeblendet werden. Aber auch der knochentrockene Humor und die imposanten Schneebilder wurden erfreulicherweise übernommen. Actionfans erwartet ein knallharte Rachefeldzug in alter Charles-Bronson-Tradition.

Ebenfalls ab Donnerstag: «On the Basis of Sex – Die Berufung»

Nicht zuletzt die ganze #MeToo-Bewegung rückt die Anwältin Ruth Bader Ginsburg in den Fokus, die dank eines wegweisenden Gerichtsverfahrens ein Jahrhundert der Geschlechterdiskriminierung beendet. 1956 ist Ruth Bader Ginsburg eine von nur neun Frauen in ihrer Klasse an der Harvard Law School. Obwohl überaus talentiert, wird Ruth als Bewerberin von allen Kanzleien aufgrund ihres Geschlechts abgelehnt. Dies soll sich ändern. – Mimi Leders Filmbiografie lebt von der brillanten Hauptdarstellerin Felicity Jones («Rogue One: A Star Wars Story»), kommt aber sonst daher wie ein oberflächliches TV-Movie. Da werden ganze Dramen gestreift, aber dramaturgisch nicht verarbeitet. Auch die finale Texttafel hätte man lieber verfilmt gesehen als gelesen.

Mehr Kino-Infos wie immer donnerstags in der «20 Minuten»-Printausgabe.